Hitze, Athen

Gegen Hitze: Athen reaktiviert römisches AquÀdukt

25.12.2024 - 08:04:23 | dpa.de

Der römische Kaiser Hadrian war ein großer Philhellene und hinterließ den Griechen viele Bauwerke. Ein fast 2.000 Jahre altes AquĂ€dukt soll nun wegen der Klimakrise wieder in Betrieb genommen werden.

  • Das Bauwerk verlĂ€uft zum grĂ¶ĂŸten Teil unterirdisch, ist gut erhalten und fĂŒhrt Wasser. - Foto: --/ArchĂ€ologisches Amt West-Attikas (EFADA)/dpa
  • Das Bauwerk verlĂ€uft zum grĂ¶ĂŸten Teil unterirdisch, ist gut erhalten und fĂŒhrt Wasser. - Foto: Panagiotis Devteraios/Griechisches Kulturministerium/dpa
Das Bauwerk verlĂ€uft zum grĂ¶ĂŸten Teil unterirdisch, ist gut erhalten und fĂŒhrt Wasser. - Foto: --/ArchĂ€ologisches Amt West-Attikas (EFADA)/dpa Das Bauwerk verlĂ€uft zum grĂ¶ĂŸten Teil unterirdisch, ist gut erhalten und fĂŒhrt Wasser. - Foto: Panagiotis Devteraios/Griechisches Kulturministerium/dpa

Im Juni 2024 war die Hitze in der griechischen Hauptstadt Athen unertrĂ€glich. Temperaturen von weit ĂŒber 40 Grad Celsius tagsĂŒber und NĂ€chte, in denen das Thermometer nicht unter 30 Grad fiel, machten den Menschen das Leben schwer. Es war der heißeste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen. Eine besondere Maßnahme soll kĂŒnftig Linderung verschaffen: Die Reaktivierung des 2.000 Jahre alten, rund 23 Kilometer langen römischen Hadrianischen AquĂ€dukts.

Das Bauwerk verlĂ€uft zum grĂ¶ĂŸten Teil unterirdisch, ist gut erhalten und fĂŒhrt Wasser. An zahlreichen Stellen existieren oberirdisch noch Brunnen, an denen die Menschen sich einst bedienen konnten. Das AquĂ€dukt wurde von Kaiser Hadrian (76 bis 138 n. Chr.) in Auftrag gegeben, der als ausgewiesener Athen-Fan fĂŒr viele großartige Bauten verantwortlich zeichnet, die heute noch in der Hauptstadt bewundert werden können. Fertiggestellt wurde es kurz nach dem Ableben des Kaisers. 

UnterstĂŒtzung von der EU

Besonders weit gediehen ist das Projekt der Wiederbelebung des AquĂ€dukts in der Athener Vorstadt Chalandri, wo Fachleute der Athener Wasserwerke am Einsatz des Bauwerks arbeiten. Ein Bericht des Senders ERT zeigt den Verlauf aber unter anderem auch am Athener Olympiastadion. Das AquĂ€dukt endet schließlich im Nobelstadtteil Kolonaki im Stadtzentrum.

UnterstĂŒtzt wird die Maßnahme vom Athener Kulturministerium und von der EU. Dort ist das Projekt #WaterWiseEU angesiedelt, das angesichts der zunehmenden Belastungen fĂŒr die europĂ€ischen Wassersysteme fĂŒr mehr Wasserschutz, Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit wirbt. 

BewÀsserung von Parks und GÀrten

Bei dem Wasser, das durch die Nutzung des Hadrianischen AquĂ€dukts gewonnen werden soll, handelt es sich um Nutzwasser. Die Bewohner können es fĂŒr die BewĂ€sserung von GĂ€rten, Parks und Landwirtschaft einsetzen und damit die wertvolle Ressource Trinkwasser schonen. SchĂ€tzungen zufolge könnten auf diese Weise jĂ€hrlich bis zu 80.000 Kubikmeter Wasser allein in Chalandri eingespart werden. 

Umdenken notwendig

DafĂŒr mĂŒssen etliche neue Leitungen verlegt werden, damit das Wasser vom AquĂ€dukt zu den Menschen kommt - ein Mammutprojekt. Doch die Verantwortlichen planen ohnehin langfristig: Sie wollen nicht nur das AquĂ€dukt und sein Wasser nutzen, sondern durch die Reaktivierung des archĂ€ologischen Bauwerks bei den Bewohnern des Großraums Athen auch ein Umdenken bewirken. «Letztlich wollen wir eine neue Kultur schaffen - mehr GrĂŒnflĂ€chen und weniger Verschwendung von Trinkwasser», sagt Giorgos Sachinis, Strategiechef der Athener Wasserwerke. 

GrĂŒnflĂ€chen gegen Hitze

Das Hadrianische AquĂ€dukt bedient sich nicht nur dem Wasser vom Gebirge Parnitha, sondern sammelt vor allem auch Grundwasser entlang der Strecke. «Das ist wichtig, denn je mehr Wasser verbraucht wird, desto mehr kommt nach», erklĂ€rt Projektleiter Christos Giovanopoulos. Entlang des Verlaufs des AquĂ€dukts, so der Plan, könnten sehr viel mehr GrĂŒnflĂ€chen entstehen, die sich positiv auf die WĂ€rmeinsel Athen auswirken.

Bislang fließt das Wasser ins Meer

Dabei soll jede Gemeinde entlang des AquĂ€dukts selbst entscheiden können, wie genau dieses in die Wasserversorgung eingebunden werden soll - auch, um die Menschen teilhaben zu lassen. «Es ist eine architektonische Errungenschaft seiner Zeit», sagt die Chefin der Wasserwerke, Katerina Dimitrou. «Und heute ist es obendrein eine praktische Antwort auf die Anforderungen, die sich durch Wasserknappheit ergeben.» Die Athener mĂŒssten sich darĂŒber klar werden, dass Trinkwasser ein wertvolles Gut ist. Nicht zuletzt deshalb, weil das Wasser des Hadrianischen AquĂ€dukt bislang ungenutzt ins Meer fließt.

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