Weltspartag: Junge Menschen wollen ihre Finanzen im Griff haben, fühlen sich aber oft nicht sicher
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 10:09 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS"Ob Miete, Einkaufen oder die eigene Vorsorge: Finanzfragen gehören für junge Menschen ganz selbstverständlich zum Alltag. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass ihnen häufig die Sicherheit fehlt, gute finanzielle Entscheidungen zu treffen. Finanzbildung muss deshalb dort ansetzen, wo konkrete Fragen im Alltag entstehen: verständlich, niedrigschwellig und lebensnah", sagt Marija Kolak, Präsidentin des BVR.
Sparen steht bei jungen Menschen ganz oben
Gerade zum Weltspartag zeigt die Befragung die hohe Relevanz des Sparens. 71 Prozent der 18- bis 30-Jährigen beschäftigen sich aktuell mit dem Thema Sparen. An zweiter Stelle steht für die Befragten der Umgang mit laufenden Ausgaben und Budget (55 Prozent). Mit dem Investieren, etwa in Aktien oder ETFs, setzen sich 43 Prozent auseinander. Den Aspekt Altersvorsorge nehmen nur 23 Prozent momentan in den Blick.
Der Wunsch nach Unterstützung ist groß. 58 Prozent der Befragten begrüßen leicht verständliche Unterstützung bei Finanzthemen. Mehr als jeder Zweite, 54 Prozent, hat Angst, bei Finanzentscheidungen Fehler zu machen. Bei jungen Frauen trifft dies auf 59 Prozent zu, bei jungen Männern auf 49 Prozent. 46 Prozent empfinden Finanzthemen häufig als kompliziert, 44 Prozent fühlen sich davon häufig überfordert.
Finanzwissen wird zunehmend digital gesucht
Die Befragung macht zugleich deutlich, wie vielfältig die Informationswege junger Menschen inzwischen sind. 42 Prozent informieren sich über Finanzthemen in sozialen Medien wie Instagram oder TikTok, jeweils 41 Prozent über YouTube beziehungsweise Podcasts und über Suchmaschinen. Bereits 34 Prozent greifen auf KI-Tools wie ChatGPT zurück. Banken beziehungsweise Bankberatung werden von 27 Prozent als Informationsquelle genutzt. Schule, Ausbildung oder Studium nennen dagegen lediglich 9 Prozent.
Auffällig ist dabei die Diskrepanz zwischen Nutzung und Vertrauen. Banken und Bankberatung genießen mit 62 Prozent ebenso wie Familie, Freunde und Bekannte (62 Prozent) das höchste Vertrauen unter den abgefragten Informationsquellen. Social Media erreicht trotz der hohen Nutzung hingegen lediglich einen Vertrauenswert von 30 Prozent. Schule, Ausbildung und Studium kommen auf 49 Prozent.
"Finanzwissen wird heute über viele verschiedene Kanäle gesucht, von Familie und Freunden über Social Media bis hin zu KI. Umso wichtiger ist es, jungen Menschen über sämtliche Kanäle verlässliche und verständliche Angebote zur Verfügung zu stellen und Finanzkompetenz frühzeitig zu stärken. Wer finanzielle Zusammenhänge versteht, kann eigenständiger und fundierter entscheiden", so Kolak.
Besonders gefragt: Unterstützung in neuen Lebensphasen
Finanzbildung wird für junge Erwachsene insbesondere dann relevant, wenn sich ihre Lebenssituation verändert. 37 Prozent wünschen sich Unterstützung beim ersten eigenen Job beziehungsweise beim ersten Einkommen. Jeweils 34 Prozent nennen die erste Geldanlage sowie den Auszug oder die erste eigene Wohnung. Bei der Steuererklärung wünschen sich 32 Prozent Hilfe, beim Sparen auf ein konkretes Ziel 30 Prozent.
Oft scheitert die Auseinandersetzung mit Finanzbildung schon an ganz praktischen Dingen: 38 Prozent nennen zu wenig Zeit, 37 Prozent zu komplizierte Inhalte. Auch Glaubwürdigkeit spielt eine Rolle: 31 Prozent könnte Misstrauen gegenüber dem Anbieter von der Nutzung eines Finanzbildungsangebots abhalten, 28 Prozent die Sorge vor Verkaufsdruck oder versteckter Werbung.
Die Ergebnisse unterstreichen, dass Finanzbildungsangebote vor allem verständlich, alltagsnah, glaubwürdig und leicht zugänglich sein müssen.
Genossenschaftliche FinanzGruppe engagiert sich breit für Finanzbildung
Die Volksbanken und Raiffeisenbanken engagieren sich seit vielen Jahren gemeinsam mit Schulen und weiteren Partnern für Finanzbildung vor Ort. Das Spektrum reicht von Unterrichtsstunden - beispielsweise zum Sparen oder zum verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Budget - über unternehmerische Praxisangebote wie Schülergenossenschaften bis hin zu Angeboten der Berufsorientierung, etwa Bewerbungstrainings. Einen bundesweiten Überblick über dieses dezentrale Engagement bietet das Schulserviceportal www.jugend-und-finanzen.de der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Dort finden Lehrkräfte pädagogisch-didaktisch aufbereitete Unterrichtsmaterialien für unterschiedliche Schulstufen sowie Erklärvideos und den Kinder-Finanzpodcast "Alles über Knete". Zugleich macht eine deutschlandweite Übersicht mehrere hundert Finanzbildungsprojekte der Genossenschaftsbanken vor Ort sichtbar.
Neue Impulse kommen zugleich von Neonblau, der NextGen Consultancy der genossenschaftlichen FinanzGruppe. Im Neonblau-Team Finanzbildung arbeiten junge Menschen der Generation Z aktuell daran, neue digitale Angebote zu entwickeln, mit denen Finanzwissen im Alltag kurzweilig, spielerisch und beiläufig vermittelt wird.
Zur Umfrage
Die repräsentative Befragung wurde von der Marketing Automation Intelligence GmbH (MAI Group) im Auftrag des BVR umgesetzt. Die Datenerhebung erfolgte im September 2026 als Online-Befragung (CAWI) über das Panel des Marktforschungsinstituts moweb. Befragt wurden Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren in Deutschland. Dabei gingen 2.013 vollständige Interviews in die Auswertung ein. Die Stichprobe wurde nach Geschlecht, Alter, Bundesland und Ortsgröße quotiert; die Ergebnisse wurden nach Geschlecht, Alter und Bundesland auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) gewichtet.
Zwei Pressegrafiken stehen im Pressebildbereich von www.bvr.de zum Download bereit. Für einen ausführlichen Einblick in die Umfrageergebnisse stellen wir eine Ergebnispräsentation zur Verfügung.
Pressekontakt:
Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)
Melanie Schmergal, Abteilungsleiterin Kommunikation und
Öffentlichkeitsarbeit / Pressesprecherin
Telefon: (030) 20 21-13 00, presse@bvr.de, www.bvr.de
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