Kap Verde, Argentinien

Kreuzfahrtschiff mit Hantavirus darf nach Spanien

06.05.2026 - 00:07:31 | dpa.de

Nach mehreren Hantavirus-FÀllen und drei Todesopfern darf das Kreuzfahrtschiff «Hondius» einen Hafen auf den Kanaren anlaufen. Was Spanien und internationale Behörden nun planen.

Naturexpeditionen und menschliche Kontakte könnten zu dem Ausbruch gefĂŒhrt haben.  - Foto: Qasem Elhato/AP/dpa
Naturexpeditionen und menschliche Kontakte könnten zu dem Ausbruch gefĂŒhrt haben. - Foto: Qasem Elhato/AP/dpa

Spanien hat dem von Hantavirus-FĂ€llen betroffenen Kreuzfahrtschiff «Hondius» das Anlaufen eines Hafens auf den Kanarischen Inseln erlaubt. Diese Entscheidung sei in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU gemĂ€ĂŸ internationalem Recht und humanitĂ€ren Prinzipien getroffen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Das betroffene kleine Kreuzfahrtschiff mit insgesamt knapp 150 Menschen an Bord war vom SĂŒden Argentiniens aufgebrochen und ankert derzeit vor Kap Verde.

Das EuropĂ€ische Zentrum fĂŒr die PrĂ€vention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) untersuche das Schiff eingehend, um festzustellen, welche Personen dringend von Kap Verde aus evakuiert werden mĂŒssten, teilte das Ministerium weiter mit. Die ĂŒbrigen Passagiere werden mit dem Kreuzfahrtschiff demnach zu den Kanarischen Inseln fahren, wo sie voraussichtlich innerhalb von drei bis vier Tagen eintreffen werden. 

Kanaren sind der nĂ€chstgelegene Ort mit KapazitĂ€ten fĂŒr Hilfe

Die Weltgesundheitsorganisation habe erklĂ€rt, dass Kap Verde - ein kleiner Inselstaat vor Westafrika - diesen Einsatz nicht selbst durchfĂŒhren könne, betonte das spanische Ministerium. Die Kanarischen Inseln seien deshalb der nĂ€chstgelegene Ort mit den notwendigen KapazitĂ€ten. Spanien habe eine moralische und rechtliche Verpflichtung, diesen Menschen zu helfen; darunter seien auch mehrere spanische StaatsbĂŒrger. 

Deshalb habe die Regierung in Madrid auch zugestimmt, dass der Arzt der «Hondius», der sich in kritischem Zustand befinde, noch in den kommenden Stunden mit einem Lazarettflugzeug auf die Kanarischen Inseln geflogen werde, teilte das Gesundheitsministerium weiter mit.

Der genaue Hafen auf den Kanaren vor der WestkĂŒste Nordafrikas, den das Kreuzfahrtschiff anlaufen werde, stehe indes noch nicht fest. Dort angekommen, sollen Besatzung und Passagiere untersucht, gegebenenfalls medizinisch versorgt und in ihre jeweiligen HeimatlĂ€nder zurĂŒckgebracht werden, wie es in der Mitteilung des Ministeriums weiter hieß.

Bislang sind drei Passagiere der unter niederlÀndischer Flagge fahrenden «Hondius» gestorben, ein Àlteres niederlÀndisches Ehepaar und eine Person aus Deutschland, bei der es sich nach Angaben des Schiffsbetreibers Oceanwide Expeditions um eine Frau handelt. Die WHO geht derzeit von insgesamt sieben ErkrankungsfÀllen aus.

Drei Infizierte sollen in die Niederlande geflogen werden

Das niederlĂ€ndische Außenministerium hatte zuvor mitgeteilt, drei Erkrankte sollten von Bord der «Hondius» geholt und in die Niederlande ausgeflogen werden. Zu ihnen gehöre ein NiederlĂ€nder. Dies solle «so schnell wie möglich geschehen», teilte das Ministerium mit. 

Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem mittlerweile verstorbenen niederlÀndischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien noch an Land angesteckt haben könnte.

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