KI-Film, China

KI-Film aus China spielt nur 1,7 Millionen Yuan ein

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 08:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der als erster chinesischer KI-Kinofilm beworbene Science-Fiction-Streifen lockte nur wenige Zuschauer an. Die Macher bezeichnen das Projekt dennoch als Versuch, neue Wege der Filmproduktion zu erproben.

Filmstart und Produktionsversuch

  • „Sanxingdui: Future Past“ startete am 23. Oktober in chinesischen Kinos.
  • Die Produzenten arbeiteten zweieinhalb Jahre an dem rund 100 Minuten langen Film.
  • Ein Teil des Tons und sämtliche Bilder entstanden nach Angaben der Macher mit KI.
Ein chinesischer KI-Film lockt nur wenige Zuschauer ins Kino. (Archivbild) - Bild: Fabian Sommer/dpa

Chinesischer KI-Film bleibt beim Publikum erfolglos

Der als Chinas erster KI-Kinofilm beworbene Science-Fiction-Streifen „Sanxingdui: Future Past“ ist an den Kinokassen weitgehend gescheitert. Seit seinem Start am 23. Oktober spielte der Film laut einer Auswertungsplattform für Kinoeinnahmen lediglich rund 1,7 Millionen Yuan ein, umgerechnet etwa 230.000 Euro.

KI erschafft Bilder und Teile des Tons

Die rund 100 Minuten lange Geschichte handelt von einer Menschheit, die durch ihre Abhängigkeit von künstlicher Intelligenz in eine Krise gerät. Rätselhafte, jahrtausendealte Zeichen aus China weisen auf einen möglichen Ausweg hin.

Nach Angaben der Produzenten sind sämtliche Bilder und ein Teil des Tons KI-generiert. Die kreativen Entscheidungen traf jedoch ein menschliches Team.

Zuschauer kritisieren die Umsetzung

Die wenigen Zuschauer bemängelten in Online-Bewertungen unter anderem steife Gesichtsausdrücke, unstimmige Bewegungen und eine schwer nachvollziehbare Handlung. Ein Besucher kritisierte, dass die Gesichter teils glattgebügelt und teils deutlich rauer wirkten.

Produzenten erwarteten keine großen Einnahmen

Zum Kinostart war der Film von der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua als technischer Fortschritt vorgestellt worden. Der Bericht verwies auf positive Reaktionen von Branchenvertretern und Zuschauern bei einer Sondervorführung sowie auf die Möglichkeit, mit KI alte chinesische Kultur auf der Leinwand darzustellen.

Die Produzenten erklärten bereits vor dem Start, sie hätten von Anfang an keine großen Kinoeinnahmen erwartet. Im Mittelpunkt habe das Ausprobieren neuer Möglichkeiten der Filmherstellung gestanden.

Entwicklung schneller als die Produktion

Die Arbeit an dem Film dauerte den Produzenten zufolge zweieinhalb Jahre. Bilder seien immer wieder überarbeitet worden; zugleich entwickle sich die KI schneller, als ein Film fertig werde.

Auf der Leinwand sei deshalb der technische Stand von einigen Monaten zuvor zu sehen, erklärten die Macher.

Der Misserfolg von „Sanxingdui: Future Past“ verweist auf ein grundlegendes Spannungsfeld der KI-Filmproduktion: Niedrigere oder perspektivisch sinkende Herstellungskosten ersetzen nicht automatisch eine überzeugende Geschichte, glaubwürdige Figuren und visuelle Konsistenz. Gerade bei einem Kinofilm mit rund 100 Minuten müssen Zuschauer über längere Zeit in eine Welt eintauchen können.

Die im Film beanstandeten steifen Gesichter und unstimmigen Bewegungen machen eine typische Schwäche generativer Bildsysteme sichtbar. Einzelne Szenen können eindrucksvoll wirken, doch bei wiederkehrenden Figuren, komplexen Bewegungsabläufen und einem geschlossenem Erzählverlauf treten technische Brüche besonders deutlich hervor. Der Einsatz menschlicher Kreativer bleibt deshalb auch bei weitgehend künstlich erzeugten Bildern zentral.

Chinas Filmbranche testet neue Produktionsmodelle

In China gilt künstliche Intelligenz weiterhin als möglicher Hebel für effizientere Filmproduktionen. Investoren verbinden damit die Hoffnung, Produktionskosten zu senken und schneller unterschiedliche Stoffe umzusetzen. Das Beispiel zeigt jedoch, dass ein technisches Experiment am Markt nicht automatisch als fertiger Publikumsfilm funktioniert.

Für Zuschauer ist der Film damit vor allem ein Praxistest: Er macht sichtbar, welche Qualitätsanforderungen KI-Kino erfüllen muss. Für Produzenten dürfte die Reaktion des Publikums die Frage verschärfen, an welchen Stellen KI sinnvoll eingesetzt werden kann und wo menschliche Gestaltung, Überarbeitung und dramaturgische Kontrolle unverzichtbar bleiben.

Deutschlandfunk: „Chinas erster KI-Kinofilm floppt an den Kinokassen“ (04.11.2026)

Der Beitrag bestätigt die geringe Einnahme von rund 1,7 Millionen Yuan und hebt zusätzlich hervor, dass die Produktionskosten mehrere Millionen betragen hätten. Anders als die dpa-Meldung richtet er den Schwerpunkt auf die wirtschaftliche Perspektive und die Hoffnung chinesischer Investoren auf niedrigere Herstellungskosten.

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