HeidiFest in München: Heidi Klum feiert schrille Wiesn-Party bei RTL
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 10:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWSHeidi Klum hat ihr zweites «HeidiFest» zur Einstimmung auf die Wiesn im Münchner Hofbräuhaus gefeiert – erstmals war der TV-Abend dabei bei RTL zu sehen.
Partybilder und Promi-Auflauf im Hofbräuhaus
Gewagte Outfits, Gesangseinlagen und viel Bier prägten die Veranstaltung, bei der zahlreiche Gäste in Dirndl und Lederhosen tanzten, mitsangen und feierten. Dragqueens sorgten für derbe Sprüche, Olivia Jones fragte nach Platz für die Weißwurst in der Lederhose und forderte mit einer «Bussi-Cam» Küsse ein. Unternehmer Frank Thelen versuchte sich am Alphorn, die Designerin Marina Hoermanseder sprach angesichts der schrägen Mischung von einem «Fiebertraum».
Von ProSieben zu RTL – Quoten und Kritik
Das Format ist in diesem Jahr von Klums «Germany's Next Topmodel»-Sender ProSieben zu RTL gewechselt und bleibt auch im zweiten Jahr schwer einzuordnen. Ein klares Konzept, das die Show über mehr als zwei Stunden trägt, ist nicht erkennbar, neben eigenwilligen Moderationen passiert vor allem eines: immer mehr Menschen trinken Bier. RTL wertet den Abend dennoch als Erfolg und verweist auf 9 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen, nach 6,7 Prozent im Vorjahr beim Konkurrenzsender. Laut Branchendienst DWDL.de stieg die Gesamtzahl der Zuschauerinnen und Zuschauer auf 780.000, der Gesamt-Marktanteil lag demnach bei 4 Prozent.
Stargäste mit Verspätung und Tonproblemen
Zum «HeidiFest» waren internationale Stargäste angekündigt. Model Naomi Campbell, als DJane gebucht, posierte schließlich mit Heidi Klum und Nadja Auermann für die Fotografen, nachdem sie sich Zeit gelassen hatte. «Pussycat Dolls»-Sängerin Nicole Scherzinger war zunächst nicht auffindbar, stand später aber doch auf der Bühne und performte ihren Hit «Don't Cha». Am Fernseher waren Auftritte offenbar von Tonproblemen begleitet, der Klang wirkte wiederholt störanfällig.
Familienfest mit Klum-Clan und GNTM-Gesichtern
Rund um das Fest inszenierte sich Klum als Familienmensch: Sie traf in einer Rikscha im gelben Dirndl ein, begleitet von Mutter Erna, Sohn Henry, einem kleinen weißen Hund und Ehemann Tom Kaulitz, der ohne Zwillingsbruder Bill erschien. Henry trug seine Schwester Leni, die in Pantoffeln unterwegs war, auf Händen. Über den roten Teppich liefen zahlreiche bekannte Gesichter aus «Germany's Next Topmodel», darunter Gina-Lisa Lohfink und Larissa Marolt, zudem Ballermann-Star Isi Glück und die Sängerinnen Sarah Engels und Vicky Leandros.
Oberbürgermeister setzt auf «leben und leben lassen»
Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause war beim «HeidiFest» nicht dabei. Er verwies darauf, keine Einladung zu kennen und ohnehin durch den Amtsantritt von Chefdirigent Lahav Shani bei den Münchner Philharmonikern ausgelastet zu sein. Zur Frage, wie er Klums Veranstaltung einschätzt, sagte Krause, München fahre gut mit dem Motto «leben und leben lassen» – jeder solle die Wiesn so feiern, wie er es bevorzuge.
Oktoberfest als Bühne für TV-Events
Das «HeidiFest» knüpft direkt an die Strahlkraft des Münchner Oktoberfests an, das jedes Jahr Millionen Besucherinnen und Besucher anzieht und längst auch als Bühne für Medieninszenierungen dient. Stars und Marken nutzen die Aufmerksamkeit rund um die Wiesn, um eigene Formate zu platzieren. Heidi Klum macht sich diesen Effekt mit ihrer Vor-Wiesn-Party im Hofbräuhaus zunutze und verbindet traditionelle Bilder von Dirndl, Lederhosen und Maßkrügen mit einer stark inszenierten Promi-Show.
Senderwechsel und Wettkampf um junges Publikum
Bemerkenswert ist der Wechsel des Formats von ProSieben zu RTL, denn beide Privatsender konkurrieren seit Jahren intensiv um das junge Publikum. Mit dem «HeidiFest» versucht RTL, eine Addition aus Star-Prominenz, Oktoberfest-Flair und Klums bestehender Fanbasis zu nutzen, um seine Position in der Primetime zu stärken. Der ausgewiesene Marktanteil von 9 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen zeigt, dass solche Event-Formate im Wettbewerb um Werbeeinnahmen und Reichweite weiterhin eine Rolle spielen, auch wenn die Gesamtzahlen eher moderat ausfallen.
Spannung zwischen Tradition, Party und Kritik
Inhaltlich bewegt sich das «HeidiFest» im Spannungsfeld zwischen traditionellem Volksfest, Party-Exzess und TV-Show. Die dpa-Schilderung macht deutlich, dass das Format eher auf Stimmung, Alkoholbilder und schrille Auftritte setzt als auf ein klares dramaturgisches Konzept. Zugleich greift Münchens Oberbürgermeister mit seinem Verweis auf «leben und leben lassen» eine verbreitete Haltung gegenüber kommerziellen Zusatzveranstaltungen rund um die Wiesn auf: Solange die eigentliche Festkultur nicht beeinträchtigt wird, sollen unterschiedliche Formen des Feierns nebeneinander bestehen. Für Zuschauerinnen und Zuschauer bleibt die Frage, ob das «HeidiFest» als kurzweiliger Partyabend taugt oder vielmehr als grelle Kulisse ohne großen Mehrwert wahrgenommen wird.
