AufzĂŒge stĂŒrzen auf Baustelle in BrĂŒssel ab - Sechs Tote
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 19:59 Uhr, dpa.deEs ist ein Horrorfund, den BrĂŒsseler Feuerwehrleute am Dienstagmittag machen: Mehrere Menschen liegen leblos in einem abgestĂŒrzten Aufzug. Das GebĂ€ude mitten in der Innenstadt der belgischen Hauptstadt wird gerade umgebaut. Stundenlang können die EinsatzkrĂ€fte nicht zu ihnen vordringen. Am Abend dann ist klar: Sechs Menschen sind gestorben.
Wie genau es dazu kam, ist unklar, wie eine Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft vor Ort sagt. Es habe ein Feuer gegeben, und zwei AufzĂŒge seien mehrere Stockwerke nach unten gestĂŒrzt. Dazu werde nun ermittelt. Zudem mĂŒssten die Toten identifiziert werden. Eine Obduktion soll Hinweise geben, wie genau sie ums Leben kam.
Den zweiten Aufzug konnten die Helfer noch nicht öffnen. Man hoffe, dass es darin keinen weiteren Toten gebe, sagt die Frau.
Feuerwehr zunÀchst zu kleinem Feuer alarmiert
Der Einsatz hatte harmlos begonnen. Die Feuerwehr wird am Morgen zu einem vermeintlich kleinen Feuer auf der zweiten Etage des Komplexes gerufen. Sie rĂŒckt aus, löscht das Feuer - und macht im Anschluss einen Kontrollrundgang durch die riesige Baustelle, erzĂ€hlt ein Staatsanwalt. «Viele Orte waren extrem schwer zugĂ€nglich», berichtet er weiter.
Zeitgleich wird bekannt, dass 6 der rund 250 Arbeiter auf der Baustelle vermisst werden. SchlieĂlich können sich die EinsatzkrĂ€fte zu einem Fahrstuhl vorkĂ€mpfen - und entdecken in der Kabine mehrere Leichen.
Zwei Arbeiter kommen zudem ins Krankenhaus, ebenso ein Feuerwehrmann, der im Einsatz einen Hitzschlag erleidet, wie ein Feuerwehrsprecher berichtet. Am Nachmittag sind vor dem GebÀudekomplex abgekÀmpfte FeuerwehrkrÀfte zu beobachten, die verschwitzt zur Wasserflasche greifen. Mehr als 200 Arbeiter verschiedener Unternehmen seien von der Baustelle evakuiert worden, sagt eine Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft.
Premierminister und der König besuchen UnglĂŒcksort
WĂ€hrend mit der Bergung der ersten Leichen begonnen wird, trifft neben Belgiens König Philippe auch Regierungschef Bart De Wever vor dem groĂflĂ€chig abgesperrten GebĂ€ude ein. Sie danken RettungskrĂ€ften. Ăffentlich Ă€uĂern sie sich nicht. Auch einige Schaulustige sind vor Ort.
BrĂŒssels BĂŒrgermeister Philippe Close spricht von einem Drama, das tief berĂŒhre. Sechs Menschen seien zur Arbeit gekommen und gestorben.Â
Er verspricht UnterstĂŒtzung fĂŒr alle Betroffenen und dankt den RettungskrĂ€ften fĂŒr ihren Einsatz. Sie seien sehr schnell vor Ort gewesen und hĂ€tten das Feuer schnell unter Kontrolle gebracht.Â
Man habe mit den Angehörigen sprechen können, sagt er am Abend. «Es ist eine Ă€uĂerst schwierige Situation, denn sie sind hier und haben keine Nachrichten zu ihren Angehörigen.» Mithilfe eines Opferhilfe-Teams seien nun DNA-Proben entnommen werden, um Gewissheit zu erlangen. Noch sei die nicht da.
Belgiens Innenminister Bernard Quintin Ă€uĂert sich auf X geschockt. Deutschlands Botschafter in Belgien, Martin Kotthaus, spricht auf der Plattform ebenfalls sein MitgefĂŒhl aus.
Das Oxy-GebĂ€ude in einer FuĂgĂ€ngerzone inmitten der BrĂŒsseler Innenstadt wird derzeit umgebaut. FrĂŒher diente es als ein Sitz der Verwaltung der belgischen Hauptstadt, jetzt soll es in ein multifunktionales GebĂ€ude mit BĂŒros, Restaurants, Hotelzimmern und Wohnungen umgewandelt werden. Das Projekt soll nach frĂŒheren Umgaben bis Ende 2026 abgeschlossen werden.
«Tiefe BestĂŒrzung»
Hinter dem Projekt stehen die Firmen Whitewood und Immobel. Immobel teilt mit, man habe mit tiefer BestĂŒrzung von den Opfern des Feuers auf der Baustelle erfahren. «Unsere Gedanken sind zuallererst bei den Betroffenen, ihren Familien und ihren Kollegen. FĂŒr uns alle ist dies vor allem eine menschliche Tragödie.» Immobel unterstĂŒtze die Rettungs- und SicherheitskrĂ€fte sowie die Behörden und stehe in engem Austausch mit allen Beteiligten.
