Art Cologne, Wolfram Weimer

Art Cologne: Weimer plant mehr Bundesunterstützung ab 2027

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 14:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer kündigt für das 60-jährige Bestehen der Art Cologne 2027 eine vertiefte Unterstützung des Bundes an. Die Messe setzt zugleich auf internationale Aussteller, junge Käufer und eine Verbindung zur Kölner Museumsnacht.

Aussteller und geplante Bundesunterstützung

  • Wolfram Weimer will die Art Cologne zu ihrem 60-jährigen Bestehen 2027 stärker unterstützen.
  • Die Messe versammelt bis Sonntag 164 Galerien und Kunsthändler aus 22 Ländern in Köln.
  • Daniel Hug bewertet den Kunstmarkt vorsichtig zuversichtlich und sieht regionale Bindung als wichtigen Faktor.
  • Weimer will die Art Cologne stärken. - Bild: Oliver Berg/dpa
  • Bezogen auf den Kunstmarkt setzt Weimer Hoffnungen auf die Gen Z. - Bild: Oliver Berg/dpa
  • Bis zum Sonntag stellen 164 Galerien und Kunsthändler auf der Messe aus. - Bild: Oliver Berg/dpa
Weimer will die Art Cologne stärken. - Bild: Oliver Berg/dpa Bezogen auf den Kunstmarkt setzt Weimer Hoffnungen auf die Gen Z.  - Bild: Oliver Berg/dpa Bis zum Sonntag stellen 164 Galerien und Kunsthändler auf der Messe aus. - Bild: Oliver Berg/dpa

Bund plant stärkere Unterstützung für Art Cologne

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer will die Art Cologne stärken und die Unterstützung des Bundes zum 60-jährigen Bestehen der Messe 2027 erweitern und vertiefen. Bei der bis Sonntag laufenden Ausgabe präsentieren 164 Galerien und Kunsthändler aus 22 Ländern in Köln Werke im Wert von einigen tausend Euro bis zu Millionenbeträgen.

Bund prüft Kongress mit Kunst und Politik

Weimer sagte zur Eröffnung, der Bund habe ein Interesse daran, dass die älteste Kunstmesse der Welt wachse und eine größere Strahlkraft entfalte. Galeristen und Künstler nähmen die Messe als Verdichtungsort ihres Schaffens und ihrer Leidenschaft an.

Konkrete Einzelheiten der erweiterten Unterstützung stehen noch nicht fest. Vorstellbar sei etwa ein Kongress, der Begegnungen von Kunst und Politik ermögliche, sagte Weimer auf dpa-Nachfrage.

Daniel Hug bewertet Markt vorsichtig zuversichtlich

Art-Cologne-Direktor Daniel Hug blickt nach eigenen Angaben vorsichtig zuversichtlich auf den Kunstmarkt. Er sagte, der Markt habe sich in weiten Teilen konsolidiert, auch wenn Herausforderungen blieben.

Als zunehmend wichtig bezeichnete Hug regionale Beziehungen bei Kunstmessen weltweit. Internationale Offenheit und regionale Verankerung seien für ihn kein Gegensatz; gerade in Köln gehöre beides zusammen.

Hoffnung auf jüngere Käufer

Nach Hugs Einschätzung ist der deutsche Kunstmarkt stärker von einer breiten Mittelschicht von Kunstsammlern geprägt als der US-amerikanische Markt von reichen Spekulanten. In Deutschland werde weiterhin aus Liebe gekauft, sagte er.

Weimer bezeichnete die Gen Z als perspektivische Hoffnung für den Kunstmarkt. In den USA sei diese Generation innerhalb ihrer Altersgruppe bereits besonders aktiv; daraus ergebe sich auch in Deutschland eine Chance für künftige Käufer.

Art Cologne kooperiert mit Museumsnacht

Die Art Cologne arbeitet in diesem Jahr mit der Kölner Museumsnacht zusammen. Besucher der Messe können am Samstag 13 teilnehmende Museen besuchen; umgekehrt erhalten Ticketinhaber der Museumsnacht Zugang zur Art Cologne.

Die Art Cologne zählt zu den traditionsreichsten Plattformen für moderne und zeitgenössische Kunst. Ihre Bedeutung reicht über den Verkauf einzelner Werke hinaus: Galerien nutzen die Messe, um Künstler zu präsentieren, Sammler zu erreichen und internationale Kontakte zu pflegen.

Die von Wolfram Weimer angekündigte stärkere Unterstützung des Bundes würde die Messe institutionell aufwerten. Konkrete Maßnahmen stehen noch nicht fest. Ein Kongress mit Begegnungen zwischen Kunst und Politik könnte jedoch den Austausch über Kulturförderung, Marktbedingungen und die Rolle von Galerien bündeln.

Markt zwischen Internationalität und regionaler Bindung

Die aktuelle Ausgabe zeigt die Verbindung von globalem Kunsthandel und regionaler Verankerung. 164 Aussteller aus 22 Ländern treffen in Köln auf Sammler, Fachleute und ein kunstinteressiertes Publikum. Das Spektrum reicht von erschwinglicheren Angeboten bis zu Werken im Millionenbereich.

Für die Branche bleibt entscheidend, neue Käufergruppen zu gewinnen. Die Aufmerksamkeit für jüngere Sammler und die Gen Z verweist auf einen langfristigen Wandel: Kunstmessen müssen neben etablierten Sammlern auch ein Publikum ansprechen, das andere Zugänge, Budgets und digitale Gewohnheiten mitbringt.

Kooperationen erweitern das Publikum

Die Zusammenarbeit mit der Kölner Museumsnacht setzt auf zusätzliche Besucher und verbindet den Messebesuch mit Museumsangeboten. Solche Kooperationen können die Schwelle für Menschen senken, die den Kunsthandel bisher kaum kennen.

Für Köln und Nordrhein-Westfalen stärkt die Messe damit zugleich die Sichtbarkeit als Kunststandort. Ob die angekündigte Bundesförderung dauerhaft wächst, hängt von den Gesprächen zwischen Bund, Messe, Galerien und weiteren Beteiligten ab.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

WDR 5: „Die Bedeutung der Art Cologne für den Kunstmarkt“ (05.11.2026)

Der Beitrag ordne die Art Cologne als traditionsreiche Messe und ihre Bedeutung für den heutigen Kunstmarkt ein. Im Mittelpunkt stehe ein Gespräch mit Nadine Oberste-Hetbleck vom Zentralarchiv für deutsche und internationale Kunstmarktforschung; die konkrete Ausgestaltung der angekündigten Bundesunterstützung bleibe dabei offen.

Der WDR-Beitrag ergänze damit die Meldung um die kunstmarktbezogene Perspektive. Die dpa-Meldung stelle dagegen vor allem Weimers Förderankündigung, die Ausstellerzahl und die Einschätzung des Messeleiters zum Markt heraus.

Übergreifend verbindet beide Beiträge die Frage, welche Rolle die Art Cologne im heutigen Kunstmarkt spielt. Während die dpa-Meldung die politischen und wirtschaftlichen Erwartungen der Messe beleuchtet, konzentriert sich der WDR auf ihre Einordnung als Marktinstitution.

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