Gesundheit

Vagusnerv: Mit Duft und Atmung in den Ruhemodus

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 08:30 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS

Oy-Mittelberg - Gurgeln, summen, den Hals massieren, kalt duschen oder ein elektrisches Gerät ans Ohr klemmen: Wer in den sozialen Medien nach Möglichkeiten sucht, Stress abzubauen und den Vagusnerv zu "aktivieren", stößt derzeit auf unzählige Tipps. Doch längst nicht alles, was im Netz als "Vagus-Hack" kursiert, ist wissenschaftlich belegt. Die Aromatherapie-Expert*innen von Primavera erklären, was ätherische Öle mit unserem vegetativen Nervensystem zu tun haben und wie sie sich gezielt für entspannende Rituale nutzen lassen.

Vagusnerv: Mit Duft und Atmung in den Ruhemodus - Bild: presseportal.de
Vagusnerv: Mit Duft und Atmung in den Ruhemodus - Bild: presseportal.de

Der zehnte Hirnnerv ist zum Social Media-Star geworden. Als wichtigster Nerv des Parasympathikus ist der Vagus maßgeblich an der Regulation lebenswichtiger Körperfunktionen beteiligt. Außerdem hilft er uns, zu entspannen und zu regenerieren. Forschende des Universitätsklinikums Tübingen weisen allerdings darauf hin, dass bislang zu wenig darüber bekannt ist, wie und wann sich eine Vagusnervstimulation - sei es durch Zungenkreisen, sei es durch spezielle Geräte - einsetzen lässt, um das Wohlbefinden zu verbessern.

Anders sieht es bei kontrollierter Atmung und etablierten Entspannungsverfahren aus: Ihre Wirkung ist gut dokumentiert, ätherische Öle können hier hilfreich eingebunden werden.

Der Vagusnerv: Verbindung von Gehirn und Organen

Warum ist der Vagusnerv in jüngster Zeit so ins Zentrum des Interesses gerückt? Dieser ist der zehnte Hirnnerv, der sich vom Hirnstamm durch den Hals bis in die Brust- und Bauchorgane wie Herz, Lunge, Magen und Darm zieht und alle miteinander verbindet. Dabei funktioniert die Kommunikation in beide Richtungen: Der Vagus übermittelt Informationen aus den Organen an das Gehirn und Signale vom Gehirn zurück in den Körper.

Besonders interessant ist seine Funktion innerhalb des vegetativen Nervensystems. Als Gegenspieler des Sympathikus, der uns in Aktionsmodus versetzt und schnelle Energie bereitstellt, unterstützt der Parasympathikus sämtliche Prozesse, die mit Ruhe, Verdauung und Regeneration verbunden sind. Der Vagus ist dessen wichtigste Nervenverbindung.

Dabei ist die Vorstellung, dass der Vagusnerv einfach wie ein "Aus-Schalter" für Stress betätigt werden kann, nicht korrekt. Denn welche genaue Reaktion vagale Signale auslösen, hängt von der jeweiligen Situation und vom Zustand des Organismus ab. Ziel ist es, das vegetative Nervensystem dabei zu unterstützen, flexibel zwischen Aktivierung und Regeneration zu wechseln.

Was Düfte mit dem vegetativen Nervensystem zu tun haben

Hier kommt die Aromatherapie ins Spiel. Naturreine ätherische Öle stimulieren den Vagusnerv auf vielschichtige Weise: Duftmoleküle gelangen - umgewandelt in elektrische Reize - direkt in die Regionen des Gehirns, die Emotionen, Erinnerungen und Stressverarbeitung steuern. Im Zusammenspiel von bewusster Duftwahrnehmung und langsamer Atmung entsteht ein wohltuendes und wirkungsvolles Entspannungsritual.

Um die Entspannung zu fördern, werden in der Aromatherapie traditionell insbesondere esterreiche ätherische Öle wie Bergamotte, Mandarine, Römische Kamille oder Ylang Ylang zur Entspannung eingesetzt. Auch Lavendel fein nimmt eine besondere Stellung ein: Seine Hauptbestandteile Linalool und Linalylacetat sind wissenschaftlich gut untersucht. Studien zeigen, dass solche Anwendungen mit messbaren Veränderungen im vegetativen Nervensystem einhergehen können.

Lavendel, Bergamotte & Co.: Diese Öle unterstützen entspannende Rituale

"Auch wenn solche Ergebnisse noch kein Beleg für eine direkte positive Vagusnervstimulation durch ätherische Öle sind, spricht vieles dafür, dass bestimmte Düfte Entspannungsprozesse begleiten und die Regulation des autonomen Nervensystems unterstützen können", sagt die Buchautorin und international renommierte Aromatherapie-Expertin Anusati Thumm. Als besonders geeignet empfiehlt sie folgende Öle:

Entscheidend ist die individuelle Duftvorliebe: Ein Duft, der als unangenehm empfunden wird, ist für ein Entspannungsritual wenig geeignet.

Bewusst atmen: der einfachste Impuls für das vegetative Nervensystem

Eine der unkompliziertesten Möglichkeiten, das vegetative Nervensystem positiv zu beeinflussen, ist kontrolliertes, langsames Atmen. Besonders eine verlängerte Ausatmung kann entspannend wirken. Duft und Atmung lassen sich dabei ideal miteinander verbinden. Dazu beispielsweise 1 Tropfen Lavendel fein oder Bergamotte auf ein Duftvlies oder einen Duftstein geben. Bequem hinsetzen und den Duft bewusst wahrnehmen. Langsam durch die Nase einatmen und anschließend etwas länger wieder ausatmen. Dies einige Atemzüge lang wiederholen, ohne die Atmung zu erzwingen.

Ohrmassage (als Selbst- oder Partnermassage)

1 bis 2 Tropfen Lavendel in 5 ml Mandelöl oder

1 Tropfen Benzoe und 1 Tropfen Mandarine rot in 5 ml Mandelöl geben.

Das Öl zwischen den Fingern verreiben und auf das ganze Ohr und hinter dem Ohr auftragen. Hinter den Ohren entlang des Schädelknochens von unten nach oben massieren. Anschließend die Ohrläppchen von innen nach außen ziehen. Für den oberen Teil die Daumen in die Ohren setzen, Zeige- und Mittelfinger nach hinten ausstreichen. Beim unteren Teil der Ohren die Daumen hinter den Ohren halten und die Ohren gleichmäßig ausziehen. Zum Abschluss sanft über die Lymphe vom Ohr zum Schlüsselbein hinunter massieren. Jeden Schritt 3mal hintereinander ausführen.

Duftende Abendroutine

Einige Tropfen einer entspannenden Duftmischung in einen Vernebler geben und mit einer festen Abendroutine verbinden. Wiederkehrende Abläufe helfen Körper und Geist dabei, vom aktiven Tag in eine ruhigere Phase zu wechseln.

Duftanker für unterwegs

Einen Aroma-Roll-On oder ein Duftvlies mit entsprechenden ätherischen Ölen nutzen, den Duft für einige Sekunden bewusst wahrnehmen und mit drei bis fünf langsamen Atemzügen verbinden. So entsteht eine kurze Pause, die sich auch in einen hektischen Arbeitstag integrieren lässt.

Quellen:

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Pioniergeist, ökologisches Denken und die Verantwortung für Mensch und Natur prägen seit 1986 das Geschäftskonzept von PRIMAVERA LIFE. Das Unternehmen feiert dieses Jahr sein 40jähriges Jubiläum.

Als Wegbereiter und führender Hersteller und Anbieter von naturreinen ätherischen Ölen und hochwertiger zertifizierter Naturkosmetik stellt PRIMAVERA höchste Ansprüche an die Qualität und Reinheit aller verwendeten Rohstoffe, die überwiegend aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Dazu kooperiert das Unternehmen direkt mit derzeit 13 Bio-Anbaupartner*innen weltweit. In der AKADAMIE teilt PRIMAVERA außerdem sein fundiertes Erfahrungswissen mit Therapeut*innen, Fachkräften, Expert*innen und Freund*innen. Das PRIMAVERA-Sortiment umfasst rund 430 Gesundheits- und Wohlfühlprodukte, die das Unternehmen im Fachhandel, Apotheken, Kosmetikinstituten, in den eigenen Duft- und Naturkosmetikshops im Allgäu und in Berlin sowie im Onlineshop anbietet. Weitere Informationen unter www.primaveralife.com

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