Portugal, Deutschland

Erster Bericht: Kabel löste sich von Todes-Bahn in Lissabon

06.09.2025 - 21:39:07 | dpa.de

Drei Tage nach dem schweren Standseilbahn-UnglĂŒck in Lissabon hat eine staatliche Untersuchungskommission einen ersten und vorlĂ€ufigen Bericht zur Ursache vorgelegt. Aber viele Fragen bleiben.

  • Nach ersten Erkenntnissen des Amtes fĂŒr die VerhĂŒtung und Untersuchung von Flug- und EisenbahnunfĂ€llen (GPIAAF) hat sich das Haltekabel vom Wagen der Standseilbahn gelöst und so das UnglĂŒck verursacht. - Foto: Armando Franca/AP/dpa
  • Eltern aus Deutschland haben ihren Sohn, den die Polizei schon unter den Todesopfern vermutete, schwer verletzt aber lebend in einem Krankenhaus von Lissabon gefunden. - Foto: Armando Franca/AP/dpa
Nach ersten Erkenntnissen des Amtes fĂŒr die VerhĂŒtung und Untersuchung von Flug- und EisenbahnunfĂ€llen (GPIAAF) hat sich das Haltekabel vom Wagen der Standseilbahn gelöst und so das UnglĂŒck verursacht. - Foto: Armando Franca/AP/dpa Eltern aus Deutschland haben ihren Sohn, den die Polizei schon unter den Todesopfern vermutete, schwer verletzt aber lebend in einem Krankenhaus von Lissabon gefunden.  - Foto: Armando Franca/AP/dpa

Das schwere StandseilbahnunglĂŒck in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon mit 16 Toten ist nach ersten Erkenntnissen einer Untersuchungskommission durch einen Schaden an der Verbindung des Seils mit dem UnglĂŒckswagen verursacht worden. Das Seil habe sich von dem gelben Wagen gelöst, stand in einem Bericht des Amtes fĂŒr die VerhĂŒtung und Untersuchung von Flug- und EisenbahnunfĂ€llen (GPIAAF). Warum die Bremsen das GefĂ€hrt nicht stoppen konnten, blieb zunĂ€chst aber unklar.

Bei der Untersuchung des Wracks vor Ort sei sofort festgestellt worden, dass das Kabel, das die beiden Wagen verbindet, an seinem Befestigungspunkt im oberen Teil des UnglĂŒckswagens nachgegeben habe, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Lusa aus dem Bericht. 

Kabel sollte erst in knapp neun Monaten ausgetauscht werden

Das verwendete Kabel bestehe aus sechs StrÀngen mit je 36 StahldrÀhten und einem Faserkern mit einem Gesamtdurchmesser von 32 Millimetern. Die Bruchlast betrÀgt etwa 68 Tonnen. Der Kabeltyp werde in dieser Standseilbahn seit etwa sechs Jahren verwendet.

Die veranschlagte Lebensdauer eines solchen Kabels liege bei 600 Tagen. Das zum Unfallzeitpunkt vorhandene Kabel sei erst seit 337 Tagen im Einsatz gewesen, ging aus dem GPIAAF-Bericht hervor.

Weitere Untersuchungen notwendig 

Wie es dazu kommen konnte, dass sich das Kabel von dem Wagen löste, mĂŒsse jedoch bei weiteren Untersuchungen geklĂ€rt werden. Einen ausfĂŒhrlicheren Bericht beabsichtigt die Behörde nach Angaben ihres Direktors Nelson Oliveira in etwa 45 Tagen vorzulegen, einen umfassenden Abschlussbericht in einem Jahr.

Der «Elevador da GlĂłria» ist eine der berĂŒhmtesten Touristenattraktionen Lissabons, aber auch Einheimischen nutzen ihn tĂ€glich. JĂ€hrlich befördert die im 19. Jahrhundert in Deutschland gebaute Standseilbahn rund drei Millionen Passagiere. Am Mittwochabend aber verwandelte sich die Anlage binnen Sekunden in eine Todesfalle. Der gerade die steile Straße bergab fahrende Wagen beschleunigte unkontrolliert, entgleiste, stĂŒrzte auf die Seite und krachte in einer Kurve mit einer Geschwindigkeit von rund 60 Kilometern pro Stunde gegen ein GebĂ€ude. Von dem GefĂ€hrt blieben nur TrĂŒmmer ĂŒbrig.

Elf AuslÀnder unter den Toten

Außer den 16 Todesopfern des UnglĂŒcks wurden auch 21 Menschen zum Teil schwer verletzt. Ein zunĂ€chst totgeglaubter Deutscher wurde spĂ€ter von seinen Eltern schwer verletzt, aber lebend in einem Krankenhaus gefunden. Seine Frau wurde schwer, der gemeinsame kleine Sohn leicht verletzt. 

Bei den Todesopfern handelt es sich um fĂŒnf Portugiesen, drei Briten, zwei Kanadier, zwei SĂŒdkoreaner und je ein Todesopfer aus der Schweiz, der Ukraine, Frankreich und den USA, wie die portugiesische Kriminalpolizei mitteilte. 

Einen solchen Unfall mit einer der drei Standseilbahnen hatte es in Lissabon bisher nicht gegeben.

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