Ed Sheeran Konzert Philadelphia: Popstar spricht nach Macklemore-Aus über Gaza, Hamas und Redefreiheit
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 07:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWSPopstar Ed Sheeran hat beim ersten Konzert nach dem Ausschluss des US-Rappers Macklemore aus dem Vorprogramm seiner US-Tour in Philadelphia vor Publikum zur Kontroverse Stellung bezogen.
Sheeran spricht von schwierigen Entscheidungen
Zu Beginn des Auftritts in der Ostküstenmetropole sagte der 35-Jährige, es sei hoffentlich in Ordnung, wenn er zunächst einige Worte zur vergangenen Woche verliere, bevor er Songs spiele. Er sei es gewohnt, dass seine Musik kritisiert werde, erklärte Sheeran. In dieser Woche habe er jedoch Kritik zu etwas deutlich Wichtigerem erhalten und müsse schwierige Entscheidungen treffen, bei denen er Fehler mache. Es tue ihm sehr leid.
Sheeran betonte, er wolle, dass seine Konzerte sichere Orte für alle seien. Er wolle kein Aktivist sein und seine Fans nicht enttäuschen. Deshalb stehe er an diesem Abend allein auf der Bühne und setze seine «Loop»-Tour ohne Vorprogramm fort.
Einordnung in den politischen Konflikt
Nach eigenen Worten sah sich Sheeran durch die Ereignisse mitten in einen wichtigen und leidenschaftlichen Streit über die Redefreiheit und eines der komplexesten politischen Themen des Planeten gestellt. Im weiteren Verlauf äußerte er sich sowohl zum Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel als auch zum israelischen Vorgehen im Gazastreifen und verurteilte beide scharf.
Vor dem Stadion, in dem das Konzert stattfand, hatten sich US-Medienangaben zufolge mehrere propalästinensische Demonstranten versammelt.
Hintergrund: Ausschluss von Macklemore
Macklemore hatte Anfang der Woche öffentlich gemacht, dass er nach propalästinensischen Äußerungen aus dem Vorprogramm der restlichen «Loop»-Tour gestrichen worden sei. In der Folge solidarisierten sich mehrere Musiker mit ihm und sagten ihre geplanten Auftritte als Support-Acts von Sheeran ab.
Sheeran hatte zuvor hervorgehoben, die Entscheidung über den Ausschluss Macklemores sei vom Tourveranstalter getroffen worden und nicht von ihm selbst. Mit dem Konzert in Philadelphia setzt der britische Sänger seine US-Tour nun alleine fort.
Kontroverse um Kunst, Politik und Redefreiheit
Der Ausschluss von Macklemore aus dem Vorprogramm der «Loop»-Tour macht deutlich, wie stark der Nahost-Konflikt mittlerweile die internationale Popkultur erreicht. Wenn ein US-Rapper wegen propalästinensischer Äußerungen aus einer Tourbesetzung entfernt wird, geraten Fragen von Redefreiheit, politischer Positionierung und wirtschaftlichen Interessen der Veranstalter unmittelbar in den Fokus. Die Entscheidung betrifft nicht nur die beteiligten Künstler, sondern auch Fans, die Konzerte zunehmend als Orte politischer Auseinandersetzung erleben.
Ed Sheeran versucht in seiner Stellungnahme in Philadelphia erkennbar, die Balance zwischen persönlicher Haltung und der Rolle als globaler Popstar zu halten. Er betont, keine Aktivistenrolle übernehmen zu wollen und seine Konzerte als sichere Orte für alle zu erhalten, verurteilt aber zugleich sowohl das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 als auch das israelische Vorgehen im Gazastreifen. Damit greift er die zentralen Konfliktlinien auf, ohne sich eindeutig einer Seite zuzuordnen. Die gleichzeitige Distanzierung von Gewalt beider Akteure zeigt den Versuch, humanitäre Prinzipien in den Vordergrund zu stellen.
Folgen für Tour, Branche und Publikum
Dass sich mehrere Musiker aus Solidarität mit Macklemore von der Tour zurückziehen, unterstreicht die Sprengkraft des Vorgangs für die Musikbranche. Support-Acts sind wichtige Bestandteile großer Tourneen, und ihre Absage kann organisatorische und finanzielle Folgen haben. Zugleich signalisiert dies, dass Teile der Szene die Sanktionierung politischer Aussagen kritisch sehen. Für das Publikum bedeutet die Situation, dass es sich neben der Musik auch mit den politischen Positionen der beteiligten Künstler und Veranstalter auseinandersetzen muss.
Für deutsche Leser ist der Fall ein Beispiel dafür, wie stark internationale Debatten über Gaza, Israel und Hamas inzwischen den Kulturbetrieb prägen. Ähnliche Konflikte um Auftritte, Ausladungen oder Stellungnahmen könnten auch hierzulande auftreten, da Tourneen global organisiert und politische Diskurse eng vernetzt sind. Die Philadelphia-Show markiert damit nicht nur einen Neustart von Sheerans US-Tour ohne Macklemore, sondern auch einen Prüfstein dafür, wie Künstler künftig mit politischem Druck und Erwartungen ihres Publikums umgehen.
