Kiss, Doro Pesch

Kiss feiert 50 Jahre Deutschland mit Doro Pesch in Düsseldorf

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 05:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Doro Pesch feiert in Düsseldorf gemeinsam mit Tommy Thayer fünf Jahrzehnte Kiss in Deutschland. Die Band selbst steht nicht auf der Bühne, doch ihr Gitarrist gibt Hinweise auf mögliche künftige Auftritte und eine geplante Avatar-Show.

Kiss-Rückblick mit Ausblick

  • Am 18. Mai 1976 spielte Kiss im Mannheimer Rosengarten das erste Deutschlandkonzert.
  • Die Düsseldorfer Feier bietet fünf frühe Alben mit ursprünglichen deutschen Covern und Logos auf Vinyl.
  • Tommy Thayer hält einzelne Auftritte oder eine feste Konzertreihe von Kiss für denkbar.
  • Gene Simmons, Tommy Thayer und Paul Stanley (von links nach rechts) von Kiss beim finalen Konzert der «End of the Road»-Tournee im Madison Square Garden 2023. Aufgelöst hat sich die Band laut Thayer nie. (Archivbild) - Bild: Evan Agostini/Invision/AP/dpa
  • Sängerin Doro Pesch ist seit langem absoluter Kiss-Fan. (Archivbild) - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
Gene Simmons, Tommy Thayer und Paul Stanley (von links nach rechts) von Kiss beim finalen Konzert der «End of the Road»-Tournee im Madison Square Garden 2023. Aufgelöst hat sich die Band laut Thayer nie. (Archivbild) - Bild: Evan Agostini/Invision/AP/dpa Sängerin Doro Pesch ist seit langem absoluter Kiss-Fan. (Archivbild) - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa

Doro Pesch feiert Kiss-Jubiläum in Düsseldorf

Doro Pesch feiert an diesem Freitag in Düsseldorf 50 Jahre Kiss in Deutschland gemeinsam mit Gitarrist Tommy Thayer. Bei der offiziellen Fanfeier «KISS 50 Germany» tritt die US-Band nicht selbst auf, am Finale singt Pesch jedoch mit einer Kiss-Coverband.

Die Veranstaltung beginnt ab 18.00 Uhr in der früheren Philipshalle, die heute Mitsubishi Electric Halle heißt. Kiss spielte am 18. Mai 1976 im Mannheimer Rosengarten sein erstes Deutschlandkonzert und trat einen Tag später in Düsseldorf auf.

Coverband und historische Gäste

Auf der Bühne steht die Kiss Forever Band, verstärkt durch Thayer. Außerdem werden Konzertveranstalter Ossy Hoppe und Fotograf Didi Zill erwartet, der Kiss beim Deutschlanddebüt 1976 fotografierte.

Für die Feier wurden fünf frühe Kiss-Alben auf Vinyl neu aufgelegt. Die Ausgaben verwenden die ursprünglichen deutschen Cover und Logos.

Pesch begann wegen Kiss mit der Musik

Pesch lernte Kiss als Schülerin über das Live-Album «Alive II» kennen. Wegen der Band habe sie angefangen, Musik zu machen, sagte die 62-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Als Fan sei sie bis heute Mitglied der Kiss Army.

Über Gene Simmons lernte Pesch auch Thayer kennen. 1988 durfte sie Kiss beim Festival Monsters of Rock ansagen. Simmons produzierte später ihr Album «Doro» von 1990; Thayer spielte darauf Gitarrensoli und arbeitete als Co-Produzent mit.

Streit um das deutsche Kiss-Logo

Thayer wies den Vorwurf zurück, die gezackten S des Kiss-Logos hätten einen Bezug zur SS oder zur nationalsozialistischen Bewegung. Für den deutschen Markt mussten deshalb T-Shirts und die Felle der Bassdrum verändert werden.

Der heute 65-Jährige sah Kiss im Februar 1976 erstmals live. Nach mehreren Jahren hinter den Kulissen wurde er 2002 Leadgitarrist und ersetzte Ace Frehley.

Thayer sieht Kiss weiter als Band

Seit dem Ende der «End of the Road»-Tour 2023 fragen Fans nach der Zukunft von Kiss. Thayer sagte, die Band sei zusammengeblieben; das Ende der Tour habe das Ende der Tourneen bedeutet.

Einzelne Auftritte oder eine Konzertreihe an einem festen Ort hält Thayer weiterhin für möglich. Zudem soll 2028 in Las Vegas eine Show mit Kiss-Avataren nach dem Vorbild von «Abba Voyage» starten, an der Thayer mitarbeitet.

Deutschland als wichtiger Kiss-Markt

Thayer begründete die anhaltende Popularität in Deutschland mit der großen Zahl von Konzerten. Auf den Europatourneen habe Kiss wahrscheinlich in Deutschland mehr Auftritte gespielt als in jedem anderen Land.

Pesch lebt heute in Florida und verbindet die Band mit dem Lebensgefühl der 1970er und 1980er Jahre. Für sie bleibt die Musik der entscheidende Grund für die dauerhafte Begeisterung.

Die Düsseldorfer Fanfeier fällt in ein Jubiläumsjahr, das an den ersten Deutschlandauftritt von Kiss am 18. Mai 1976 in Mannheim erinnert. Der Auftritt im Rosengarten und das anschließende Konzert in der Düsseldorfer Philipshalle markierten den frühen Einstieg der US-Band in einen wichtigen europäischen Markt.

Kiss verband seit den 1970er Jahren eine aufwendige Bühnenshow mit stark erkennbaren Figuren, Kostümen und Logos. Diese Mischung machte die Gruppe auch für Fans attraktiv, die über die Musik hinaus ein visuelles Gesamterlebnis suchten. Das von Tommy Thayer angesprochene deutsche Logo zeigt zugleich, wie stark internationale Popkultur an nationale rechtliche und gesellschaftliche Besonderheiten angepasst werden musste.

Zwischen Tourende und neuen Formaten

Die «End of the Road»-Tour beendete 2023 die regulären Tourneen der Band, nicht aber ihre öffentliche Präsenz. Einzelne Auftritte, eine feste Konzertresidenz und ein geplantes Avatar-Projekt in Las Vegas stehen für den Versuch, die Marke Kiss auch ohne klassische Welttourneen weiterzuführen.

Für deutsche Fans verbindet die Veranstaltung deshalb Rückblick und Ausblick: Doro Pesch steht für die nachhaltige Wirkung der frühen Kiss-Auftritte auf eine Generation von Musikern, während Thayer den Übergang von der historischen Bandbesetzung zu neuen Bühnenformaten verkörpert. Die Düsseldorfer Feier macht diese Verbindung mit Live-Musik, Zeitzeugen und neu aufgelegten frühen Alben sichtbar.

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