Lawine in Chile, Portillo

Lawine in Chile: Drei Tote nahe Portillo

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 01:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Drei Menschen sterben, vier weitere werden verletzt, als eine Lawine nahe der Laguna del Inca sieben Ausflügler in eine Lagune zieht. Die Behörden sprechen von einem unerlaubten Aufenthalt in einem gesperrten Bereich während der Schneeschmelze.

Sieben Menschen an der Inka-Lagune

  • Die chilenische Katastrophenschutzbehörde Senapred meldete drei Tote und vier Verletzte.
  • Das Unglück ereignete sich nahe Portillo rund 150 Kilometer nordöstlich von Santiago.
  • Die Polizei teilte mit, dass die Lawine die sieben Menschen in eine Lagune zog.
  • Bürgermeister Manuel Rivera sprach von menschlicher Nachlässigkeit und verwies auf einen gesperrten Bereich.
Das Unglück ereignete sich in der Nähe eines Skiresorts in der Region Valparaíso. (Symbolbild) - Bild: Diego Martin/Agencia Uno/dpa

Lawine nahe Portillo reißt sieben Menschen in Lagune

Bei einer Schneelawine in den chilenischen Anden sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen und vier weitere verletzt worden. Die Betroffenen nahmen laut Behörden an einem unerlaubten Ausflug in einem gesperrten Gebiet nahe dem Skigebiet Portillo teil.

Unglück nahe der Laguna del Inca

Das Unglück ereignete sich in der Nähe der Laguna del Inca, rund 150 Kilometer nordöstlich von Santiago de Chile an der Grenze zu Argentinien. Nach Angaben der chilenischen Polizei zog die Lawine die sieben Menschen in die Lagune.

Skisaison in Portillo ist beendet

Auf der Südhalbkugel ist derzeit Frühling, die Skisaison in Portillo ist vorbei. Die Inka-Lagune liegt auf rund 2.800 Metern Höhe.

Bürgermeister nennt menschliche Nachlässigkeit

Der Bürgermeister der Gemeinde Los Andes, Manuel Rivera, führte den Vorfall auf „menschliche Nachlässigkeit“ zurück. Trotz Warnungen hätten sich die Besucher in einem gesperrten Bereich aufgehalten.

Der Ausflug habe am frühen Samstagnachmittag Ortszeit stattgefunden, als die Schneeschmelze wegen der höheren Temperaturen besonders stark gewesen sei, sagte Rivera. Die Schneemenge in Portillo liege mit neun bis zehn Metern auf einem historischen Höchststand.

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Lawinen gehören in den chilenischen Anden zu den zentralen Gefahren des Winters und des beginnenden Frühjahrs. Das Risiko steigt, wenn große Schneemengen auf dem Untergrund liegen und höhere Temperaturen die Schneedecke destabilisieren. In hoch gelegenen Gebieten kann die Schneeschmelze zudem Wasserwege und Geländeabschnitte rasch verändern.

Der Unfall ereignete sich nahe Portillo, einem international bekannten Skigebiet an der Verbindung zwischen Santiago und der argentinischen Grenze. Dass die reguläre Skisaison auf der Südhalbkugel bereits beendet ist, bedeutet nicht, dass das Gebiet ungefährlich wird. Außerhalb des kontrollierten Skibetriebs fehlen vielfach geöffnete Pisten, präparierte Zugänge und eine laufende Sicherheitsüberwachung.

Warnungen und Sperrungen

Für Besucher von Bergregionen sind Sperrungen und lokale Warnungen deshalb besonders relevant. Sie berücksichtigen nicht nur sichtbare Schneemengen, sondern auch Hangneigung, Temperaturentwicklung und die Stabilität einzelner Schneeschichten. Ein gesperrter Bereich kann selbst dann gefährlich sein, wenn die Oberfläche zunächst fest oder begehbar wirkt.

Für die Rettungskräfte erschweren Lawinen in großer Höhe die Suche zusätzlich: Schnee kann Menschen weit unter der Oberfläche verschütten, während steiles Gelände und Gewässer weitere Risiken schaffen. Der Fall zeigt damit die unmittelbare Bedeutung von Zugangsbeschränkungen in Gebirgsregionen, besonders in Phasen ungewöhnlich großer Schneemengen und rascher Erwärmung.

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