WDR trauert um Albrecht Reinhardt
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 14:06 Uhr | presseportal, AD HOC NEWSIngmar Cario, WDR-Programmdirektor Information, Fiktion und Unterhaltung: „Albrecht Reinhardt hat über eine lange Zeit die Auslandsberichterstattung des WDR geprägt, als Leiter der Auslandsabteilung, stellvertretender Chefredakteur, Korrespondent in Moskau, Warschau und Nairobi. Mit seinen herausragenden Kenntnissen und seiner zugewandten Art war er als Journalist und Führungskraft Vorbild für viele Kolleginnen und Kollegen im Haus. Seiner Familie gilt unser Mitgefühl."
Albrecht Reinhardt berichtete über die Umbrüche in Osteuropa, über Kriege und Krisen in Afrika und über die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Russland. Neben der aktuellen Berichterstattung waren es vor allem Reportagen über Land und Leute, die ihn interessierten. Reinhardt war ein Journalist, der auch die eigene Arbeit kritisch hinterfragte. Während des Kosovokrieges 1999 setzte er sich öffentlich mit der Kriegsberichterstattung auseinander. Er kritisierte die Informationspolitik der Bundesregierung und warnte davor, militärische Sprachregelungen unkritisch zu übernehmen. Dass kritische Fragen an die eigene Regierung als Parteinahme für den Kriegsgegner verstanden wurden, hielt er für eine gefährliche Entwicklung.
Nach seinem Geschichtsstudium in Köln und Bonn kam Reinhardt Mitte der 1970er-Jahre zum WDR. Er arbeitete zunächst im Landesprogramm und für das politische Fernsehmagazin Monitor. Im August 1994 übernahm er die Leitung der Programmgruppe Aktuell (Fernsehen) beim WDR. Zu seinem Verantwortungsbereich gehörte unter anderem die Kölner Tagesschau-Redaktion. 1997 wurde er stellvertretender Chefredakteur und Leiter der Programmgruppe Ausland. Mehrere Jahre moderierte er auch den Weltspiegel.
2002 ging Reinhardt noch einmal als Korrespondent nach Moskau und übernahm dort die Leitung des ARD-Studios. Bis zu seinem Ruhestand 2007 berichtete er aus Russland und den ehemaligen Sowjetrepubliken. Zu seinen letzten größeren Arbeiten gehörte die zweiteilige Reisereportage „Auf der Transsib – Von Moskau nach Peking“.
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