Ekel in Spanien: GroĂes GeschĂ€ft im Freibad
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 04:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
In Spanien sorgt ein widerlicher und gesundheitsschĂ€dlicher Trend fĂŒr Ekel, Ărger und erhebliche SchĂ€den in FreibĂ€dern. Beim sogenannten «reto marrĂłn», der «braunen Herausforderung», verrichten vor allem Kinder und Jugendliche absichtlich ihr groĂes GeschĂ€ft in Schwimmbecken, um dann Videos des anschlieĂenden Tumults, der anrĂŒckenden Polizei und der RĂ€umung des Freibads in Hoffnung auf viele Likes in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen.
Obwohl die BuĂgelder bis zu 20.000 Euro betragen können plus hoher Schadensersatzforderungen und jahrelanger Hausverbote, berichten spanische Medien fast tĂ€glich ĂŒber neue FĂ€lle. Eine zentrale Erfassung der VorfĂ€lle in den meist kommunalen BĂ€dern gibt es nicht, aber im vergangenen Jahr sollen es rund 300 gewesen sein, in diesem Jahr bisher schon «Hunderte», wie der Sender Cadena Ser berichtete.
Die TĂ€ter auf «frischer Tat» zu erwischen, ist jedoch schwierig. Manche brĂ€chten die FĂ€kalien sogar in PlastiktĂŒten mit, die sie in der Badehose versteckten und dann im Wasser entleerten, berichtete etwa die Zeitung «La RazĂłn». In der nordspanischen Stadt Burgos gibt es jetzt jedoch ein BuĂgeldverfahren gegen die Eltern von vier Kindern im Alter von 11 bis 13 Jahren, wie die Stadtverwaltung dpa bestĂ€tigte. Sie wurden von einem Erwachsenen dabei beobachtet, wie sie ihre braune Hinterlassenschaft im Schwimmbad El PlantĂo freisetzten. Der Mann alarmierte sofort die Polizei, die die Personalien der Kinder aufnahm.
BuĂgelder und Schadenersatz drohen
Den Eltern drohen nun BuĂgelder von je 3.000 Euro und Schadensersatzforderungen der Kommune fĂŒr die Reinigung und Desinfizierung des Freibads. Das kann im schlimmsten Fall, wenn das Wasser ausgetauscht werden muss, mehrere Tausend Euro kosten. Und die ĂbeltĂ€ter selbst mĂŒssen sich auf ein mehrjĂ€hriges Hausverbot gefasst machen. Die BĂŒrgermeisterin von Burgos, Cristina Ayala, betonte, das Verfahren werden «bis zur letzten Konsequenz» durchgezogen. Es sei in diesem Jahr bereits der sechste Fall dieser Art in FreibĂ€dern der Stadt gewesen.
AndrĂ©s LĂłpez, als Psychiater Koordinator fĂŒr psychische Gesundheit im Gesundheitsbezirk von Osuna, erklĂ€rte in einem Interview bei Cadena Ser, hinter dieser Art von Verhalten könne ein emotionales Problem bei einer besonders schutzbedĂŒrftigen Gruppe wie Jugendlichen und jungen Erwachsenen stecken. Diese wĂŒrden soziale Netzwerke benutzen, um Anerkennung zu finden oder GefĂŒhle der Einsamkeit zu bekĂ€mpfen. LĂłpez betonte, dass soziale Netzwerke bestimmte suchterzeugende Mechanismen haben, die einen MitlĂ€ufereffekt begĂŒnstigten, um diese Art unsozialen Verhaltens nachzuahmen.
