DÀnemark, Grönland

SÀngerin Björk fordert Grönlands UnabhÀngigkeit

07.01.2026 - 08:11:46 | dpa.de

Die islÀndische Musikerin Björk bekundet ihre SolidaritÀt mit den Bewohnern der Arktisinsel und verurteilt Kolonialismus. Ihre Fans diskutieren, ob der Instagram-Post zur richtigen Zeit kommt.

Björks letztes Album «Fossora» erschien 2022. Die SÀngerin zeigt sich solidarisch mit den Bewohnerinnen und Bewohnern Grönlands. (Archivbild) - Foto: picture alliance / Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Die islĂ€ndische SĂ€ngerin Björk hat die Bewohnerinnen und Bewohner von Grönland dazu aufgefordert, ihre UnabhĂ€ngigkeit zu erklĂ€ren. «Ich wĂŒnsche allen GrönlĂ€ndern Segen fĂŒr ihren Kampf um UnabhĂ€ngigkeit», schreibt die einflussreiche Musikerin, deren Alben sich millionenfach verkauften, in einem Post auf Instagram. Dazu postet sie ein Bild mit den Umrissen Grönlands in den Farben der Flagge des Landes. 

Die Insel Grönland ist zwar mittlerweile weitgehend autonom, gehört aber noch zum dĂ€nischen Königreich. US-PrĂ€sident Donald Trump hatte erstmals 2019 einen Besitzanspruch auf Grönland geĂ€ußert. 

Björk schreibt weiter: «Der Kolonialismus jagt mir immer wieder eisige Schauder ĂŒber den RĂŒcken, und der Gedanke, dass meine grönlĂ€ndischen Landsleute von einem grausamen Kolonialherrn zum nĂ€chsten wechseln könnten, ist zu schrecklich, um ihn auch nur zu denken.» Und: «Liebe GrönlĂ€nder, erklĂ€rt eure UnabhĂ€ngigkeit!» Island, das Heimatland der SĂ€ngerin, ist seit 1944 unabhĂ€ngig von DĂ€nemark. Björk gehörte laut dem New Yorker Nachrichtenmagazin «Time» im Jahr 2015 zu den 100 einflussreichsten Menschen der Erde.

Reaktionen mit Herz-Emojis, aber auch Kritik

Ihre Fans kommentierten den Post mit Herz-Emojis. Ein User schreibt: «ErklĂ€rt die UnabhĂ€ngigkeit! Lasst euch das nicht gefallen!» Es gibt aber auch Nutzer, die der SĂ€ngerin vorwerfen, ihre UnterstĂŒtzung zur falschen Zeit zum Ausdruck gebracht zu haben und damit den USA in die HĂ€nde zu spielen. Einige halten eine UnabhĂ€ngigkeit fĂŒr den falschen Schritt: «Grönland muss von der EU und der Nato beschĂŒtzt werden», heißt es unter anderem. 

Grönland war bis 1953 eine Kolonie DĂ€nemarks, hat aber seit 1979 immer grĂ¶ĂŸere Selbstverwaltungsrechte erhalten und ist inzwischen weitgehend autonom. Über Bereiche wie Außen- und Verteidigungspolitik entscheidet weiter DĂ€nemark - durch die Anbindung an das Königreich ist Grönland auch Teil der Nato. Ein großer Teil der rund 57.000 GrönlĂ€nder wĂŒnscht sich die vollstĂ€ndige UnabhĂ€ngigkeit von DĂ€nemark.

Die US-Regierung hatte zuletzt ihre Drohungen hinsichtlich eines Besitzanspruchs auf die Arktisinsel verstĂ€rkt und sendet widersprĂŒchliche Signale: Das Weiße Haus schließt einen MilitĂ€reinsatz ausdrĂŒcklich nicht aus, wĂ€hrend der Außenminister Berichten zufolge von einem Kauf der autonomen Arktisinsel spricht.

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