Scorpions, Wind of Change

Scorpions wollen Film „Wind Of Change“ in Kiew zeigen

Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 06:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Scorpions wollen ihren Film über das Ende des Kalten Krieges möglichst auch in der ukrainischen Hauptstadt zeigen. Die Berliner Premiere ist für Ende Januar 2027 geplant.

Scorpions zwischen Kreml und Kiew

  • Die Scorpions spielten vor fast genau 35 Jahren im Kreml mit Michail Gorbatschow einen langen Gedankenaustausch.
  • Der Film zeigt den Weg der Band aus Hannover hinter den Eisernen Vorhang und wird von Alex Ranarivelo inszeniert.
  • Für 2027 hat die Band eine weitere Tournee mit vier Konzerten in Deutschland angekündigt.
Die Scorpions-Friedenshymne «Wind Of Change» mit dem gepfiffenen Intro wurde ein Welterfolg. (Archivbild) - Bild: Moritz Frankenberg/dpa

Scorpions planen Filmvorführung in Kiew

Die Scorpions würden ihren Film „Wind Of Change“ über das Ende des Kalten Krieges gerne auch in Kiew zeigen. Sänger Klaus Meine sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Band fühle sich wegen der russischen Aggression eng mit der Ukraine verbunden.

Die Premiere des Films ist für Ende Januar 2027 in Berlin geplant.

Hoffnung auf eine Rückkehr zum Frieden

„Natürlich wäre es schön, wir haben in der Ukraine viele Konzerte gespielt“, sagte Meine. Die Scorpions seien traurig, dass die Zeit zurückgedreht werde, und hofften, dass sich der Wind bald wieder zum Frieden drehe.

Eine Vorführung in Moskau sei wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine unrealistisch, sagte der 78-Jährige. Die Ballade „Wind of Change“ steht für das Ende des Kalten Krieges.

Von Gorbatschow bis Putin

Der gleichnamige Film zeigt den Weg der Band aus Hannover zum Weltruhm und hinter den Eisernen Vorhang. Schauspieler verkörpern darin die Musiker.

Bandgründer Rudolf Schenker sagte, die Eltern der Musiker seien mit Panzern gekommen, während die Scorpions mit Gitarren Love, Peace und Rock’n’Roll in die Sowjetunion gebracht hätten. Klaus Meine erinnerte sich an Soldaten der Roten Armee, die gemeinsam mit Fans gefeiert hätten.

Erinnerung an die politische Wende

Meine führte das Ende der deutschen Teilung vor allem auf Michail Gorbatschow zurück. Der damalige sowjetische Staatschef habe dafür gesorgt, dass 1989 in der DDR keine Panzer gegen Demonstranten eingesetzt worden seien.

Im Dezember 1991 trafen die Scorpions Gorbatschow im Kreml zu einem langen Gedankenaustausch. Ein solches Treffen mit dem heutigen Kremlchef Wladimir Putin sei undenkbar, sagte Meine.

Film über Musik und deutsche Geschichte

Regisseur des Films ist Alex Ranarivelo. Gitarrist Matthias Jabs sagte, die Band erlebe mit der Verfilmung eine neue Ebene, weil sie ihre Dinge bisher gewohnt gewesen sei, selbst zu machen.

Der Film soll auch in anderen Ländern gezeigt werden. Für Meine erzählt er nicht nur die Geschichte einer Rockband, sondern auch deutsch-deutsche Geschichte und die Hoffnung auf einen neuen Anfang.

Scorpions setzen Tournee fort

Nach mehr als 60 Jahren sieht Bandgründer Schenker kein Ende für die Scorpions. Die Band habe weiterhin Freude daran, ihr Repertoire weltweit zu präsentieren.

Für 2027 kündigten die Niedersachsen eine weitere Tournee mit vier Konzerten in Deutschland an.

Die geplante Vorführung in Kiew verbindet die Filmgeschichte der Scorpions mit der politischen Gegenwart der Ukraine. Die Band wurde durch Auftritte in der Sowjetunion zu einem Symbol für die kulturelle Annäherung zwischen Ost und West; der Song „Wind of Change“ erschien 1990 und wurde international mit dem Ende des Kalten Krieges verbunden.

Der Film erzählt damit nicht nur die Karriere einer deutschen Rockband, sondern berührt auch die Erinnerung an die deutsche Teilung, die Öffnung des Eisernen Vorhangs und die Hoffnungen auf eine dauerhaft friedliche europäische Ordnung. Klaus Meine stellt dieser Erinnerung die russische Aggression gegen die Ukraine gegenüber. Der Wunsch nach einer Vorführung in Kiew erhält dadurch eine aktuelle politische Bedeutung, ohne den Film auf den Krieg zu reduzieren.

Zwischen Erinnerung und Gegenwart

Eine Aufführung in Moskau schließt die Band wegen des Angriffskrieges derzeit aus. Kiew steht dagegen für die Verbundenheit der Scorpions mit ihrem ukrainischen Publikum und für den Versuch, kulturelle Beziehungen trotz des Krieges sichtbar zu halten. Ob und wann eine Vorführung dort möglich wird, hängt von der Sicherheitslage und den Bedingungen vor Ort ab.

Die Berliner Premiere Ende Januar 2027 markiert den ersten festen Termin der internationalen Auswertung. Mit der angekündigten Tournee 2027 wollen die Scorpions zugleich ihre eigene Geschichte weiter auf die Bühne bringen. Für das Publikum dürfte der Film deshalb sowohl als Musikbiografie als auch als Rückblick auf eine Zeit wirken, in der kulturelle Kontakte politische Grenzen überwanden.

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