Bochum: Drei Menschen sterben bei Brand in Mehrfamilienhaus
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 12:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWSRettung ĂŒber Leitern in Bochum
- Die Feuerwehr wird gegen 4.15 Uhr zu einem GroĂfeuer in einem dreigeschossigen Mietshaus gerufen.
- FĂŒnf Bewohner stehen an Fenstern und werden ĂŒber eine Drehleiter, tragbare Leitern und ein Sprungpolster gerettet.
- In einer Wohnung finden EinsatzkrÀfte drei tote Erwachsene; ihre IdentitÀt ist zunÀchst unbekannt.
Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Bochum sind am Dienstagmorgen drei Menschen ums Leben gekommen.
Treppenhaus vollstÀndig zerstört
Als die Feuerwehr gegen 4.15 Uhr eintraf, hatte sich das Feuer bereits weit ausgebreitet. Dichter Qualm drang aus dem GebĂ€ude, wĂ€hrend fĂŒnf Bewohner an Fenstern im ersten und zweiten Geschoss um Hilfe riefen.
Die EinsatzkrĂ€fte konnten nicht durch das Treppenhaus vordringen, weil die hölzerne Treppe bereits verbrannt war. Zwei Menschen retteten sie ĂŒber eine Drehleiter, zwei weitere ĂŒber tragbare Leitern; ein Bewohner sprang aus dem ersten Stock in ein Sprungpolster.
Drei Tote bei Nachlöscharbeiten entdeckt
ZunĂ€chst meldete die Polizei nur die fĂŒnf Geretteten. Nach Angaben der Feuerwehr erlitten sie Rauchgasvergiftungen und wurden in Bochumer KrankenhĂ€user gebracht.
WĂ€hrend der weiteren Löscharbeiten stieĂen die RettungskrĂ€fte in einer Wohnung auf drei tote Erwachsene. Angaben zu ihrer IdentitĂ€t und ihrem Geschlecht lagen zunĂ€chst nicht vor.
Haus bleibt unbewohnbar
Nach rund vier Stunden war der Brand gelöscht. Die Feuerwehr erklĂ€rte das Mietshaus wegen der zerstörten Treppe und der RuĂschĂ€den fĂŒr unbewohnbar.
FĂŒr die Löscharbeiten wurden Gas und Strom abgestellt, wodurch auch NachbargebĂ€ude vorĂŒbergehend von der Energieversorgung getrennt waren. Zahlreiche Bewohner mussten ihre Wohnungen frĂŒhmorgens verlassen.
Stadt richtet Betreuungsbus ein
In einem Betreuungsbus der Stadt kamen etwa 25 Menschen unter. Die meisten fanden zunÀchst bei Freunden oder Bekannten Unterkunft; eine Person wurde von der Stadt untergebracht.
Polizei und Staatsanwaltschaft bildeten eine Ermittlungskommission. Neben der Brandursache soll geprĂŒft werden, warum der Alarm vergleichsweise spĂ€t ausgelöst wurde und ob alle Wohnungen mit Rauchwarnmeldern ausgestattet waren.
Katze aus dem GebÀude gerettet
Bei dem Einsatz rettete die Feuerwehr auĂerdem eine Katze. Das Tier erhielt Sauerstoff und wurde anschlieĂend einem Tierarzt ĂŒbergeben.
Treppenhaus als zentraler Fluchtweg
Der Brand in Bochum zeigt, wie schnell ein Feuer in einem Mehrfamilienhaus den einzigen regulĂ€ren Fluchtweg unpassierbar machen kann. Sobald ein Treppenhaus brennt oder stark verraucht ist, können Bewohner ihre Wohnungen hĂ€ufig nicht mehr auf direktem Weg verlassen. FĂŒr Menschen in oberen Geschossen entscheidet dann oft die Geschwindigkeit der Alarmierung ĂŒber die verfĂŒgbaren Rettungsmöglichkeiten.
Rauchwarnmelder sollen BrĂ€nde frĂŒh anzeigen und den Bewohnern Zeit verschaffen, sich in Sicherheit zu bringen oder die Feuerwehr zu rufen. In Nordrhein-Westfalen besteht fĂŒr Wohnungen eine Rauchwarnmelderpflicht. Die konkrete Ausstattung des Bochumer Hauses und der Zeitpunkt des Alarms sind nun Gegenstand der Ermittlungen. Erst diese Untersuchungen können klĂ€ren, ob technische oder bauliche Faktoren die Flucht erschwerten.
Ermittlungen und Folgen fĂŒr die Bewohner
Die zerstörte Treppe und die RuĂschĂ€den machen das GebĂ€ude vorerst unbewohnbar. Damit stehen neben der strafrechtlichen Brandursache auch praktische Fragen im Mittelpunkt: Wo können die betroffenen Menschen unterkommen, welche Wohnungen sind beschĂ€digt und wann ist eine RĂŒckkehr möglich? Die Stadt hat dafĂŒr unmittelbar eine Notunterbringung organisiert.
FĂŒr die Nachbarschaft bedeutet der Einsatz zudem eine vorĂŒbergehende EinschrĂ€nkung der Versorgung, weil Gas und Strom abgeschaltet wurden. Bei Ă€hnlichen BrĂ€nden sollten Bewohner verrauchte Fluchtwege nicht betreten, TĂŒren geschlossen halten, die Feuerwehr rufen und sich an Fenstern bemerkbar machen. Die abschlieĂende Bewertung des UnglĂŒcks hĂ€ngt von den Ermittlungen zur Brandentstehung, zur Alarmierung und zu den Rauchwarnmeldern ab.
