Prinzessin Diana: Neues Buch von Bruder Charles Spencer mit schweren Vorwürfen gegen König Charles III
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 10:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEin neues Buch des Bruders von Prinzessin Diana sorgt für schwere Vorwürfe gegen König Charles III und neue Debatten über die Zeit rund um Dianas Tod.
Autobiografie mit brisanter Passage
Das britische Königshaus und insbesondere König Charles III sehen sich durch die Autobiografie von Dianas Bruder Charles Spencer neuen Anschuldigungen ausgesetzt. In der Biografie mit dem Titel „Swan Song. Diana, meine Schwester“, die am Dienstag erscheint, beschreibt Spencer nach Medienberichten ein Gespräch mit dem damaligen Thronfolger rund um Dianas Beerdigung.
Demnach habe sich Prinz Charles in dieser Situation höchst abfällig über seine kurz zuvor gestorbene Ex-Ehefrau geäußert. Diana und Charles waren seit 1996 geschieden, die Geschichte der 1997 bei einem Autounfall gestorbenen Prinzessin bewegt viele Menschen bis heute.
Ungewöhnlich deutliche Reaktion des Palasts
Der Palast reagierte am Mittwochabend ungewohnt klar auf die Veröffentlichung der kritischen Buchpassage. In einer Mitteilung wurde betont, man gebe aus Prinzip keinen Kommentar zu Büchern ab. Zugleich hieß es, Seine Majestät sei sich bewusst, dass der Schmerz geschwisterlicher Trauer den Verstand vernebeln, das Urteilsvermögen beeinträchtigen und die Erinnerung so färben könne, dass andere sie selbst viele Jahre später nicht wiedererkennen.
Die Vorgänge sorgen im Vereinigten Königreich für große Aufmerksamkeit. Diana Frances Spencer war 1981 zur ersten Ehefrau des damaligen Thronfolgers Charles geworden, nach schwierigen Jahren ließ sich das Paar scheiden. In der britischen Bevölkerung gilt sie bis heute als „Königin der Herzen“.
Streit um William und Harry beim Trauerzug
Im Mittelpunkt der umstrittenen Passage steht die Frage, ob Dianas Söhne William und Harry beim Trauerzug ihrer Mutter mitlaufen sollten. Der heutige Thronfolger William und Prinz Harry begleiteten den Zug schließlich, William war damals 15 Jahre alt, Harry 12.
Charles Spencer schreibt, er sei der Wut des damaligen Prinzen ausgesetzt gewesen, weil er darauf bestanden habe, dass Diana eine Teilnahme ihrer Söhne nicht gewollt hätte. In einem Telefonat sei Charles außer sich gewesen, heißt es in der Darstellung des Bruders.
Vorwurf der „angestauten Verachtung“
Spencer berichtet, er habe zunächst eine Pause im Gespräch als Versuch des Prinzen gedeutet, sich wieder unter Kontrolle zu bringen. Stattdessen habe Charles am Telefon das entfesselt, was Spencer für eine angestaute Verachtung für Diana halte – und sein Entsetzen darüber, dass die Welt von ihrem Tod so überwältigt gewesen sei.
Demnach habe Prinz Charles gesagt, Dianas Bruder solle beruhigt sein, und hinzugefügt: „Wir werden sie früh genug vergessen!“ Die Schilderungen aus der Autobiografie fachen damit die seit Jahrzehnten anhaltende Debatte über den Umgang des Königshauses mit Diana nach ihrem Tod erneut an.
Neue Vorwürfe berühren alte Wunden
Die Schilderungen von Charles Spencer knüpfen an einen der emotionalsten Momente der jüngeren britischen Geschichte an: den Tod von Prinzessin Diana und die Bilder des Trauerzugs mit den jungen Prinzen William und Harry. Damals wurde öffentlich bereits kontrovers diskutiert, ob es richtig sei, die Minderjährigen so exponiert durch London gehen zu lassen. Dass Spencers Autobiografie diesen Konflikt nun aus seiner Sicht schildert, rückt die Entscheidung von 1997 erneut ins Zentrum der Aufmerksamkeit und berührt die bis heute starke Bindung vieler Menschen an die Erinnerung an Diana.
Spannungsfeld zwischen persönlicher Erinnerung und Institution
Die Antwort des Palasts fällt für königliche Verhältnisse ungewöhnlich deutlich aus. Dass ausdrücklich auf die „geschwisterliche Trauer“ und die Möglichkeit getrübter Erinnerung verwiesen wird, macht deutlich, wie sensibel der Buckingham-Palast die Vorwürfe bewertet. Zugleich zeigt die Wortwahl den Versuch, die Integrität des Königs zu verteidigen, ohne eine direkte Konfrontation mit Dianas Bruder zu suchen. Für Beobachter wirft dies erneut die Grundfrage auf, wie das Königshaus mit subjektiven Erinnerungen von Familienmitgliedern umgeht, wenn diese im Widerspruch zur etablierten öffentlichen Erzählung stehen.
Auswirkungen auf das Bild des Königshauses
Die Veröffentlichung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem König Charles III sich um Stabilität und Modernisierung der Monarchie bemüht. Neue Vorwürfe zur Zeit rund um Dianas Tod treffen daher auf ein Publikum, das die damaligen Ereignisse präsent hat, aber zugleich auf ein Königshaus blickt, das sich seitdem erheblich verändert hat. Für Leserinnen und Leser dürfte vor allem die Frage relevant sein, ob und wie solche persönlichen Erinnerungen das Vertrauen in die Institution Monarchie beeinflussen – und wie die Royals künftig mit weiteren autobiografischen Enthüllungen aus dem eigenen familiären Umfeld umgehen werden.
