Löschroboter und Drohnen gegen WaldbrÀnde im Einsatz
29.06.2026 - 13:52:21 | dpa.deHunderte Feuerwehrleute bekĂ€mpfen in mehreren Gegenden in Deutschland nach wie vor WaldbrĂ€nde, die gröĂte Gefahr scheint aber gebannt. In Rheinland-Pfalz blieb der Ort Traisen nahe Bad Kreuznach zunĂ€chst gerĂ€umt, weil in einem brennenden WaldstĂŒck Weltkriegsmunition durch das Feuer zu explodieren droht. Dort sollen jetzt Löschroboter die Flammen eindĂ€mmen. Auch in Bayern, ThĂŒringen und Sachsen waren die Feuerwehren wegen gröĂerer WaldbrĂ€nde im Einsatz.
Das extreme Wetter der vergangenen Tage hatte nicht nur groĂe Hitze gebracht. Es blieb insgesamt sehr trocken, was die Brandgefahr erhöht hatte. Zuletzt fiel aber wieder Regen, was die Situation etwas entspannte. Aktuell ist die Waldbrandgefahr nur in wenigen Gegenden Deutschlands sehr hoch. Nach dem entsprechenden Index des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom Montag betrifft dies vor allem Regionen in Baden-WĂŒrttemberg und Bayern. Ein Blick auf die EinsĂ€tze:
RHEINLAND-PFALZ
Weiterhin schwierig gestalteten sich die Löscharbeiten in einem Naturschutzgebiet. Rund 650 Anwohner von Traisen konnten auch am Montag nicht dauerhaft zurĂŒck in ihrer HĂ€user, durften aber ein paar Sachen holen. Es brennt dort seit Samstagnachmittag ganz in der NĂ€he am Rotenfels an der Nahe.Â
Weil Weltkriegsmunition im Boden explodieren kann, wurde eine Sperrzone von einem Kilometer eingerichtet. Das Löschen aus der NĂ€he wĂ€re fĂŒr die Feuerwehren zu gefĂ€hrlich. Die HĂ€user des Ortes sind nach bisherigen Erkenntnissen nicht unmittelbar durch die Flammen in Gefahr. Löschroboter sollen nach Angaben der Kreisverwaltung die Glutnester bekĂ€mpfen und den Boden etwas kĂŒhlen. Die Lage habe sich durch den Regen etwas entspannt.Â
SACHSEN
Der Waldbrand in der Gohrischheide an der Landesgrenze von Sachsen und Brandenburg ist weitgehend gelöscht. «Jetzt geht es darum, die Glutnester, die die Drohne entdeckt hatte, zu beobachten und zu bekĂ€mpfen», sagte Zeithains BĂŒrgermeister Mirko Pollmer (parteilos). Auch der Regen in der vergangenen Nacht half. Das Feuer hatte sich am Samstagnachmittag entwickelt und schnell ausgebreitet. Mehr als 200 EinsatzkrĂ€fte und zwei Löschhubschrauber hielten den Brand bei schweiĂtreibenden Temperaturen um die 40 Grad in Schach.Â
Erst vor einem Jahr hatte es in der Gohrischheide den gröĂten Waldbrand seit Jahrzehnten in Sachsen gegeben. Die Gohrischheide gilt wegen der dort im Boden liegenden Altmunition als besonders schwierig fĂŒr Löscharbeiten. Teile des Naturschutzgebietes auf dem ehemaligen TruppenĂŒbungsplatz können von FeuerwehrkrĂ€ften wegen der Explosionsgefahr nicht betreten werden. Deshalb kam ein gepanzertes Löschfahrzeug zum Einsatz, das auch in die munitionsbelasteten Gebiete fahren kann.
THĂRINGEN
Der Waldbrand auf einem ehemaligen KohlebergbaugelĂ€nde im thĂŒringischen Meuselwitz (Altenburger Land) ist nach Angaben des Landratsamts Altenburger Land unter Kontrolle. Kohlenreste im Böden könnten die Flammen aber immer wieder neu entfachen. Der GroĂeinsatz werde aber noch mindestens den ganzen Tag andauern, sagte ein Sprecher der zentralen Leitstelle der Feuerwehr in Gera. Betroffen war ein Areal von etwa acht Hektar. Nach ersten Erkenntnissen hatten sich am Samstagnachmittag BĂ€ume an einer Starkstromleitung entzĂŒndet. Das unwegsame GelĂ€nde und Kohlenstaub in der Erde erschwerten die Löscharbeiten.
BAYERN
Die Autobahn 8 am Chiemsee musste wegen eines Waldbrandes und des dadurch entstandenen Rauchs zeitweise gesperrt werden. Der Verkehr staute sich deshalb auf mehreren Kilometern LĂ€nge. Dutzende Feuerwehrleute und Hubschrauber löschten dort eine brennende Wald- und MoorflĂ€che nahe der Gemeinde Ăbersee. Das Feuer war kurz nach Mitternacht entdeckt worden. Ein Feuerwehrmann erlitt leichte Verletzungen. Laut Feuerwehr standen 5,5 Hektar Wald und Moor in Flammen, das entspricht einer FlĂ€che von knapp acht FuĂballfeldern.
