Minister prÀsentiert Daten: Wie ging es mit dem Wal zu Ende?
12.06.2026 - 05:00:06 | dpa.deWie ging es nach der Freisetzung des oft «Timmy» genannten Buckelwals weiter? Wie lange bewegte sich der Wal noch, der in einer umstrittenen Aktion von der OstseekĂŒste zur Nordsee transportiert und kurz nach dem Aussetzen tot an der dĂ€nischen Insel Anholt angespĂŒlt wurde? Es gibt viele offene Fragen. Einige könnten nun beantwortet werden: Der am Wal befestigte Sender ist fertig ausgewertet und Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) selbst will die Ergebnisse vorstellen.Â
Die Senderdaten ermöglichten einen Einblick in die Bewegungen des Wals nach seiner Freisetzung am 2. Mai und lieferten wichtige Erkenntnisse fĂŒr die Gesamtbewertung des Falls, kĂŒndigte das Ministerium an.
Der Tracker war an dem geschwĂ€chten und beim Transport verletzten Tier befestigt worden, kurz bevor es ins offene Meer gesetzt wurde. Der Wal hatte zuvor wochenlang vor der mecklenburgischen Insel Poel gelegen. Eine Privatinitiative transportierte ihn mit einem Lastkahn Richtung Nordsee, etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt wurde er im Skagerrak ausgesetzt.Â
Vergebliches Warten auf DatenÂ
Eigentlich hÀtten direkt nach der Freisetzung Senderdaten ans Umweltministerium geliefert werden sollen, so die Absprache. Dort wartete man aber vergeblich. Ein Zugriff wurde erst möglich, als der Wal knapp zwei Wochen spÀter tot vor Anholt strandete und das GerÀt nach Deutschland gebracht wurde.
Es gebe Probleme mit dem Sender, hatte es von der Initiative zur BegrĂŒndung geheiĂen, warum keine Daten ans Ministerium geschickt wurden. Ortsdaten hatte das GerĂ€t demnach nie geschickt. Experten hatten einhellig kritisiert, dass der Tracker vor dem Freisetzen nicht getestet und initialisiert wurde, obwohl das bei gĂ€ngigen Wal-Satellitensendern etwa von Wildlife Computers wichtig und ĂŒblich sei.
Nach Verlautbarung der Initiative waren anfangs zumindest einige Bewegungsdaten wie Tauchtiefen erfasst worden - die allerdings auch nicht ans Ministerium geschickt wurden. Eine unabhĂ€ngige BestĂ€tigung dafĂŒr gab es daher nicht. Vitalzeichen im medizinischen Sinne wie Herz- oder Atemfrequenz erfasste der Sender gar nicht, dafĂŒr wĂ€re spezielle Sensorik nötig gewesen.
Gespeicherte Daten könnten mehr Klarheit bringen
Von Trackern erfasste Positionen und Messdaten werden via Satellit - vielfach ĂŒber das Argos-System - ĂŒbertragen und sind fĂŒr den Nutzer online einsehbar. Eine Ăbertragung von Daten ist nur an der WasseroberflĂ€che möglich, also wenn das jeweilige Tier auftaucht und die Antenne ausreichend lange aus dem Wasser ragt. Die GerĂ€te verfĂŒgen aber auch ĂŒber einen Speicher, der sich nachtrĂ€glich auslesen lĂ€sst. Diese Daten wurden nun analysiert.Â
Der Buckelwal - wie inzwischen klar ist: ein Weibchen - war am 3. MÀrz im Hafen von Wismar gesehen worden. Am 23. MÀrz wurde er auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand entdeckt, schwamm einige Tage spÀter weg und strandete mehrfach erneut. Ab dem 31. MÀrz lag das schwer geschwÀchte Tier vor der Insel Poel, bis die Initiative - nach viel tÀglichem Trubel am Wal - am 28. April mit ihm Richtung Nordsee startete.
Das schon stark verweste Kadaver des Wals wurde nach der Strandung auf der dĂ€nischen Insel Anholt obduziert, zunĂ€chst ohne konkrete Ergebnisse zur Todesursache. Die Ăberreste des Tieres sollten in DĂ€nemark unter anderem zu Biodiesel verwertet werden.
