Bombendrohungen: Mindestens 30 FlĂŒge in Europa betroffen
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 17:13 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBetroffene Strecken und Sicherheitsreaktionen
- Ein Wizzair-Flug von Prag nach Rom wurde nach einer Drohung nach Venedig umgeleitet.
- In Lissabon gingen zwei Drohungen gegen dieselbe Ryanair-Maschine ein.
- Eurocontrol registrierte am Donnerstag Drohungen gegen 14 FlĂŒge bei 28.488 Verbindungen.
Die Serie rĂ€tselhafter Bombendrohungen gegen europĂ€ische LinienflĂŒge setzt sich fort: Seit Dienstag wurden mindestens 30 FĂ€lle gemeldet. Auch am Freitag waren mehrere Maschinen betroffen, wĂ€hrend in Irland nahezu identische Drohungen gegen MedienhĂ€user fĂŒr Evakuierungen sorgten.
Mehrere Flugzeuge betroffen
Ein Wizzair-Flug von Prag nach Rom wurde nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa wegen einer Drohung nach Venedig umgeleitet. In Lissabon gingen laut Polizei zwei Bombendrohungen gegen dieselbe Ryanair-Maschine ein.
Weitere Drohungen richteten sich gegen Flugzeuge aus London und BrĂŒssel nach Sofia. Die Maschinen landeten sicher; bei Kontrollen wurde nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Sofia nichts Beunruhigendes entdeckt.
Ermittlungen in mehreren LĂ€ndern
In Prag waren nach Angaben einer Flughafensprecherin neun FlĂŒge betroffen, auch in Frankreich kam es zu VorfĂ€llen. Wer hinter der Serie steckt, ist weiterhin unklar.
Der spanische AuĂenminister JosĂ© Manuel Albares sprach von einem Versuch hybrider Aggression und psychologischer KriegsfĂŒhrung, ohne ein Land zu nennen. Die EU-Kommission aktivierte einen Mechanismus fĂŒr den grenzĂŒbergreifenden Informationsaustausch; auch die europĂ€ische Flugsicherheitsagentur EASA ist beteiligt.
Deutscher Luftraum berĂŒhrt
Mindestens vier am Freitag bedrohte FlĂŒge fĂŒhrten durch den deutschen Luftraum. Die Deutsche Flugsicherung leitete Informationen an Crews und benachbarte Flugsicherungen weiter.
Bombendrohungen kommen nach Angaben der Flugsicherung zwar immer wieder vor, in dieser HÀufung seien sie jedoch ungewöhnlich. Derzeit haben sie laut Eurocontrol keinen Einfluss auf die VerspÀtungen im europÀischen Luftverkehrsnetz.
Auch irische MedienhÀuser evakuiert
Mitarbeiter des irischen Rundfunksenders RTĂ, der Zeitung âIrish Independentâ und des Radiosenders âNewstalkâ mussten nach Drohungen in Sicherheit gebracht werden. Ob ein Zusammenhang mit den VorfĂ€llen im Flugverkehr besteht, ist offen.
FĂŒr Donnerstag waren laut Eurocontrol Drohungen gegen 14 FlĂŒge bekannt, fĂŒr Dienstag gegen sieben. Die betroffenen Maschinen machten am Donnerstag rund 0,05 Prozent von europaweit 28.488 FlĂŒgen aus; am Dienstag waren es rund 0,03 Prozent bei 26.278 FlĂŒgen.
Die Serie fĂ€llt in eine Phase, in der europĂ€ische FlughĂ€fen auf unterschiedlichste Sicherheitsrisiken reagieren mĂŒssen. Bombendrohungen lösen unabhĂ€ngig von ihrer spĂ€teren Bewertung standardisierte Verfahren aus: Crews und FlughĂ€fen mĂŒssen Hinweise prĂŒfen, Maschinen gegebenenfalls umleiten und Passagiere sowie Personal schĂŒtzen.
Die Zahl der gemeldeten FĂ€lle ist fĂŒr die Behörden vor allem deshalb relevant, weil sich die Drohungen ĂŒber mehrere LĂ€nder und Flugverbindungen erstrecken. Der grenzĂŒberschreitende Informationsaustausch soll Muster bei Absendern, Kommunikationswegen und betroffenen Strecken schneller erkennbar machen. FĂŒr den einzelnen Fluggast bleibt entscheidend, dass Sicherheitskontrollen und Entscheidungen der zustĂ€ndigen Behörden Vorrang vor einem möglichst störungsfreien Ablauf haben.
Ermittlungen und Folgen
Die parallelen Drohungen gegen irische MedienhĂ€user erweitern den Vorgang ĂŒber den Luftverkehr hinaus. Ob beide Serien organisatorisch zusammenhĂ€ngen, ist offen; die zeitliche NĂ€he erklĂ€rt jedoch, warum Regierungen und Sicherheitsbehörden einen koordinierten Störversuch als mögliche Arbeitshypothese prĂŒfen.
FĂŒr Reisende können auch einzelne Fehlalarme Umleitungen, zusĂ€tzliche Kontrollen und kurzfristige Ănderungen verursachen. Nach den vorliegenden Angaben blieb der Einfluss auf das europĂ€ische Gesamtnetz bislang gering. Die Ermittlungen mĂŒssen nun klĂ€ren, ob eine gemeinsame Urheberschaft vorliegt und ob konkrete Gefahren bestanden.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ZDF: âWieder Bombendrohungen gegen FlĂŒge: Serie geht weiterâ (06.11.2026)
Der Beitrag nennt mindestens neun betroffene FlĂŒge von und nach Prag sowie Verbindungen nach Sofia und von Lissabon nach Rom. Damit bestĂ€tigt er die grenzĂŒberschreitende Ausweitung und setzt den Schwerpunkt auf die konkreten Flugbewegungen.
Stern: âNeue Bombendrohungen gegen FlĂŒge in Europaâ (06.11.2026)
Der Artikel hebt eine Bombendrohung gegen einen Ryanair-Flug von Lissabon nach Rom hervor. Anders als der ZDF-Beitrag konzentriert er sich auf Portugal und die betroffene Verbindung; die HintergrĂŒnde der Drohungsserie bleiben offen.
Beide BeitrÀge bestÀtigen neue VorfÀlle im europÀischen Luftverkehr, setzen aber unterschiedliche regionale Schwerpunkte. Offen bleibt weiterhin, wer hinter den Drohungen steht und ob die einzelnen FÀlle zusammenhÀngen.
