Blitzbilanz 2026, Gewitter Deutschland

Blitze 2026: Deutschland verzeichnet mehr Entladungen als im Rekordtiefjahr 2025

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 04:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

In Deutschland sind 2026 bislang mehr Blitze registriert worden als im Rekordtiefjahr 2025. Insgesamt blieb die Zahl der Entladungen wegen des trockenen Sommers jedoch unter dem langjährigen Durchschnitt.

Die Kombination aus Hitze und Feuchtigkeit begünstigt Gewitter. (Archivbild) - Bild: Philipp von Ditfurth/dpa
Die Kombination aus Hitze und Feuchtigkeit begünstigt Gewitter. (Archivbild) - Bild: Philipp von Ditfurth/dpa

In Deutschland hat es 2026 bislang 1.056.200 Mal geblitzt – deutlich häufiger als im Rekordtiefjahr 2025, aber weiterhin seltener als im langjährigen Mittel.

Mehr Blitze als im Vorjahr

Das teilte das Münchner Blitzortungsunternehmen Nowcast mit. Die Zahl liege rund 15 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre, aber deutlich über den knapp 720.000 Entladungen des Jahres 2025.

In die Nowcast-Zählung flossen sowohl Blitzeinschläge in den Boden als auch Entladungen zwischen Wolken ein. Andere Statistiken kommen deshalb auf niedrigere Werte.

Unterschiedliche Zählweisen

Der österreichische Informationsdienst Aldis/Blids registrierte bis zum 22. September 135.085 Blitze. In dieser Statistik wurden ausschließlich Erdblitze erfasst; außerdem wurde jeder Blitz nur einmal gezählt, auch wenn er mehrere Entladungen umfasste.

Juni war blitzreichster Monat

Nach Angaben von Nowcast war der Juni mit etwa 403.500 Entladungen der blitzreichste Monat. Die höchste Blitzdichte wurde in Schleswig-Holstein gemessen, die niedrigste in Sachsen-Anhalt.

Der stärkste Blitz schlug demnach in Schiffdorf in Niedersachsen ein. Dabei sei in kürzester Zeit eine rund 21.000-mal höhere Stromstärke erreicht worden als der maximal zulässige Strom einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere, sagte Nowcast-Chef Richard Fellner.

Trockenheit beeinflusst Gewitter

Zur geringen Gewitteraktivität habe die Trockenheit beigetragen, erklärte das Unternehmen. Für blitzreiche Jahre sei entscheidend, dass Hitze und Feuchtigkeit zusammenkämen, weil diese Kombination die Entstehung von Gewittern begünstige. Sehr trockene Jahre oder Sommer mit niedrigen Temperaturen seien meist blitzärmer.

Verletzte bei Einschlägen

Im Juni wurden neun Menschen verletzt, als sie während eines Unwetters auf einem Sportplatz im baden-württembergischen Rastatt zelteten. Sechs von ihnen kamen in ein Krankenhaus.

Im Juli verletzte ein Blitzeinschlag außerdem sechs Bundeswehrsoldaten im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Bleibende Schäden waren nach Angaben der Polizei nicht zu befürchten; bei einem 18-Jährigen deutete das Verletzungsbild auf einen direkten Blitzeinschlag hin.

Trockenheit begrenzt Gewitteraktivität

Die Blitzbilanz verdeutlicht, dass die Zahl der Entladungen nicht allein von hohen Temperaturen abhängt. Für die Entstehung kräftiger Gewitter müssen auch ausreichend Feuchtigkeit und instabile Luftschichten vorhanden sein. Fehlt diese Feuchtigkeit, kann ein heißer Sommer deshalb vergleichsweise blitzarm bleiben.

Die unterschiedlichen Zahlen von Nowcast und Aldis/Blids sind vor allem methodisch bedingt. Nowcast zählt sämtliche registrierten Entladungen einschließlich Blitzen innerhalb von Wolken. Aldis/Blids berücksichtigt dagegen nur Erdblitze und zählt jede Blitzentladung einmal. Beide Werte beschreiben daher unterschiedliche Aspekte der Gewitteraktivität und sind nicht unmittelbar vergleichbar.

Regionale Unterschiede und Sicherheitsrisiken

Die höchste Blitzdichte in Schleswig-Holstein und die niedrigste in Sachsen-Anhalt zeigen zudem, dass die Belastung regional stark schwanken kann. Für die Bevölkerung ist nicht nur die Jahreszahl entscheidend: Einzelne Gewitter können trotz einer insgesamt unterdurchschnittlichen Saison schwere Folgen haben. Die Verletzten in Rastatt und im Landkreis Garmisch-Partenkirchen belegen dieses Risiko.

Blitzeinschläge bleiben damit auch in einem trockenen und insgesamt blitzärmeren Jahr eine konkrete Gefahr, besonders bei Aufenthalten im Freien. Gewitter können lokal sehr intensiv auftreten, ohne dass die bundesweite Statistik ein außergewöhnliches Jahr ausweist.

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