Safer Internet Day 2027: Mein Bild - Deine Grenze. Stopp sexualisierte Gewalt im Netz / Die EU-Initiative klicksafe ruft bundesweit zur Teilnahme am Safer Internet Day und am Aktionsmonat Februar auf
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 12:26 Uhr | presseportal, AD HOC NEWSSie wollte ihm keine Fotos mehr schicken. Aber im Chat drohte er, ihre Bilder an ihre gesamten Kontakte zu senden. Solche Erpressungsmethoden mit intimen Aufnahmen, auch Sextortion genannt, und andere Formen der bildbasierten, sexualisierten Gewalt erleben viele Kinder und Jugendliche in Deutschland immer hÀufiger.
Das "Bundeslagebild Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen 2025" zeigt einen deutlichen Anstieg digitaler sexueller Gewalt gegen Kinder. Rund 5.000 FĂ€lle waren im vergangenen Jahr der Kategorie "Sexueller Missbrauch von Kindern - Einwirken auf Kinder ohne Körperkontakt" zuzuordnen. Kinder wurden beispielsweise durch Chatnachrichten dazu gebracht, sexuelle Aufnahmen von sich zu machen oder im Livestream sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen. Die TĂ€ter*innen agieren in kinder- und jugendaffinen Online-Diensten wie Social Media, Messenger und Gaming-Plattformen. So erreichen sie Kinder und Jugendliche auf direktem Weg, ohne dass ihr Umfeld davon erfĂ€hrt. Das Dunkelfeld der sexualisierten Delikte ist jedoch wesentlich gröĂer als es die konkreten Zahlen offenbaren, da viele Ăbergriffe von den Kindern und Jugendlichen nicht als solche erkannt, normalisiert oder nicht gemeldet werden.
Die JIMplus Studie 2026 zeigt ungewollte Nacktbilder, wie beispielsweise "Dickpics", gehören zu den am stÀrksten wahrgenommenen Belastungen im Netz. Sie werden von 72% der befragten Jugendlichen als "sehr belastend" oder "belastend" empfunden.
"Jede GrenzĂŒberschreitung ist eine zu viel. Plattformen mĂŒssen ihrer Verantwortung gerecht werden und Kinder und Jugendliche konsequent vor digitaler sexualisierter Gewalt schĂŒtzen. Denn sie ist mehr als ein virtuelles Vergehen. Sie ist ein realer Angriff auf die Selbstbestimmung und Unversehrtheit von Kindern und Jugendlichen", sagt Dr. Marc Jan Eumann, Direktor der Medienanstalt Rheinland-Pfalz.
"Bildbasierte sexualisierte Gewalt ist fĂŒr viele junge Menschen lĂ€ngst Teil ihres digitalen Alltags. Von Jugendlichen wird sie daher oft normalisiert. Umso wichtiger sind PrĂ€ventionsangebote, die Kinder und Jugendliche darin stĂ€rken, Grenzverletzungen zu erkennen, sich Hilfe zu holen und die Rechte anderer zu achten", erlĂ€utert Deborah Woldemichael, Leiterin der EU-Initiative klicksafe bei der Medienanstalt Rheinland-Pfalz.
Hinschauen, handeln und Betroffene stÀrken
Ein sicherer digitaler Raum entsteht nur, wenn Kompetenzen gestĂ€rkt, Grenzen respektiert, Ăbergriffe verfolgt und SchutzmaĂnahmen konsequent umgesetzt werden. Hier sind Politik, Gesetzgeber, Schulen und die Plattformen in der Pflicht, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. FĂŒr ein sicheres Internet fordert klicksafe:
Um sich souverĂ€n und kritisch mit dem Thema bildbasierte sexualisierte Gewalt auseinanderzusetzen, wird die bundesweite Medienkompetenz-Initiative klicksafe rund um den Safer Internet Day aktuelle medienpĂ€dagogische Materialien fĂŒr pĂ€dagogische FachkrĂ€fte, Eltern und Jugendliche sowie eine klicksafe Schulstunde zum Thema "Mein Bild. Deine Grenze. Stopp sexualisierte Gewalt im Netz" anbieten. Damit soll ein Raum fĂŒr die Auseinandersetzung auf verschiedenen Ebenen geschaffen werden.
Mehr Informationen und Bildmaterial finden Sie auf:
Ăber klicksafe
klicksafe ist die deutsche Medienkompetenz-Initiative der EuropĂ€ischen Union fĂŒr mehr Sicherheit im Netz. In Deutschland wird klicksafe von der Medienanstalt Rheinland-Pfalz (Koordination) in Kooperation mit der Bundeszentrale fĂŒr Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) umgesetzt. Mit vielfĂ€ltigen Angeboten unterstĂŒtzt klicksafe beim souverĂ€nen und kritischen Umgang mit digitalen Medien. Auf klicksafe.de finden pĂ€dagogische FachkrĂ€fte, Eltern und interessierte Nutzer*innen aktuelle Informationen und Materialien. klicksafe ist politisch und wirtschaftlich unabhĂ€ngig und Mitglied im Verbund "Safer Internet DE" (saferinternet.de). Diesem gehören neben klicksafe als Awareness Centre, die Hotlines internet-beschwerdestelle.de (von eco und FSM) und jugendschutz.net sowie die Helpline Nummer gegen Kummer an.
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