Badesaison: Mehr Menschen ertrinken in Deutschland – besonders junge Männer gefährdet
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 06:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
In der gerade beendeten Badesaison sind in Deutschland mehr Menschen ertrunken als im Sommer des Vorjahres.
248 Todesfälle bis zum Ferienende
Zwischen Anfang Mai und dem Ende der Sommerferien kamen 248 Menschen im oder am Wasser ums Leben. Das waren zwölf mehr als im gleichen Zeitraum 2025, teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zum Stand 15. September mit.
Seit Jahresbeginn registrierte die DLRG 320 tödliche Badeunfälle. Im Vorjahreszeitraum waren es 328. Die vorläufige Bilanz für das Gesamtjahr liegt damit bislang unter dem Wert des Vorjahres.
Juni mit besonders vielen Todesfällen
Der folgenschwerste Monat war der Juni. Während der Hitzewelle starben mindestens 101 Menschen beim Baden oder in Gewässern. Nur im Juni 2003 hatte es laut DLRG noch mehr Todesopfer gegeben.
Junge Männer besonders gefährdet
Besonders gefährdet waren Menschen zwischen 11 und 30 Jahren. Seit Jahresbeginn ertranken 88 Personen aus dieser Altersgruppe – 15 mehr als im gesamten Vorjahr. Die meisten von ihnen waren männlich.
DLRG-Präsidentin Ute Vogt erklärte, Jugendliche und junge Männer gingen häufig vermeidliche Risiken ein. Sie überschätzten sich demnach selbst, handelten leichtsinnig und könnten nicht oder nicht gut schwimmen.
Bayern führt Länder-Rangliste an
Die meisten tödlichen Unfälle während der Badesaison gab es in Bayern. Dort starben bis zum Ende der Sommerferien 61 Menschen, nach 73 im Vorjahreszeitraum.
Es folgten Nordrhein-Westfalen mit 54 Badetoten nach 38 im Vorjahreszeitraum und Baden-Württemberg mit 35 Opfern nach 34. Die DLRG erfasst in ihrer Statistik tödliche Unfälle im und am Wasser.
Hitzewellen erhöhen den Druck auf Gewässer
Die Bilanz fällt in eine Badesaison, in der hohe Temperaturen viele Menschen an Seen, Flüsse und Küsten zogen. Der Juni war dabei der auffälligste Zeitraum: Mit mindestens 101 Todesfällen entfiel ein großer Teil der seit Jahresbeginn registrierten tödlichen Badeunfälle auf diesen Monat.
Besonders relevant ist die Altersgruppe der 11- bis 30-Jährigen. 88 Menschen aus dieser Gruppe ertranken seit Jahresbeginn – 15 mehr als im gesamten Vorjahr. Die Zahlen verweisen damit nicht nur auf die Auslastung beliebter Badeorte, sondern auch auf Risiken durch Selbstüberschätzung, fehlende Schwimmfähigkeit und spontane Entscheidungen abseits bewachter Badestellen.
Regionale Unterschiede und praktische Folgen
Bayern verzeichnete trotz eines Rückgangs gegenüber dem Vorjahreszeitraum die meisten Todesfälle während der Sommerferien. Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg folgten. Die hohe Zahl in Ländern mit vielen Seen, Flüssen und Baggerseen zeigt, dass Gefahren nicht auf Meeresstrände beschränkt sind.
Für Badegäste bedeutet die Entwicklung, Warnhinweise, Strömungen und Wetterumschwünge ernst zu nehmen und nur an geeigneten, möglichst überwachten Stellen ins Wasser zu gehen. Für Kommunen und Betreiber bleibt die Herausforderung, Aufsicht, Rettungsmittel und Aufklärung gerade an heißen Tagen ausreichend bereitzuhalten. Die Jahresbilanz liegt bis Mitte September zwar unter dem Vorjahreswert, der Anstieg innerhalb der eigentlichen Badesaison macht die saisonale Belastung jedoch sichtbar.
