Supertaifun «Sinlaku» trifft US-AuĂengebiet mit voller Wucht
15.04.2026 - 08:11:37 | dpa.deDer Supertaifun «Sinlaku» hat die Nördlichen Marianen im Westpazifik mit voller Wucht getroffen und Berichten zufolge teils schwere SchÀden verursacht. Das genaue Ausmaà war aber zunÀchst unklar. Der Sturm erreichte nach Angaben des lokalen Wetterdienstes Windgeschwindigkeiten von mehr als 210 Kilometer pro Stunde, als er in der Nacht (Ortszeit) auf die besonders betroffenen Inseln Saipan und Tinian traf.
Besonders dramatisch sei, dass sich der Taifun extrem langsam fortbewege und deshalb ungewöhnlich lange Zeit in dem US-AuĂengebiet mit rund 45.000 Einwohnern gewĂŒtet habe, zitierte der australische Sender ABC den Meteorologen Landon Aydlett vom «National Weather Service» in Guam. «Das macht die Auswirkungen besonders diabolisch. Sobald es ĂŒber den Inseln heller wird, werden wir mehr Klarheit haben», betonte er.Â
«Absolut beÀngstigend»
Das weiter sĂŒdlich gelegene US-Territorium Guam war ebenfalls von dem Sturm betroffen, jedoch traf er hier nicht direkt auf Land. Die Insel gehört ebenso wie die Nördlichen Marianen politisch zu den Vereinigten Staaten und geografisch zu Mikronesien. Beide liegen östlich der Philippinen.
Auf Tinian berichteten Augenzeugen der ABC von schweren Zerstörungen. «Es ist absolut beĂ€ngstigend â man kann drauĂen nichts sehen, es weht immer noch ein extrem starker Wind, Wasser dringt ein, viele BĂ€ume sind umgestĂŒrzt, HĂ€user wurden verwĂŒstet», sagte Deborah Fleming vom lokalen Frauenverband.
Neun Meter hohe Wellen und Sturmfluten
Neben den Orkanböen sorgten Sturmfluten fĂŒr zusĂ€tzliche Gefahr. Auf Saipan wurden Wellenhöhen von rund neun Metern gemessen, wie die Onlinezeitung «Pacific Daily News» berichtete. Starke RegenfĂ€lle und Gewitter erhöhten zudem das Risiko von Ăberschwemmungen und Erdrutschen.Â
Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, weiter in ihren HĂ€usern oder in SchutzrĂ€umen zu bleiben. Viele Bewohner hatten sich zuvor in Evakuierungszentren in Sicherheit gebracht. Auch Hunderte Touristen waren wegen gestrichener FlĂŒge auf der Inselkette gestrandet.
«Sinlaku» wurde zwar inzwischen von einem Supertaifun herabgestuft, bleibt aber laut Wetterdienst «ein sehr gefĂ€hrlicher Sturm der Kategorie 4». Experten zufolge handelte es sich um den bisher stĂ€rksten Tropensturm des Jahres - und den folgenschwersten seit der Taifun Yutu 2018 auf den Nördlichen Marianen schwere Zerstörungen und wirtschaftliche SchĂ€den angerichtet hatte. Prognosen zufolge wird «Sinlaku» nun in nordwestlicher Richtung ĂŒber den Pazifik weiterziehen.
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