Macklemore: «Free Palestine Tour» nach Ed-Sheeran-Aus ausverkauft
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 08:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
US-Rapper Macklemore hat nach seinem Ausschluss aus der Tour von Popstar Ed Sheeran den Ausverkauf seiner eigenen «Free Palestine Tour» bekanntgegeben.
Drei Konzerte in europäischen Hauptstädten
«Wenn die Mächtigen versuchen, unsere Rufe nach Befreiung zum Schweigen zu bringen, wird Kunst immer eine Form des Widerstands sein», schrieb der 43-Jährige bei Instagram. Er sei überwältigt, hieß es in dem Beitrag weiter.
Macklemore war wegen propalästinensischer Äußerungen aus dem Vorprogramm der restlichen «Loop»-Tour von Ed Sheeran gestrichen worden. Sheeran erklärte, der Ausschluss sei eine Entscheidung des Tourveranstalters gewesen und nicht seine eigene.
Konzerte Ende Oktober
In der vergangenen Woche hatte Macklemore drei eigene Auftritte für Ende Oktober in Dublin, Paris und London angekündigt. Die Konzerte sind nach seinen Angaben nun ausverkauft.
Seit Jahren propalästinensische Äußerungen
Der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Benjamin Haggerty heißt, äußert sich seit Jahren propalästinensisch und nutzt seine Auftritte wiederholt für entsprechende Botschaften. Die Einnahmen aus der «Free Palestine Tour» sollen propalästinensischen Organisationen zugutekommen.
Macklemore wird zugleich immer wieder vorgeworfen, in Auftritten und Liedtexten antisemitische Stereotype zu bedienen. Der Künstler weist diesen Vorwurf zurück.
Politische Botschaft auf der Konzertbühne
Macklemores angekündigte Tour steht im Spannungsfeld zwischen künstlerischer Freiheit und den politischen Folgen öffentlicher Äußerungen. Der Rapper hat seine Solidarität mit Palästina wiederholt bei Auftritten und in sozialen Medien sichtbar gemacht. Dadurch ist seine Musik stärker mit dem Nahostkonflikt verbunden, als es bei einer gewöhnlichen Konzertankündigung der Fall wäre.
Der Ausschluss aus dem Vorprogramm von Ed Sheeran zeigt zugleich, dass politische Positionierungen im internationalen Popgeschäft unmittelbare Auswirkungen auf Engagements haben können. Veranstalter und Künstler müssen dabei unterschiedliche Interessen abwägen: die künstlerische Aussage, die Erwartungen des Publikums, Sicherheitsfragen und mögliche Vorwürfe wegen antisemitischer Stereotype.
Ausverkauf als Signal
Der schnelle Ausverkauf der drei Konzerte in Dublin, Paris und London macht deutlich, dass die politische Botschaft Macklemore nicht nur Kritik auslöst, sondern auch mobilisieren kann. Die Nachfrage kann als Unterstützung seiner Haltung verstanden werden, sagt aber allein nichts über die Größe der propalästinensischen Bewegung insgesamt aus.
Für die Veranstaltungsorte dürfte die Tour deshalb besondere Aufmerksamkeit bringen. Zugleich erhöht die angekündigte Weiterleitung der Einnahmen an propalästinensische Organisationen die politische Bedeutung der Konzerte. Entscheidend wird sein, wie die Veranstaltungen inhaltlich gestaltet werden und ob es dabei erneut zu Debatten über Antisemitismus, Meinungsfreiheit und die Grenzen politischer Kommunikation kommt.
