Ausweispflicht, FreibÀdern

Ausweispflicht in Berliner FreibÀdern bleibt

18.04.2024 - 14:49:07 | dpa.de

Aggressive und renitente junge MĂ€nner und Jugendliche machen es manchen Berliner FreibĂ€dern schwer. Die Politik will mit vielen Maßnahmen dagegen vorgehen. Die Wirksamkeit ist umstritten.

Sicherheitsmaßnahme: Ein Polizeifahrzeug steht im vergangenen Sommer vor einem Freibad in Berlin-Neukölln. - Foto: Paul Zinken/dpa

Die umstrittene Ausweispflicht in Berliner FreibĂ€dern, die vergangenes Jahr wegen Tumulten renitenter Jugendlicher eingefĂŒhrt wurde, soll auch diesen Sommer angewendet werden. FĂŒr den Einlass in die SommerbĂ€der mĂŒssen BadegĂ€ste Personalausweis, FĂŒhrerschein oder einen anderen Ausweis vorzeigen. Das teilten die BĂ€der-Betriebe am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur mit. Zudem soll es einen Versuch mit einer neuen Hilferuf-App geben, mit der BadegĂ€ste im Hochsommer in Neukölln und Pankow Wachleute alarmieren können. Die App soll dazu beitragen, das SicherheitsgefĂŒhl zu verbessern. «Tagesspiegel» und «Berliner Morgenpost» hatten zuvor berichtet. 

Obwohl es Kritik an der Ausweispflicht gab, ist die Beibehaltung nicht ĂŒberraschend. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hatte bereits im Herbst 2023 von einem Maßnahmenkatalog mit insgesamt 40 Punkten gesprochen, von denen erst ein Teil umgesetzt sei, und angekĂŒndigt, das werde auch 2024 «selbstverstĂ€ndlich weitergefĂŒhrt». Am 6. Mai wollen die BĂ€der und Spranger alle Maßnahmen der Öffentlichkeit vorstellen.

Polizei und Videokameras

Tumulte kamen in den vergangenen Sommern vor allem im Neuköllner Bad, in Pankow und Schöneberg vor. Neu eingefĂŒhrt wurden Videokameras an den EingĂ€ngen einiger BĂ€der, die auch erhalten bleiben. Außerdem standen oft Polizeiwagen demonstrativ vor den Toren. Taschenkontrollen und Hausverbote gegen Störer gab es schon in den Jahren zuvor.

In ihrer Ausschreibung fĂŒr die App stellen die BĂ€der-Betreiber fest: «Durch das Aufeinandertreffen der verschiedensten BadegĂ€ste in den BĂ€dern der BBB können kritische und sicherheitsrelevante Situationen entstehen. Um das SicherheitsgefĂŒhl in den BĂ€dern zu verbessern, möchten die BBB eine Hilferuf-App einsetzen.» 

Bisher sei bei einem Notfall die einzige Option gewesen, die Polizei anzurufen oder die Wachleute zu benachrichtigen. Allerdings seien die GelĂ€nde der FreibĂ€der oft so groß und unĂŒbersichtlich, dass Hilfe zu spĂ€t komme. Mit der App solle mit einem Klick ein Alarm an das Sicherheitspersonal vor Ort geschickt werden können. «Mittels Ortungstechnik soll der Sicherheitsdienst zum genauen Standort geleitet werden, um schnell zu helfen.» 

Die beiden FreibÀder in Neukölln und Pankow, in denen die App in den Sommermonaten von den BadegÀsten genutzt werden soll, waren diejenigen mit den meisten problematischen VorfÀllen.

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