Polen: Toter und Verletzte bei Messerattacke in Kloster in Jaroslaw
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 17:22 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBei einer Messerattacke in einem Benediktinerinnen-Kloster im sĂŒdostpolnischen Jaroslaw ist ein Mann getötet worden, vier weitere Menschen wurden schwer verletzt.
VerdÀchtiger festgenommen
Die Polizei nahm einen 31 Jahre alten Mann fest. Nach Angaben der zustĂ€ndigen Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen ukrainischen StaatsbĂŒrger, der in der Nacht aus Deutschland nach Polen eingereist sein soll.
Unter den Opfern sind nach Angaben der Ermittler vier MÀnner und eine Frau. Drei der MÀnner seien Geistliche. Alle Opfer wurden mit Stichverletzungen in KrankenhÀuser gebracht; eine Person starb dort, zwei weitere schwebten nach Behördenangaben in Lebensgefahr.
Priester im Beichtstuhl angegriffen
Der mutmaĂliche TĂ€ter soll am Morgen in das Kloster eingedrungen und zunĂ€chst in die KĂŒche gegangen sein. Dort habe er ein KĂŒchenmesser an sich genommen. SpĂ€ter griff er Menschen in der Kirche an, darunter einen Priester im Beichtstuhl.
Wie der Mann auf das KlostergelĂ€nde gelangte, ist laut Ermittlern unklar. Nach seiner Einreise aus Deutschland soll er sich zunĂ€chst zum polnisch-ukrainischen GrenzĂŒbergang bei Korczowa begeben haben, die Grenze aber nicht ĂŒberquert haben. Zum Motiv und zu weiteren Einzelheiten des Tathergangs gibt es bislang keine Erkenntnisse.
Kloster hilft GeflĂŒchteten
Eine Augenzeugin berichtete, der Mann habe vor einer Messe mehrere Geistliche angegriffen und anschlieĂend in einem CafĂ© auf dem KlostergelĂ€nde weitere Menschen attackiert.
Das Benediktinerinnen-Kloster unterstĂŒtzt seit Jahren KriegsflĂŒchtlinge aus der Ukraine. Die Leiterin des Klosters sagte, sie habe das GefĂŒhl, der Angriff richte sich gegen das Gute, das dort getan werde.
Grenzregion mit enger Verbindung zur Ukraine
Jaroslaw liegt im SĂŒdosten Polens und damit in einer Region, die durch die NĂ€he zur ukrainischen Grenze geprĂ€gt ist. Der GrenzĂŒbergang Korczowa befindet sich rund 35 Kilometer entfernt. Polen ist seit Beginn des russischen Angriffskrieges ein wichtiges Aufnahmeland fĂŒr Menschen aus der Ukraine.
Das Benediktinerinnen-Kloster nimmt dabei eine besondere Rolle ein: Die Einrichtung unterstĂŒtzt seit Jahren GeflĂŒchtete aus dem Nachbarland. Der Angriff trifft damit einen Ort, der religiöse Arbeit und humanitĂ€re Hilfe verbindet. Welche Beziehung der festgenommene Mann zu dem Kloster hatte, ist ebenso offen wie ein mögliches Motiv.
Ermittlungen zu Ablauf und Motiv
Nach den Angaben der Ermittler soll der VerdĂ€chtige zunĂ€chst in die KĂŒche gelangt und dort ein Messer genommen haben. AnschlieĂend seien Menschen in der Kirche und auf dem KlostergelĂ€nde angegriffen worden. Die Schwere der Verletzungen zeigt, dass die Ermittler neben dem Motiv auch den genauen Ablauf und mögliche weitere Tatbeteiligte klĂ€ren mĂŒssen.
FĂŒr die Bevölkerung dĂŒrfte neben der medizinischen Versorgung der Verletzten vor allem die Frage nach dem Sicherheitskonzept des offenen Klosterareals von Bedeutung sein. Eine belastbare politische oder religiöse Einordnung ist erst möglich, wenn die polnischen Behörden weitere Angaben zur Tat und zum Hintergrund des VerdĂ€chtigen veröffentlichen.
