Berlin, Schusswaffengewalt

Berlin: Polizei nimmt bei Razzien wegen Schusswaffen mehrere VerdÀchtige fest

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 10:20 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Rund 300 EinsatzkrÀfte haben in Berlin Wohnungen und andere Objekte mehrerer Beschuldigter durchsucht. Es gab Festnahmen, zwei Schusswaffen mit scharfer Munition wurden sichergestellt.

  • Seit dem frĂŒhen Morgen werden in ganz Berlin Razzien wegen des Verdachts auf illegalen Schusswaffenhandel durchgefĂŒhrt. (Symbolbild) - Bild: Sven Kaueler/dpa
    Seit dem frĂŒhen Morgen werden in ganz Berlin Razzien wegen des Verdachts auf illegalen Schusswaffenhandel durchgefĂŒhrt. (Symbolbild) - Bild: Sven Kaueler/dpa
  • Bei den Razzien sind auch SpezialkrĂ€fte der Polizei im Einsatz. - Bild: Sven Kaueler/dpa
    Bei den Razzien sind auch SpezialkrÀfte der Polizei im Einsatz. - Bild: Sven Kaueler/dpa
Seit dem frĂŒhen Morgen werden in ganz Berlin Razzien wegen des Verdachts auf illegalen Schusswaffenhandel durchgefĂŒhrt. (Symbolbild) - Bild: Sven Kaueler/dpa Bei den Razzien sind auch SpezialkrĂ€fte der Polizei im Einsatz. - Bild: Sven Kaueler/dpa

Rund 300 EinsatzkrĂ€fte haben am frĂŒhen Morgen in Berlin Wohnungen und andere Objekte mehrerer Beschuldigter durchsucht; dabei gab es Festnahmen und zwei Schusswaffen mit scharfer Munition wurden sichergestellt.

Ermittlungen gegen organisierte KriminalitÀt

Die Razzien stehen nach Angaben der Polizei im Zusammenhang mit den Sondereinheiten Ferrum bei der Polizei und Telum bei der Staatsanwaltschaft. Beide Einheiten arbeiten gezielt gegen Schusswaffengebrauch im Bereich der Organisierten KriminalitÀt.

Gegen wen sich die Ermittlungen konkret richten, wurde zunÀchst nicht bekannt. Durchsucht wurden den Angaben zufolge vor allem Wohnungen der Beschuldigten; an den EinsÀtzen waren auch SpezialeinsatzkrÀfte beteiligt.

Deutlicher Anstieg der Schusswaffengewalt

Die Berliner Polizei registrierte 2025 insgesamt 1.119 FĂ€lle von Schusswaffengebrauch. Dazu zĂ€hlen auch Drohungen ohne Schussabgabe. GegenĂŒber 2024 bedeutet das nach Behördenangaben einen Anstieg um 68 Prozent.

Mit Stand Anfang August wurden in diesem Jahr laut Polizei mehr als 62 Straftaten mit scharfen Schusswaffen erfasst. Im Zuge der Ermittlungen kam es in den vergangenen Monaten bereits mehrfach zu Durchsuchungen und Festnahmen; Dutzende VerdÀchtige sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.

Angriffe auf GeschÀfte und Cafés

SchĂŒsse richteten sich in Berlin wiederholt gegen GeschĂ€fte oder CafĂ©s. Ende August warfen Unbekannte einen Sprengsatz auf einen Barbier-Salon in Steglitz-Zehlendorf, im Juni explodierte mutmaßlich eine Handgranate vor einem SpĂ€tkauf im Wedding.

Vor dem Landgericht Berlin stehen derzeit drei Angeklagte im Alter von 21, 21 und 35 Jahren. Sie sollen im Januar ein Lokal mit SchĂŒssen und BrandsĂ€tzen angegriffen haben. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft sollte damit eine Drohkulisse aufgebaut und sogenanntes Schutzgeld eingefordert werden.

Schusswaffengewalt als Schwerpunkt der Ermittler

Die Berliner Polizei reagiert mit den Einheiten Ferrum und Telum auf eine Entwicklung, bei der Schusswaffen zunehmend Teil organisierter KriminalitĂ€t sind. Die Zahl von 1.119 registrierten FĂ€llen im Jahr 2025 umfasst sowohl tatsĂ€chliche SchĂŒsse als auch Drohungen mit Schusswaffen. Der Anstieg um 68 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr zeigt die GrĂ¶ĂŸenordnung des Problems, sagt aber allein noch nichts ĂŒber die Zahl verletzter oder getöteter Menschen aus.

FĂŒr die Ermittler liegt die Bedeutung der Razzien deshalb nicht nur in den sichergestellten Waffen. Durchsuchungen und Festnahmen sollen mutmaßliche TĂ€terstrukturen aufhellen, Beweismittel sichern und weitere Taten verhindern. Dass dabei SpezialeinsatzkrĂ€fte beteiligt sind, unterstreicht das Risiko, das Behörden bei bewaffneten Verfahren erwarten.

Auswirkungen auf GeschÀftsleute und Anwohner

Die wiederholten Angriffe auf GeschĂ€fte, CafĂ©s und andere öffentlich zugĂ€ngliche Orte verlagern die Folgen organisierter KriminalitĂ€t in den Alltag der Stadt. Selbst wenn die Taten gezielt gegen bestimmte Personen oder Betriebe gerichtet sind, können Anwohner, BeschĂ€ftigte und Passanten durch SchĂŒsse, SprengsĂ€tze oder BrandsĂ€tze gefĂ€hrdet werden.

FĂŒr die weitere Entwicklung wird entscheidend sein, ob die Verfahren zu belastbaren Anklagen und Verurteilungen fĂŒhren und ob sich Waffenlieferwege sowie Auftraggeber ermitteln lassen. Die aktuellen Maßnahmen sind damit Teil eines lĂ€ngerfristigen Vorgehens gegen bewaffnete Strukturen, ersetzen aber keine dauerhafte PrĂ€senz, PrĂ€vention und konsequente Strafverfolgung.

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