Louvre, Einbruch

Louvre-Einbruch: Frankreich jagt die JuwelenrÀuber

20.10.2025 - 04:00:07 | dpa.de

Die TĂ€ter setzten eine HebebĂŒhne, Motorroller und FunkausrĂŒstung ein: Der spektakulĂ€re Louvre-Raub klingt wie ein Film – doch die Beute ist echt und von unschĂ€tzbarem Wert. Wer steckt hinter dem Coup?

  • Die Einbrecher drangen ĂŒber ein Fenster im ersten Stock in das Museum ein. - Foto: Thibault Camus/AP/dpa
  • Nach dem Coup gibt es Kritik an mangelnden Sicherheitsvorkehrungen. - Foto: Dimitar Dilkoff/AFP/dpa
  • In der prachtvollen Galerie d'Apollon im Louvre wird kostbarer Schmuck ausgestellt. (Archivbild) - Foto: Stephane De Sakutin/AFP/dpa
  • Die Krone der Kaiserin EugĂ©nie wurde spĂ€ter nahe dem Louvre beschĂ€digt gefunden. (Archivbild) - Foto: Stephane De Sakutin/AFP/dpa
Die Einbrecher drangen ĂŒber ein Fenster im ersten Stock in das Museum ein.  - Foto: Thibault Camus/AP/dpa Nach dem Coup gibt es Kritik an mangelnden Sicherheitsvorkehrungen. - Foto: Dimitar Dilkoff/AFP/dpa In der prachtvollen Galerie d'Apollon im Louvre wird kostbarer Schmuck ausgestellt. (Archivbild) - Foto: Stephane De Sakutin/AFP/dpa Die Krone der Kaiserin EugĂ©nie wurde spĂ€ter nahe dem Louvre beschĂ€digt gefunden. (Archivbild) - Foto: Stephane De Sakutin/AFP/dpa

Nach dem spektakulĂ€ren Museumseinbruch in den weltberĂŒhmten Pariser Louvre lĂ€uft die landesweite Großfahndung nach den TĂ€tern auf Hochtouren. Bis zum frĂŒhen Morgen konnten die Ermittler der Diebesbande und ihrer Beute aus historischen Juwelen von unschĂ€tzbarem Wert nicht habhaft werden. Regierungspolitiker reagierten zutiefst empört ĂŒber den Raubzug durch den Louvre, gewissermaßen die kulturelle Seele Frankreichs - und kĂŒndigten an, die Einbrecher mit allen nötigen Mitteln zur Strecke bringen zu lassen.

PrĂ€sident Emmanuel Macron brandmarkte das Verbrechen als Attacke auf die französische Kultur als Ganzes. «Der Diebstahl im Louvre ist ein Angriff auf ein Kulturgut, das wir schĂ€tzen, weil es Teil unserer Geschichte ist», sagte der Staatschef. «Wir werden die Werke wiederfinden und die TĂ€ter vor Gericht stellen. Unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Paris wird ĂŒberall alles getan, um dies zu erreichen.»

Die Diebe entkamen mit acht kostbaren SchmuckstĂŒcken frĂŒherer Königinnen und Kaiserinnen - darunter mit Edelsteinen ĂŒbersĂ€te Diademe, Halsketten, Ohrringe und Broschen. Die mit Smaragden und Hunderten Diamanten verzierte Krone der Kaiserin EugĂ©nie (1826-1920) gehörte ebenfalls zur Beute, wurde allerdings spĂ€ter in der NĂ€he des Louvre beschĂ€digt gefunden - offenbar hatten die TĂ€ter sie bei der Flucht verloren.

In einer gemeinsamen Stellungnahme sprachen das französische Innen- und Kulturministerium von SchmuckstĂŒcken, die ĂŒber ihren Marktwert hinaus «einen unschĂ€tzbaren kulturellen und historischen Wert» hĂ€tten.

Fahndung nach kriminellem Roller-Quartett

Laut der Pariser StaatsanwĂ€ltin Laure Beccuau wird nach einem «Kommando» von vier Personen gefahndet, das maskiert zu dem spektakulĂ€ren Diebstahl anrĂŒckte und danach «auf leistungsstarken Motorrollern» floh. Möglicherweise habe es sich bei den TĂ€tern bloß um Handlanger gehandelt, also eher kleine Fische, hinter denen eine kriminelle Organisation als Auftraggeber stecke. Bei ihrer Fahndung können sich die Ermittler auch auf Bilder der VideoĂŒberwachung des Museums stĂŒtzen, das zu den grĂ¶ĂŸten Touristenattraktionen in Paris zĂ€hlt.

Innenminister Laurent Nuñez sagte, der Diebstahl sei offensichtlich von einem «sehr erfahrenen Team» begangen worden. Er sei aber «zuversichtlich, dass die TÀter und die gestohlenen GegenstÀnde sehr schnell gefunden werden».

Zumindest ließen die TĂ€ter bei ihrem Coup, der alles in allem rund sieben Minuten dauerte, Handschuhe, Werkzeuge und ein FunkgerĂ€t am Tatort zurĂŒck. Unweit vom Museum verloren sie außerdem eine Warnweste. Beweismittel wie diese könnten den Fahndern Hinweise auf die Einbrecher und ihre HintermĂ€nner liefern.

Per HebebĂŒhne auf den Museumsbalkon

FĂŒr ihren dreisten Raubzug bei helllichtem Tage hatten die TĂ€ter am Sonntagmorgen einen mit einer HebebĂŒhne ausgestatteten Lkw an der zur Seine gelegenen Seite des Museums auf dem BĂŒrgersteig geparkt und Warnkegel auf der Straße aufgestellt. WĂ€hrend zwei der TĂ€ter auf Motorrollern an der Straße warteten, gelangten die anderen beiden mit der HebebĂŒhne auf einen Balkon im ersten Stock des Museums. Dort zerstörten sie mit einem Trennschleifer eine Scheibe, um direkt in den Ausstellungsraum in der Galerie d'Apollon zu gelangen und dort auf Beutezug zu gehen. 

Im Innern des Prachtbaus bedrohten sie nach Angaben der StaatsanwĂ€ltin das Museumspersonal und brachen zwei Vitrinen auf. Anschließend verließen die Diebe den Louvre wieder und entkamen mit ihrer Beute.

KopfschĂŒtteln ĂŒber mangelnde Sicherheit 

Dass die Einbrecher derart einfach in den Louvre gelangen konnten, sorgt fĂŒr KopfschĂŒtteln und Verwunderung. Das Kulturministerium begegnete der Kritik mit einer Stellungnahme: «Die Alarmanlagen am Außenfenster der Apollon-Galerie sowie an den beiden betroffenen Vitrinen wurden ausgelöst», stellte die Behörde klar. Außerdem hĂ€tten «zum Zeitpunkt des besonders schnellen und brutalen Einbruchs» fĂŒnf Museumsmitarbeiter sofort eingegriffen.

«Dank der ProfessionalitĂ€t und der schnellen Reaktion der Mitarbeiter des Louvre konnten die TĂ€ter in die Flucht geschlagen werden und ließen ihre AusrĂŒstung sowie eines der gestohlenen Objekte zurĂŒck, nĂ€mlich die Krone der Kaiserin EugĂ©nie, deren Zustand derzeit untersucht wird», teilte das Ministerium mit.

Wurde das Gold schon eingeschmolzen?

Macron betonte, dass das im Januar vorgestellte Projekt zur Modernisierung des Louvre auch eine VerstÀrkung der Sicherheitsvorkehrungen vorsehe. «Es wird die Erhaltung und den Schutz dessen gewÀhrleisten, was unser GedÀchtnis und unsere Kultur ausmacht», sagte der PrÀsident. Einstweilen ist ein Teil dieses kulturellen Erbes jedoch verloren.

Die große Frage ist nun, ob der Schmuck möglicherweise bereits kurz nach dem Einbruch eingeschmolzen wurde, um das Gold weiterzuverkaufen. Und die Edelsteine? «Das Risiko besteht darin, dass einige Diamanten im Handel verkauft werden könnten, was die Rekonstruktion der SchmuckstĂŒcke sehr erschweren wĂŒrde», sagte eine mit den Ermittlungen vertraute Person der Zeitung «Le Parisien».

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