DĂ€nemark, Schleswig-Holstein

DĂ€nemark will Buckelwal aufs Festland ziehen

21.05.2026 - 10:58:14 | dpa.de

Der Kadaver des als «Timmy» bekannten Buckelwals liegt am Strand der dÀnischen Insel Anholt - und stört die Einheimischen. Die DÀnen versuchen deshalb, ihn in einen Hafen auf dem Festland zu ziehen.

Der Buckelwal vor der dÀnischen Insel Anholt  soll auf das Festland gezogen werden. (Archivbild) - Foto: Marcus Golejewski/dpa
Der Buckelwal vor der dÀnischen Insel Anholt soll auf das Festland gezogen werden. (Archivbild) - Foto: Marcus Golejewski/dpa

Die DĂ€nen wollen den Kadaver des als «Timmy» bekannten Buckelwals vor der Urlaubsinsel Anholt in einen Hafen in JĂŒtland ziehen. Der Hintergrund: Gerade liegt er an einem gut besuchten Strand im flachen Wasser und könnte dort laut Umweltbehörde Anwohner und Touristen stark belĂ€stigen. Deshalb soll der Wal im besten Fall noch am Donnerstag in den Hafen von Grenaa transportiert werden.

Am frĂŒhen Nachmittag trieb der Kadaver allerdings weiterhin stark aufgeblĂ€ht in StrandnĂ€he, wie auf Bildern des Livestream-Anbieters News5 zu sehen war. Die Umweltbehörde Ă€ußerte sich auf Anfrage nicht dazu, ob sie an einem Transport am selben Tag festhĂ€lt. 

Hafen steht fĂŒr Ankunft bereit

«Wenn die Behörden den Wal frei bekommen, dauert die Fahrt mit dem Tier geschÀtzt sechs Stunden», sagte Torben Koustrup, COO des Hafens Grenaa, der Deutschen Presse-Agentur. Normalerweise brauche man zwar nur rund drei Stunden. «Aber sie können nicht so schnell mit dem Kadaver fahren, weil sie Angst haben, dass er kaputtgeht.»

Im Hafen sei fĂŒr den Empfang des Wals alles bereit. «Wir werden versuchen, ein Metallgitter unter dem Wal zu platzieren, um ihn an Land zu bekommen», sagte Koustrup. Die GerĂ€te, mit denen die Hafenarbeiter normalerweise Boote anheben, könnten sie nicht verwenden, weil der Wal so aufgeblĂ€ht sei. «Dann fahren wir ihn zu einem Schotterplatz, wo er obduziert werden soll - so weit weg von allem wie möglich.»

Hafen: «Möwenfest» und Explosion vermeiden

Im Hafen sei es leichter, den Kadaver zu bearbeiten, hatte die Umweltbehörde zuvor mitgeteilt: «In Grenaa werden Wissenschaftler und TierĂ€rzte die Untersuchungen und Probe-Entnahmen durchfĂŒhren, wie sie bereits bei frĂŒheren Strandungen grĂ¶ĂŸerer Wale vorgenommen wurden.» Das soll voraussichtlich am Freitag stattfinden. Anschließend soll der Wal laut Torben Koustrup in Containern weggefahren werden. 

Der Hafen habe die Behörden gebeten, das vor dem Wochenende zu erledigen - aus mehreren GrĂŒnden: «Wenn er an Land liegt, haben wir hier ein Möwenfest.» In der WĂ€rme sei zudem die Explosionsgefahr grĂ¶ĂŸer. Und: Schaulustige könnten versuchen, in den Hafen zu gelangen. 

Die Presse darf die Arbeit an dem Tier dagegen verfolgen - in ordentlichem Sicherheitsabstand, denn es kommen «Maschinen und scharfe AusrĂŒstung» zum Einsatz, wie die Umweltbehörde mitteilte. Sollte es nicht gelingen, den Wal in den Hafen zu bewegen, wollen die DĂ€nen ihn auf Anholt untersuchen.

Einheimische wollen Walkadaver schnell loswerden

Geht es nach den Inselbewohnern, sollte der Wal lieber heute als morgen verschwinden. «Es ist ein großer Wunsch der Einheimischen, dass der Wal zeitnah abtransportiert wird, damit er die Urlauber nicht stört», sagte Pia Lange Christensen, Direktorin der Tourismusorganisation Visit Aarhus, die auch fĂŒr die Insel Anholt zustĂ€ndig ist, der Deutschen Presse-Agentur. Die Saison habe gerade begonnen. «In den nĂ€chsten Wochen werden immer mehr Touristen auf die Insel kommen, die ein sehr beliebtes Urlaubsziel ist.»

FĂŒr DĂ€nemark als Land mit vielen KĂŒsten sei es nicht ungewöhnlich, dass immer mal wieder Wale strandeten, sagte Christensen. «Und normalerweise dauert es nicht lange, bis die Behörden die Tiere entfernt haben.»

Zuvor war das geschwĂ€chte Tier mehrfach an der deutschen OstseekĂŒste gestrandet. Vor einigen Wochen hatte eine private Initiative es noch lebend zur Nordsee transportiert und freigesetzt. SpĂ€ter wurde der Wal aber tot vor Anholt angeschwemmt. Dort stellt er nun die DĂ€nen vor Herausforderungen. Als Tourismusorganisation könne man aber auch etwas Positives aus der Sache ziehen, sagte Pia Lange Christensen von Visit Aarhus: «Immerhin hat der Wal Anholt Aufmerksamkeit beschert.»

Umweltministerium will Tracker-Daten auswerten

Das Schweriner Umweltministerium versucht wÀhrenddessen, einen zuvor von der Initiative an dem Tier angebrachten Tracker zu bekommen, um die Daten darauf auszuwerten. Denn noch ist unklar, wie lange das Tier nach seiner Freisetzung noch gelebt hat.

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