Rettungsaktion fĂŒr den Buckelwal wird fortgesetzt
17.04.2026 - 06:45:11 | dpa.de
Wird die privat organisierte Rettungsaktion fĂŒr den vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwal Erfolg haben? Rasche Klarheit darĂŒber gibt es wohl nicht. Die Vorbereitungen einschlieĂlich einer vorsichtigen Ă€uĂerlichen Untersuchung wurden gestern Nachmittag unterbrochen, um dem Tier Ruhe zu gönnen.
Wie soll es jetzt weitergehen?
Ein Konvoi aus mehreren Lastwagen hatte am Donnerstag Material in den kleinen Hafen von Kirchdorf auf der Insel Poel gebracht. Darunter befinden sich zwei Pontons, die eine wichtige Rolle bei dem Vorhaben spielen sollen. Details der Aktion sind nicht bekannt. Klar ist aber, dass die Helfer versuchen wollen, das tonnenschwere Tier mit Luftkissen anzuheben. Weil der Buckelwal aber seit mehr als zwei Wochen auf dem Grund festliegt, muss zunĂ€chst Meeresboden unter ihm weggespĂŒlt werden.
Der Wal soll dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert werden. Wenn alles gut geht, kann ein Schlepper damit beginnen, die empfindliche Fracht in die tiefere Ostsee und dann durch Kattegat und Skagerrak in die Nordsee und dann in den Atlantik zu ziehen. Dort könnte das Tier im besten Fall in die Freiheit entlassen werden.
Wie geht es dem Tier?
Alle Experten gehen davon aus, dass der Wal stark geschwĂ€cht und schwer krank ist. Ein Walexperte und zwei Tiermedizinerinnen nahmen am Donnerstag vorsichtig Kontakt zu ihm auf und stellten fest, dass er auf Ansprache reagiert, wie die Sprecherin der Rettungsaktion sagte. Sein Blasrohr sei intakt, an ihm seien keine EntzĂŒndungszeichen zu erkennen. Aufregung zeige der MeeressĂ€uger nicht.
Wer steckt hinter der Operation?
Hinter dem Rettungsversuch steht eine private Initiative um Mediamarkt-GrĂŒnder Walter Gunz und Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die aus dem Pferdesport bekannt ist. Sie finanzieren und organisieren die Aktion mit EinverstĂ€ndnis der Behörden in Mecklenburg-Vorpommern.Â
Was sagen andere Experten?
Der Meeresbiologe Boris Culik Ă€uĂerte sich positiv zum Rettungsversuch. Er schĂ€tze die MaĂnahmen, die man vorhabe, als sehr vielversprechend ein, sagte Culik, der frĂŒher am Geomar Helmholtz-Zentrum fĂŒr Ozeanforschung in Kiel gearbeitet hat. Ob der Wal ĂŒberlebe, sei ungewiss, sagte der Meeresbiologe. Denn das Hauptproblem - das Netz in seinem Maul - bleibe bestehen. Culik sagte: «Wenn man ihn nicht davon befreit, wie soll er sich dann ernĂ€hren und wieder zu KrĂ€ften kommen?»
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace beteiligt sich nicht an der geplanten Rettungsaktion, denn nach den vorliegenden Informationen sei der Wal krank und stark geschwÀcht, so eine Sprecherin.
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