Mann ersticht Ehefrau in Kelkheim – Haftrichter prüft U-Haft
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 11:42 Uhr, dpa.deNach der tödlichen Attacke mit einer Stichwaffe gegen seine Ehefrau im hessischen Kelkheim soll der Täter voraussichtlich am späten Nachmittag einem Haftrichter vorgeführt werden. Das teilte die Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur mit.
Der Haftrichter beim Amtsgericht Frankfurt prüft dann, ob der Beschuldigte in Untersuchungshaft kommt. «Weitere Angaben zu den laufenden Ermittlungen können in diesem frühen Verfahrensstadium nicht gemacht werden», ergänzte die Staatsanwaltschaft Frankfurt.
Der Mann hatte nach früheren Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstagabend seine Frau im Freien nahe dem Marktplatz von Kelkheim getötet. Zeugen überwältigten ihn und hielten ihn fest, bis Polizisten ihn festnahmen. Dabei wurde der Angreifer laut Polizei leicht verletzt.
Die Tat vor vielen Zeugen löste weithin Entsetzen aus. Motiv und Hintergründe waren vorerst unklar. Die Ermittlungen etwa mit Spurensicherung und Zeugenbefragungen liefen auf Hochtouren. Dem Verbrechen war offensichtlich ein Streit vorausgegangen.
«Alles voller Blut»
Ein Augenzeuge berichtete, er sei nur etwa fünf Meter von der Attacke entfernt gewesen. Ein Mann, der womöglich betrunken gewesen sei, habe dem Opfer mit einer Machete in den Hals gestochen: «Alles voller Blut. Ich bin um mein Leben gerannt.»
Die Frau sei in dieselbe Richtung geflohen und dann - das habe er nicht mehr gesehen - anscheinend kollabiert, sagte der Zeuge, der nur seinen Vornamen Peter nennen wollte. Er habe nur einen einzigen Stich gesehen, dann sei die Attacke schon «vorbei» gewesen, ergänzte der junge Mann.
Die Polizei sprach vorerst allgemein von einer Stichwaffe, nicht von einer Machete. Nach ihren Angaben erlag die attackierte Ehefrau noch am Tatort nahe der Frankfurter Straße ihren Verletzungen.
Die Umgebung war am Abend belebt. «Dort gibt es verschiedene Lokalitäten. Entsprechend hatten wir dann auch den Publikumsverkehr», sagte ein Polizeisprecher. Seelsorger seien vor Ort gewesen. «Das ist psychisch eine entsprechende Belastung, wenn man so etwas miterleben musste», ergänzte der Sprecher.
Spurensicherung prüft am Boden Zentimeter für Zentimeter
Am Tatort waren zahlreiche Einsatzkräfte. Blaulicht flackerte auf etlichen Fahrzeugen. Rot-weiße Flatterbänder versperrten Passanten den Zugang zum Tatort. Die Spurensicherung untersuchte in weißer Schutzkleidung teils Zentimeter für Zentimeter den Boden. Die Feuerwehr leuchtete den Tatort am späteren Abend hell aus.
Polizei und Staatsanwaltschaft äußerten sich vorerst nicht zu der Frage, ob es sich bei dem Verbrechen um ein Femizid gehandelt haben könnte. Dieser Begriff wird generell verwendet, wenn Frauen aufgrund ihres Geschlechts gezielt getötet werden - also weil sie Frauen sind. Als häufigste Form gilt hier die Tötung von Frauen durch Partner oder Ex-Partner. Zu Tatmotiven der geschlechtsspezifischen Tötung von Frauen zählen männliches Besitzdenken, Frauenverachtung, sexuelle Frustration, Frauenhass sowie Kontroll- und Dominanzstreben.
Die 28.000-Einwohner-Stadt Kelkheim im Main-Taunus-Kreis liegt rund zehn Kilometer nordwestlich des Frankfurter Stadtteils Unterliederbach.
