Kap Verde, Argentinien

Drei Tote nach Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff

04.05.2026 - 14:15:03 | dpa.de

Drei Tote, mehrere Infizierte: Auf dem Schiff «Hondius» gab es einen ungewöhnlichen Hantavirus-Ausbruch. Die Quelle ist bisher noch völlig unklar.

  • Bislang sind drei Personen auf dem Schiff gestorben. (Symbolbild) - Foto: Hans R. Gelderblom/RKI/dpa
    Bislang sind drei Personen auf dem Schiff gestorben. (Symbolbild) - Foto: Hans R. Gelderblom/RKI/dpa
  • Am Bernhard-Nocht-Institut fĂŒr Tropenmedizin (BNI) werden Viren aus aller Welt - darunter auch Hantaviren - erforscht. - Foto: Angelika Warmuth/dpa
    Am Bernhard-Nocht-Institut fĂŒr Tropenmedizin (BNI) werden Viren aus aller Welt - darunter auch Hantaviren - erforscht. - Foto: Angelika Warmuth/dpa
Bislang sind drei Personen auf dem Schiff gestorben. (Symbolbild) - Foto: Hans R. Gelderblom/RKI/dpa Am Bernhard-Nocht-Institut fĂŒr Tropenmedizin (BNI) werden Viren aus aller Welt - darunter auch Hantaviren - erforscht. - Foto: Angelika Warmuth/dpa

Nach einem ungewöhnlichen Ausbruch des Hantavirus auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff im Atlantik sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) drei Menschen mutmaßlich nach einer Infektion gestorben. Zwei der Toten seien NiederlĂ€nder, hieß es vom niederlĂ€ndischen Außenministerium. 

Nach Angaben des sĂŒdafrikanischen Gesundheitsministeriums verstarb ein 70-jĂ€hriger NiederlĂ€nder auf dem Schiff. Seine 69-jĂ€hrige Ehefrau sei am Flughafen in Johannesburg zusammengebrochen, als sie versuchte, in ihre Heimat zurĂŒckzufliegen. Sie sei ins Krankenhaus gebracht worden und dort gestorben.

Weitere drei Menschen sind wohl infiziert, einer davon – ein britischer Patient – wird in SĂŒdafrika intensivmedizinisch betreut, wie die WHO in Genf und die sĂŒdafrikanischen Behörden mitteilten. Die anderen beiden Infizierten seien Crew-Mitglieder, die an Bord ebenfalls medizinische Notfallversorgung benötigten, hieß es vom Schiffsbetreiber Oceanwide Expeditions. Einige FĂ€lle galten zunĂ€chst als VerdachtsfĂ€lle, der Labornachweis stand noch aus.

Infektionen sind selten

Das Hantavirus kann bei Menschen zu Fieber und schweren Atemwegserkrankungen fĂŒhren. HĂ€ufig sind auch die Nieren betroffen. Schwere VerlĂ€ufe können tödlich enden, kommen nach Informationen des Gesundheitsministeriums aber in Deutschland nur selten vor.

Der WHO-Regionaldirektor fĂŒr Europa, Hans Henri Kluge, gab gewisse Entwarnung: «Das Risiko fĂŒr die breite Öffentlichkeit ist weiterhin gering.» ReisebeschrĂ€nkungen seien nicht erforderlich. Hantavirus-Infektionen seien selten und hingen in der Regel mit Kontakten zu infizierten Nagetieren zusammen, hieß es weiter. Erkrankungen verliefen zwar in manchen FĂ€llen schwerwiegend, das Virus sei aber nicht leicht von Mensch zu Mensch ĂŒbertragbar.

Ansteckung eigentlich eher in Schuppen oder Garten

Der niederlĂ€ndische Schiffsbetreiber erklĂ€rte, er könne zur möglichen Ursache bislang nichts sagen. Ein Ausbruch in einer solchen Umgebung gilt als ungewöhnlich: Infizierte Nagetiere scheiden das Virus mit ihrem Kot, Urin oder Speichel aus, wie das Robert Koch-Institut schreibt. Menschen stecken sich ĂŒblicherweise durch aufgewirbelten Staub – etwa beim AufrĂ€umen eines staubigen Schuppens oder Dachbodens – oder durch Bisse an. 

In Deutschland schwankt die Zahl der Infektionen den Gesundheitsbehörden zufolge von Jahr zu Jahr. Sie ist abhĂ€ngig davon, wie viele Nagetiere es gibt, die den Erreger ĂŒbertragen können. Dazu gehören etwa RötelmĂ€use. Gibt es fĂŒr sie viel zu fressen, was wiederum mit NiederschlĂ€gen im Vorjahr zusammenhĂ€ngt, können sie sich stark vermehren - im Zuge dessen gibt es auch mehr Hantavirus-FĂ€lle beim Menschen. Im Jahr 2024 zĂ€hlte das Robert Koch-Institut 423 Erkrankungen, im Jahr davor 337 FĂ€lle. 2021 gab es ein Vielfaches dieser Fallzahlen.

Platz fĂŒr etwa 240 Menschen

Das Schiff von Oceanwide Expeditions hat fĂŒr 170 Passagiere und etwa 70 Besatzungsmitglieder Platz. Laut Fahrplan des Schiffes war die «Hondius» von Ushuaia im SĂŒden Argentiniens aufgebrochen. Nach Angaben verschiedener Ortungs-Websites befand sich das Schiff zuletzt vor seinem Zielhafen vor Kap Verde.

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