Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein

Toter Wal vor dÀnischer Insel Anholt entdeckt

15.05.2026 - 06:50:44 | dpa.de

Vor der KĂŒste der dĂ€nischen Insel Anholt treibt ein toter Wal im Meer. Einem Experten zufolge handelt es sich um einen Buckelwal. Was ist bislang bekannt?

  • Vor Anholt wurde ein toter Wal gefunden. (Archivbild) - Foto: Sebastian Peters/NEWS5/dpa
    Vor Anholt wurde ein toter Wal gefunden. (Archivbild) - Foto: Sebastian Peters/NEWS5/dpa
  • Der Wal wurde in einem gefluteten Lastschiff Richtung Nordsee gebracht. (Archivbild)  - Foto: Philip Dulian/dpa
    Der Wal wurde in einem gefluteten Lastschiff Richtung Nordsee gebracht. (Archivbild) - Foto: Philip Dulian/dpa
Vor Anholt wurde ein toter Wal gefunden. (Archivbild) - Foto: Sebastian Peters/NEWS5/dpa Der Wal wurde in einem gefluteten Lastschiff Richtung Nordsee gebracht. (Archivbild)  - Foto: Philip Dulian/dpa

Vor der dĂ€nischen Insel Anholt ist ein toter Wal entdeckt worden. Das Tier liege etwa 75 Meter vor der KĂŒste und sei vermutlich bereits seit einiger Zeit tot, berichtete die Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf die Umweltbehörde MiljĂžstyrelsen. Unklar war zunĂ€chst, ob es sich um den Wal handelt, der Ende MĂ€rz erstmals vor Timmendorfer Strand gestrandet war und rund einen Monat spĂ€ter in den Skagerrak (Nordsee) transportiert worden war.

Nach EinschĂ€tzung eines örtlichen Naturaufsehers handelt es sich vermutlich um einen Buckelwal. Das Tier sei schĂ€tzungsweise 10 bis 15 Meter lang, sagte er dem Sender TV 2 Østjylland. Derzeit gebe es keine PlĂ€ne, den Wal zu bergen. Das könne sich Ă€ndern, falls der Kadaver nĂ€her an die KĂŒste treibe, hieß es weiter. 

Drama um Walrettung

Der vor der deutschen KĂŒste gestrandete Wal hatte wochenlang Schlagzeilen gemacht. Das bislang letzte Kapitel der Saga war ein tagelanger Transport einer privaten Rettungsinitiative in die Nordsee. Wie genau diese endete, war aber bis zuletzt unklar. 

Auch rund zwei Wochen nach dem Aussetzen gibt es bislang keine bekannten Daten dazu, wo das Tier ist. Ein GPS-Sender liefere weiterhin keinerlei Signale zur Ortung, hieß es jĂŒngst von der Privatinitiative zum Transport des Wals. Es gebe ĂŒberhaupt keine Daten mehr. Experten von Tierschutzorganisationen hatten die langfristigen Überlebenschancen des Wals ĂŒbereinstimmend als sehr gering eingeschĂ€tzt.

Vor dem Freisetzen des Buckelwals am 2. Mai soll nach Angaben der Initiative ein GPS-Sender an der RĂŒckenfinne angebracht worden sein, der stetig Ortsdaten liefern sollte. Ob dies tatsĂ€chlich erfolgte, ließ sich nicht durch unabhĂ€ngige Quellen verifizieren.

Der Bulle war Anfang MĂ€rz erstmals in der Ostsee gesehen worden. In den etwa 60 Tagen bis zum Transport lag er rund zwei Drittel der Zeit in Flachwasserzonen. Mit einem Lastkahn wurde er von der Insel Poel aus in die Nordsee gebracht.

Gewebeprobe soll entnommen werden 

Fotos oder Videos vom Freisetzen existieren nach Aussage der Initiative nicht. Unklar blieb auch, in welchem Zustand das geschwÀchte und vom Hin und Her im Kahn verletzte Tier zu diesem Zeitpunkt war. 

Im Laufe des Tages soll laut dÀnischen Medien eine Gewebeprobe von dem toten Tier entnommen werden. Den Angaben nach wird darauf gewartet, dass Niedrigwasser dies zulÀsst. 

Um festzustellen, ob es sich bei dem in DĂ€nemark gefundenen Kadaver um den zuvor in Deutschland gestrandeten Wal handelt, könnten theoretisch auch Fotos helfen: Nach Angaben der Initiative wurde ein Foto von der Fluke - der großen Schwanzflosse des Tieres - gemacht, das als Foto-ID in entsprechende Datenbanken einfließen soll. Auch fĂŒr diese Information gab es allerdings keine BestĂ€tigung durch unabhĂ€ngige Quellen.

Neben einem Foto von der Fluken-Unterseite können der Tierschutzorganisation WDC zufolge auch auffĂ€llige Merkmale wie ein Narbenmuster auf der Haut zur Wiedererkennung eines Wals dienen. Der Poeler Wal gehöre zur Population der nordatlantischen Buckelwale. «Jedes Forschungsteam, das mit dieser Population arbeitet, fotografiert die Individuen», hieß es. Über die Jahre seien Tausende ID-Fotos zusammengetragen worden.

Mehrfach gestrandet

Der Buckelwal war nach Angaben der Behörden zunĂ€chst im Hafen von Wismar aufgetaucht. In der Nacht zum 23. MĂ€rz strandete er auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein. Dem Tier gelang es, das flache Wasser ĂŒber eine ausgehobene Rinne zu verlassen. Danach nahm es aber nicht Kurs aufs offene Meer und Richtung Norden, sondern schwamm wieder Richtung Wismar. Schließlich schwamm es in die Kirchsee genannte flache Bucht der Insel Poel. Dort strandete es erneut, schwamm sich zwischenzeitlich frei, lag aber weniger Stunden spĂ€ter am Ausgang der Bucht wieder fest.

Mecklenburg-Vorpommers Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte Mitte April entschieden, eine private Rettungsinitiative zu dulden. Sie wurde von Mediamarkt-GrĂŒnder Walter Gunz und der Unternehmerin Karin Walter-Mommert finanziert. Die Initiative hatte zuletzt den Lastkahn, eine sogenannte Barge, herangeschafft, um den Wal damit zurĂŒck in die Freiheit zu bringen. Dies ist nun gescheitert.

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