Nobody Wants This, Netflix

Nobody Wants This: Joanne und Noah ziehen zusammen

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 09:10 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die dritte Staffel der Netflix-Serie führt Joanne und Noah ins gemeinsame Zuhause. Neben dem Beziehungsalltag rückt Joannes Auseinandersetzung mit einer möglichen Konvertierung zum Judentum in den Mittelpunkt.

Joanne und Noah vor neuen Entscheidungen

  • Joanne betreibt mit ihrer Schwester Morgan einen Podcast über Sex, Dating und Beziehungen.
  • Noah ist Rabbiner und steht vor einem möglichen Karrieresprung in seiner Synagoge.
  • Joanne setzt sich in der neuen Staffel mit Bräuchen und Erwartungen einer Konvertierung zum Judentum auseinander.
  • Justine Lupe (links) als Morgan und Avan Jogia als Travis in einer Szene der Serie «Nobody Wants This». (Handout) - Bild: Katrina Marchinowski/Netflix/dpa
  • Adam Brody (l) und Kristen Bell sind die Hauptdarsteller in «Nobody Wants This». (Archivbild) - Bild: Chris Pizzello/Invision/dpa
Justine Lupe (links) als Morgan und Avan Jogia als Travis in einer Szene der Serie «Nobody Wants This». (Handout) - Bild: Katrina Marchinowski/Netflix/dpa Adam Brody (l) und Kristen Bell sind die Hauptdarsteller in «Nobody Wants This». (Archivbild) - Bild: Chris Pizzello/Invision/dpa

Joanne und Noah wagen den nächsten Beziehungsschritt

Die Liebeskomödie „Nobody Wants This“ startet mit ihrer dritten Staffel in die Fortsetzung der Geschichte von Joanne und Noah. Die freizügige Podcasterin und der unkonventionelle Rabbiner müssen sich nun nicht nur mit ihren unterschiedlichen Lebenswelten, sondern auch mit dem gemeinsamen Alltag auseinandersetzen.

Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte

Joanne betreibt mit ihrer Schwester Morgan einen erfolgreichen Podcast über Sex, Dating und Beziehungsfettnäpfchen. Bei einem Essen lernt sie Noah kennen, der als Rabbiner kurz vor einem Karrieresprung in seiner Synagoge steht.

Aus der Begegnung entwickelt sich eine Beziehung, in der kulturelle Hürden, gegenseitige Vorurteile sowie Einmischungen von Familien und Geschwistern eine Rolle spielen. Die Serie setzt dabei auf scharfzüngigen Humor und die Bildschirm-Chemie von Kristen Bell und Adam Brody.

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Offene Gespräche statt künstliches Drama

„Nobody Wants This“ gilt als Gegenentwurf zu vielen Rom-Coms, weil die Serie Alltagskonflikte, Bindungsängste und kulturelle Missverständnisse in den Mittelpunkt stellt. Joanne und Noah sprechen über Unsicherheiten und Fehler meist offen miteinander.

Auch Noahs Figur folgt einem emotional zugänglichen Männerbild: Er verheimlicht seine Gefühle nicht und entschuldigt sich, wenn er Fehler gemacht hat. Die Beziehung wird dadurch nicht konfliktfrei, aber weniger von künstlich erzeugten Missverständnissen bestimmt.

Was der Serientitel bedeutet

„Nobody Wants This“ bedeutet auf Deutsch „Niemand will das“. Der Titel bezeichnet zunächst den Podcast von Joanne und Morgan, verweist aber zugleich darauf, dass Menschen aus dem Umfeld der beiden ihre Beziehung ablehnen.

Als Antiphrase steht der Titel außerdem für die zentrale Botschaft der Serie: Eine gesunde, gleichberechtigte Beziehung ist wünschenswert, auch wenn sie durch Vorurteile, Erwartungen und persönliche Zweifel belastet wird.

Kritik an Darstellung und Hauptdarsteller

Nach der ersten Staffel gab es Debatten über die Darstellung jüdischer Frauen, die teilweise klischeehaft oder unsympathisch wirke. Serienmacherin Erin Foster wies die Kritik zurück und erklärte, ihr gehe es um vielschichtige menschliche Figuren.

Adam Brody geriet zudem wegen Äußerungen zum Gazakonflikt in die Schlagzeilen. Der jüdische Schauspieler bezeichnete Israels Vorgehen als „Genozid“ und sprach sich für ein freies Palästina aus; der Rabbiner Steve Leder kritisierte ihn dafür öffentlich.

Zusammenleben und Konvertierung

In der neuen Staffel richten sich Joanne und Noah gemeinsam ein. Offene Schranktüren, verlegte Dinge und andere Alltagssituationen sorgen für Konflikte, die die Serie mit Humor erzählt.

Joanne beschäftigt sich außerdem ernsthaft mit den Bräuchen, Werten und Erwartungen einer Konvertierung zum Judentum. Zugleich wächst der Druck auf sie, während sich zwischen Morgan und Noahs Bruder Sasha nach der Trennung von Sashas Frau eine neue Dynamik andeutet.

„Nobody Wants This“ verbindet klassische Elemente der romantischen Komödie mit Konflikten, die stärker aus Alltag, Religion und familiären Erwartungen entstehen als aus künstlich zugespitzten Missverständnissen. Im Zentrum steht damit weniger die Frage, ob Joanne und Noah Gefühle füreinander haben, sondern wie sich diese Gefühle unter unterschiedlichen Lebensentwürfen behaupten.

Die Serie greift zugleich ein Spannungsfeld auf, das über die Liebesgeschichte hinausweist: Beziehungen zwischen Menschen mit verschiedenen religiösen und kulturellen Hintergründen verlangen häufig konkrete Absprachen über Werte, Familie und Zukunft. Joannes Auseinandersetzung mit einer möglichen Konvertierung macht diesen Konflikt sichtbar, ohne ihn auf eine einzelne romantische Entscheidung zu verkürzen.

Beziehung statt Rom-Com-Muster

Zum Erfolg trägt die erwachsene Perspektive bei. Die Figuren bringen Erfahrungen und Verletzungen mit, sprechen Probleme vergleichsweise offen an und müssen dennoch mit Erwartungen aus ihrem Umfeld umgehen. Das erlaubt eine humorvolle Erzählweise, ohne die Schwierigkeiten einer verbindlichen Partnerschaft vollständig auszublenden.

Für das Publikum verschiebt sich dadurch der Schwerpunkt der neuen Staffel: Das Zusammenleben liefert konkrete Alltagssituationen, während die Frage nach religiöser Zugehörigkeit die langfristige Dimension der Beziehung betont. Gleichzeitig erweitert die mögliche Annäherung von Morgan und Sasha den Blick auf weitere Formen von Nähe, Trennung und Neubeginn.

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