Ama Dablam, Nepal

Ama Dablam: Deutscher stürzt 1.500 Meter in den Tod

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 15:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der 57-Jährige war nach dem Gipfelerfolg mit seiner Gruppe auf dem Abstieg, als er aus einem Hochlager verschwand. Rettungskräfte bargen seine Leiche und brachten sie zur Obduktion nach Kathmandu.

Die letzten Stationen der Tour

  • Der deutsche Bergsteiger erreichte am Sonntag den 6.814 Meter hohen Ama Dablam.
  • Der Unfall ereignete sich am Montagmorgen beim Abstieg in einem Camp auf etwa 6.100 Metern Höhe.
  • Die Leiche wurde nach der Bergung per Hubschrauber nach Kathmandu gebracht.
Wanderer gehen am Thorong La Pass in der Annapurna-Region. (Illustration) - Bild: Elisa Schu/dpa

Tödlicher Absturz am Ama Dablam in Nepal

Ein 57-jähriger Deutscher ist während einer Klettertour im Himalaya etwa 1.500 Meter tief abgestürzt und gestorben. Das Unglück ereignete sich am Montagmorgen beim Abstieg vom 6.814 Meter hohen Ama Dablam im Nordosten Nepals.

Bergführer kehrte zum Camp zurück

Die Gruppe hatte den Gipfel am Sonntag erreicht und war anschließend auf dem Weg nach unten. In einem Camp auf etwa 6.100 Metern Höhe soll ein nepalesischer Bergführer dem Deutschen zunächst gesagt haben, er solle sein Zelt nicht verlassen, bevor das eisige Gelände gesichert sei.

Als der Bergführer zurückkam, war der Mann verschwunden. Das Wetter sei gut gewesen, sagte Gokul Thapa, Leiter des Trekking-Unternehmens Real Himalaya, der Deutschen Presse-Agentur.

Leiche nach Kathmandu gebracht

Nach einer Suchaktion wurde die Leiche gefunden und geborgen. Ein Hubschrauber brachte den Toten nach Kathmandu, wo er zur Obduktion in ein Krankenhaus gebracht wurde.

Ama Dablam nahe dem Mount Everest

Der Ama Dablam liegt rund 20 Kilometer vom Mount Everest entfernt in der Khumbu-Region. Der höchste Berg der Erde erreicht eine Höhe von 8.849 Metern.

In Nepal waren am Freitag zudem zwei japanische Bergsteiger tot aufgefunden worden, die seit dem 15. Oktober vermisst worden waren. Ein Suchtrupp entdeckte ihre Leichen am 7.140 Meter hohen Gangapurna West in der Annapurna-Region nahe der Grenze zu Tibet.

Der Ama Dablam gehört zu den markanten Gipfeln der Khumbu-Region und liegt nahe der viel begangenen Routen zum Mount Everest. Mit 6.814 Metern ist er deutlich niedriger als der Everest, stellt Kletterer durch steile Eis- und Felspassagen sowie die große Höhe jedoch vor erhebliche alpine Risiken.

Der Unfall ereignete sich beim Abstieg aus einem Hochlager in etwa 6.100 Metern Höhe. In dieser Zone können Orientierung, Reaktionsfähigkeit und körperliche Belastbarkeit durch die dünne Luft stark eingeschränkt sein. Auch bei gutem Wetter bleibt das Gelände wegen Eis, Absturzgefahr und schwieriger Bergung lebensgefährlich.

Hohe Risiken im Himalaya

Der Fall zeigt zudem, dass Unfälle nicht nur während des Gipfelaufstiegs geschehen. Der Abstieg gilt häufig als besonders fordernde Phase, weil Erschöpfung zunimmt und die Konzentration nach dem Gipfelerfolg nachlassen kann. Für Angehörige und Veranstalter stehen nun die Identifizierung des Toten und die Abwicklung der Rückführung im Mittelpunkt.

Der Tod reiht sich in eine Woche mit weiteren tödlichen Bergunfällen in Nepal ein. Zwei japanische Bergsteiger waren am Freitag nach längerer Vermisstensuche in der Annapurna-Region gefunden worden. Für die Bergsteigersaison verdeutlichen die Ereignisse die Bedeutung professioneller Führung, gesicherter Hochlager und sorgfältiger Entscheidungen beim Abstieg.

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