Waldbrand, Gohrischheide

Waldbrand in Gohrischheide «eskaliert» - Evakuierungen

03.07.2025 - 00:35:14 | dpa.de

Auf dem frĂŒheren TruppenĂŒbungsgelĂ€nde brennt es erneut - inzwischen auf der kompletten FlĂ€che. Zwei FeuerwehrkrĂ€fte erleiden schwere Verletzungen. Zwei Ortsteile werden evakuiert.

Die Feuerwehr bekÀmpft den Brand den dritten Tag in Folge. - Foto: Daniel Wagner/dpa

Der Waldbrand in der Gohrischheide, einem frĂŒheren TruppenĂŒbungsplatz in Sachsen, hat sich deutlich ausgedehnt. Mehr als 200 EinsatzkrĂ€fte bekĂ€mpfen die Flammen, die nun das benachbarte Brandenburg erreicht haben. Der Löscheinsatz lĂ€uft den dritten Tag in Folge. Dutzende Anwohner mussten in Sicherheit gebracht werden.

Am Mittwochabend wurde zunĂ€chst der Ort HeidehĂ€user mit einem Wohnheim fĂŒr Schwerbehinderte evakuiert, wie Raiko Riedel von der Feuerwehr Zeithain mitteilte. Einige Stunden spĂ€ter wurde in der WarnApp Nina mitgeteilt, dass auch Einwohner vom benachbarten Ort Lichtensee sofort die GebĂ€ude verlassen sollen - zur eigenen Sicherheit. Es solle nur das Notwendigste mitgenommen werden. Doch kurz vor Mitternacht gab es dann fĂŒr diesen Ortsteil Entwarnung.

BrandflÀche verzehnfacht

Die Brandausdehnung habe sich seit dem Mittag mehr als verzehnfacht, sagte Riedel, der stellvertretender Gemeindewehrleiter in Zeithain ist. Inzwischen seien mindestens 600 Hektar FlĂ€che von dem Feuer betroffen. Der Landkreis Meißen teilte am spĂ€ten Abend mit, es seien mehr als 200 EinsatzkrĂ€fte aktiv - an verschiedenen Brandherden.

«Das Feuer bewegt sich Richtung Norden, Richtung Brandenburg», sagte Riedel am Abend. Die trockene Vegetation begĂŒnstige eine rasche Ausbreitung, hinzu komme ein leichter Wind. Unter anderem musste auch eine Biogasanlage bei Lichtensee vor dem Feuer geschĂŒtzt werden.

Es gelte nun die Großgefahrenlage, so Riedel, damit sei das Landratsamt fĂŒr den Einsatz zustĂ€ndig. «Gemeinsam mit der Landespolizei Sachsen wird aktuell auch unter Beachtung der vorliegenden Kampfmittelbelastung des Bodens im Brandgebiet der Einsatz aus der Luft mittels Löschhubschraubern geprĂŒft», hieß es am spĂ€ten Abend aus dem Landratsamt.

Hilfe aus Brandenburg - zwei Verletzte bei der Feuerwehr

«Der Brand ist eskaliert», sagte Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel. Es brenne auf der kompletten FlĂ€che der Heide. EinsatzkrĂ€fte aus Brandenburg stĂŒnden an der Landesgrenze bereit.

Zuvor hatte Brandenburgs Innenminister RenĂ© Wilke (parteilos, fĂŒr SPD) mitgeteilt, die LĂ€ndergrenze zu Brandenburg sei durch das Feuer ĂŒberschritten. Eine Feuerwehrfrau und ein Feuerwehrmann hĂ€tten Verbrennungen im Einsatz erlitten und seien schwer verletzt worden. 65 EinsatzkrĂ€fte aus Brandenburg seien im Einsatz.

Evakuierungen

Die benachbarten Ortschaften HeidehĂ€user und Lichtensee sind Ortsteile der sĂ€chsischen Gemeinde WĂŒlknitz im Landkreis Meißen. In HeidehĂ€user mussten rund 100 Menschen ihre Domizile verlassen, unter ihnen etwa 45 Heimbewohner, wie Riedel sagte. Am Abend war die Evakuierung abgeschlossen. 

Die Menschen in den evakuierten Ortsteilen wurden aufgefordert, nur das Notwendigste mitzunehmen, insbesondere Ausweise und Bargeld. Weiter hieß es in der Warn-Mitteilung: «Bedecken Sie Mund und Nase mit einem improvisierten Atemschutz (Stofftuch, KleidungsstĂŒck, OP-Maske). Informieren Sie Ihre Nachbarn.»

Nicht das erste Feuer in der Gohrischheide

Der Brand war am Dienstagnachmittag in der NĂ€he eines Sprengplatzes des Kampfmittelbeseitigungsdienstes ausgebrochen, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte. In der Nacht zum Mittwoch war das Feuer zunĂ€chst eingedĂ€mmt worden. Das GelĂ€nde ist schwierig, weil die Gefahr besteht, dass restliche Munition auf dem einstigen TruppenĂŒbungsplatz detoniert.

Die Gohrischheide ist seit einigen Jahrzehnten ein Naturschutzgebiet, in dem unter anderem in Sachsen gefĂ€hrdete Brutvögel leben. Auf dem Areal kam es bereits mehrfach zu BrĂ€nden. Im Juni 2022 entwickelte sich ein Feuer zum grĂ¶ĂŸten Waldbrand in Sachsen seit 30 Jahren. Es entstand ein Millionenschaden. Ein Jahr spĂ€ter brannte es erneut, die Löscharbeiten dauerten ebenfalls mehrere Tage. In beiden FĂ€llen wurde Brandstiftung als Ursache vermutet.

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