Spanien, Deutschland

Deutscher entschÀdigt Opfer und entkommt Haft auf Mallorca

Veröffentlicht am: 06.12.2025 um 00:10 Uhr | dpa.de

Deutsche schlagen auf Mallorca nicht selten ĂŒber die StrĂ€nge. Auch Polizisten aus Essen geraten in die Schlagzeilen. Einer von ihnen muss tief in die Tasche greifen, um nicht hinter Gitter zu landen.

Die Polizeieinheit Guardia Civil hatte die VerdÀchtigen im Sommer 2024 festgenommen. (Archivfoto) - Bild: Guardia Civil/Europapress/dpa
Die Polizeieinheit Guardia Civil hatte die VerdÀchtigen im Sommer 2024 festgenommen. (Archivfoto) - Bild: Guardia Civil/Europapress/dpa

Ein deutscher Polizist aus Essen zahlt einem Taxifahrer auf Mallorca nach einer PrĂŒgelattacke 40.000 Euro EntschĂ€digung und entkommt damit einer drohenden Haftstrafe. Die AnwĂ€lte hĂ€tten sich auf diesen Deal geeinigt, berichtete die «Mallorca Zeitung» (MZ) unter Berufung auf beide Seiten. Der Beamte ist derzeit weiterhin im Dienst in Deutschland tĂ€tig.

Im August 2024 hatte der Deutsche nach einer Taxifahrt vom sogenannten Ballermann an der Playa de Palma zu einem Landhotel in der Mitte der spanischen Mittelmeerinsel auf den 71-jÀhrigen Fahrer eingeschlagen. Laut dem Opfer waren drei weitere deutsche Polizisten an der Tat beteiligt.

Auslöser des Zwischenfalls war ein vermisstes Handy: Die jungen Urlauber - alle laut den spanischen Behörden unter 30 - beschuldigten den Mallorquiner des Diebstahls. Das Telefon tauchte aber spÀter in ihrer eigenen Tasche wieder auf. Bei dem Angriff brach sich der Taxifahrer mehrere Rippen und einen Arm.

Opfer nimmt Entschuldigung an

Die Polizeieinheit Guardia Civil nahm den HauptverdĂ€chtigen noch in der Nacht fest, zwei weitere MĂ€nner am folgenden Tag. Eine Untersuchungsrichterin ließ damals alle direkt wieder frei. SpĂ€ter erhob die Staatsanwaltschaft Anklage. Aber nur dem HauptverdĂ€chtigen drohte eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren.

Der Vergleich wurde nun von den AnwÀlten beider Seiten und auch von der Staatsanwaltschaft unterschrieben, wie die «Mallorca Zeitung» berichtete. Das Gericht muss den Deal noch absegnen, was jedoch als reine FormalitÀt gilt.

«Mein Klient ĂŒbernimmt die Verantwortung und hat seine Reue zum Ausdruck gebracht. Das Opfer hat die Entschuldigung angenommen», zitierte die MZ den Anwalt des HauptverdĂ€chtigen. Er bekannte sich demnach der Nötigung und der Körperverletzung schuldig und trĂ€gt neben der EntschĂ€digungszahlung auch die Anwaltskosten.

Ob er und die anderen verwickelten Polizisten im Dienst bleiben dĂŒrfen, ist noch offen. Ihnen droht daheim ein Disziplinarverfahren. Die Polizei in Essen hatte zuletzt mitgeteilt, dass man noch auf die Unterlagen aus Spanien warte.

de | unterhaltung | 68409797 |