Bayern, Deutschland

Nach Krebsdiagnose: Gottschalk will Bühnen-Abschied feiern

01.12.2025 - 12:47:48 | dpa.de

Thomas Gottschalk hat eine Entscheidung gefällt: Nach Diskussionen um seine jüngsten Auftritte machte er seine Krebs-Erkrankung öffentlich. Am Samstag will er sich von der Show-Bühne verabschieden.

Thomas Gottschalk wird bei RTL auftreten. (Archivbild) - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
Thomas Gottschalk wird bei RTL auftreten. (Archivbild) - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa

Diese Nachricht macht betroffen: Moderator Thomas Gottschalk hat Krebs. Nach seinen heftig diskutierten Auftritten bei der Bambi-Gala und der Romy-Verleihung machte der 75-Jährige seine Erkrankung nun öffentlich. «Ich glaube, es wird Zeit, dass wir die Karten auf den Tisch legen. Ich habe Krebs», sagte er in einem «Bild»-Interview. Und weiter: «Ich kann nicht mehr auftreten. Ich muss gesund werden.»

Kommendes Wochenende will Gottschalk aber wie geplant mit seinen Co-Stars Günther Jauch und Barbara Schöneberger bei RTL zum letzten Mal eine große Samstagabendshow moderieren. Der Sender teilte mit, das sei Gottschalks ausdrücklicher Wunsch. Er wolle einen bewegenden Abschiedsabend von der großen Showbühne feiern. «Auch Günther Jauch und Barbara Schöneberger unterstützen diesen Weg mit voller Überzeugung und stehen Thomas Gottschalk mit großem Respekt und echter Vorfreude zur Seite», hieß es.

Gottschalks große Bühne war über Jahrzehnte insbesondere das berühmte Sofa der ZDF-Show «Wetten dass..?». Mit seiner schlagfertigen, lockeren Art wurde der Moderator zur TV-Legende. ZDF-Intendant Norbert Himmler sagte zu Gottschalks Krebsdiagnose: «Die Nachricht hat uns sehr betroffen gemacht. Wir wünschen Thomas von Herzen, dass seine Lebensfreude und sein Optimismus ihm dabei helfen, die Krankheit zu besiegen.»

Medikamente mit Nebenwirkungen

Gottschalk-Ehefrau Karina berichtete in dem «Bild»-Interview, ihr Mann habe knapp vier Monate zuvor eine schwere, komplizierte Krebsoperation gehabt. «Die Diagnose war heftig. Epitheloides Angiosarkom. Ein seltener, bösartiger Tumor, der von den Zellen der Blutgefäße ausgeht. Thomas wurde sofort operiert.» Ihr Mann sei noch ein zweites Mal operiert worden und nehme bis heute starke Medikamente.

«Erst bei der Bambi-Verleihung realisierten wir, welche Nebenwirkung diese Medikamente haben», sagte Gottschalks Ehefrau. Er selbst sagte der «Bild» weiter: «Ich war nicht darauf vorbereitet, dass mir jemals so etwas passieren könnte. Mit diesen Tabletten fühle ich mich, als würde ich mit meinem Kopf in einer Waschmaschine stecken. Ich kannte mich so selbst nicht. Inzwischen weiß ich, das sind die Schmerzmittel.»

Reden sorgten für Irritationen

Mit seinen Reden bei der Romy-Gala am Freitagabend sowie gut zwei Wochen zuvor bei der Bambi-Verleihung in München hatte Gottschalk für Irritationen gesorgt. Die sonst so souveräne TV-Legende wirkte angeschlagen, teils fahrig und unkonzentriert. Insbesondere in sozialen Netzwerken ergoss sich Häme.

Warum hatte der kranke Entertainer die Romy-Verleihung nicht abgesagt? Zu «Bild» sagte Gottschalk: «Dann wäre noch mehr Häme über mich hereingebrochen. Außerdem bin ich alte Schule und erfülle meine Verpflichtungen.» Er habe überlegt, die Medikamente vor dem Auftritt wegzulassen, aber das hätten ihm seine Ärzte verboten. «Mein Krebs gilt leider als besonders aggressiv», wurde Gottschalk zitiert.

Über die Reaktionen auf Gottschalks Auftritte sagte seine Frau: «Das war für mich die Hölle, weil ich ja die Wahrheit kenne. Am liebsten hätte ich jeden angeschrien: Nein, es geht uns nicht gut. Vor allem Thomas geht es nicht gut. Er ist schwer krank!»

Von welcher Krebsart ist die Rede?

Beim Epitheloiden Angiosarkom handelt es sich um einen seltenen, bösartigen Tumor, der von den Zellen der Blutgefäße ausgeht. Sarkome umfassen bis zu 100 verschiedene, bösartige Tumoren, wie die Deutsche Sarkom-Stiftung auf ihrer Internetseite erklärt.

Sie machen demnach nur etwa ein Prozent aller Krebserkrankungen aus und werden deshalb oft erst spät erkannt oder falsch diagnostiziert. Die Prognose bei Angiosarkom-Erkrankungen sei «eher ungünstig», heißt es weiter. Einfluss auf die Überlebenschancen nehmen demnach vor allem die Tumorgröße und die Tatsache, wie tief der Tumor eingedrungen ist.

Starke Opioide wie zum Beispiel Morphin oder Fentanyl werden bei starken Krebsschmerzen gegeben. Nebenwirkungen können Benommenheit, Schwindelgefühl und Schläfrigkeit sein.

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