DHL-Zentrum Leizen, Galinstan

DHL-Zentrum Leizen wieder frei: Entwarnung nach Quecksilberverdacht

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 17:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nach dem Fund einer verdächtigen Flüssigkeit im DHL-Zustellzentrum Leizen ist die Gefahrstoffwarnung aufgehoben. Eine Laboranalyse ergab, dass es sich um das quecksilberfreie Galinstan handelte; strafrechtliche Ermittlungen sind nicht vorgesehen.

  • Das DHL-Zentrum in Leizen wurde vorsorglich gesperrt.  - Bild: Jens Büttner/dpa
    Das DHL-Zentrum in Leizen wurde vorsorglich gesperrt. - Bild: Jens Büttner/dpa
  • ine Laboranalyse habe ergeben, dass es sich um Galinstan handele, hieß es. - Bild: Jens Büttner/dpa
    ine Laboranalyse habe ergeben, dass es sich um Galinstan handele, hieß es. - Bild: Jens Büttner/dpa
Das DHL-Zentrum in Leizen wurde vorsorglich gesperrt.  - Bild: Jens Büttner/dpa ine Laboranalyse habe ergeben, dass es sich um Galinstan handele, hieß es. - Bild: Jens Büttner/dpa

Nach dem Verdacht auf Quecksilber in einem DHL-Paketzustellzentrum im mecklenburgischen Leizen hat die Polizei Entwarnung gegeben und den Standort wieder freigegeben.

Laboranalyse klärt Stoff

Bei der sichergestellten Substanz handele es sich nicht um Quecksilber, teilte die Polizei mit. Eine Laboranalyse habe ergeben, dass der Stoff Galinstan sei, eine quecksilberfreie Metalllegierung, die unter anderem als Ersatz für Quecksilber verwendet werde.

Nach derzeitigem Stand sei eine Bestellung während des Transports oder der Zustellung beschädigt worden. Dadurch seien weitere Pakete verunreinigt worden.

Zentrum zeitweise gesperrt

Das Zustellzentrum war vorübergehend gesperrt worden. Spezialkräfte und Feuerwehr hatten die Substanz gesichert, weil zunächst ein gefährlicher Stoff vermutet worden war.

Die Polizei teilte mit: «Weitere strafrechtliche Ermittlungen ergeben sich nach aktuellem Stand nicht.»

Beschwerden bei Zustellerin

Eine 50 Jahre alte Zustellerin hatte sich am Dienstag an die Polizei gewandt, nachdem sie körperliche Beschwerden verspürt hatte, die einer Vergiftung ähnelten. Zuvor waren Spuren der Substanz im Zustellfahrzeug und in ihren privaten Räumen gesichert worden.

Am Wochenende war im mecklenburgischen Neustadt-Glewe ebenfalls eine Wohnung nach einem Quecksilberfund geräumt worden. Eine Bewohnerin hatte online Blumen bestellt; in der Lieferung war der gefährliche Stoff entdeckt worden. Zwei Bewohnerinnen wurden ärztlich behandelt.

Galinstan statt Quecksilber

Galinstan ist eine quecksilberfreie Metalllegierung aus Gallium, Indium und Zinn. Sie bleibt bei Raumtemperatur flüssig und wird unter anderem als Ersatz für Quecksilber in Thermometern eingesetzt. Im Unterschied zu Quecksilber gilt Galinstan als deutlich weniger problematisch, dennoch kann die Legierung bei beschädigten Verpackungen weitere Sendungen und Arbeitsbereiche verunreinigen.

Der Vorfall zeigt die besondere Herausforderung beim Transport flüssiger Stoffe: Eine beschädigte Bestellung kann nicht nur das ursprüngliche Paket, sondern auch Transportbehälter, Fahrzeuge und weitere Sendungen betreffen. Für Einsatzkräfte ist deshalb zunächst die sichere Einstufung des Stoffes entscheidend. Die zeitweise Sperrung des Zentrums diente dazu, Kontakte zu begrenzen und die Substanz fachgerecht zu sichern.

Bedeutung für den Paketverkehr

Für Anwohner und Empfänger in der Region ist nach der Freigabe des Zustellzentrums vor allem relevant, dass der konkrete Gefahrstoffverdacht ausgeräumt ist. Die beschädigten Sendungen müssen dennoch ordnungsgemäß behandelt werden. Der zuvor bekannt gewordene Quecksilberfund in Neustadt-Glewe hatte die Aufmerksamkeit zusätzlich erhöht, steht nach den vorliegenden Angaben aber nicht automatisch mit dem Leizener Vorgang in Verbindung.

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