Festnahme nach tödlichem Angriff in MĂŒnchen
01.10.2024 - 15:00:08 | dpa.de
Eine knappe Woche nach dem tödlichen Angriff auf einen 57-JĂ€hrigen in MĂŒnchen hat die Polizei den HauptverdĂ€chtigen festgenommen. Die Beamten der Zielfahndung hĂ€tten den 30-JĂ€hrigen nach tagelangen Ermittlungen in DĂŒsseldorf in einem Reisebus gefasst, teilte die Polizei in MĂŒnchen mit. Der Pole habe sich widerstandslos festnehmen lassen und sei zurĂŒck in die bayerische Landeshauptstadt gebracht worden.
Tritte gegen Kopf seien nicht die Todesursache
Den Ermittlungen zufolge waren eine vierköpfige Gruppe um den HauptverdĂ€chtigen sowie das Opfer am Morgen des 25. September im Alten Botanischen Garten aneinandergeraten. Worum es in dem Streit gegangen ist, blieb zunĂ€chst unklar. Das Opfer soll der Gruppe den Mittelfinger gezeigt haben, danach sei es geschlagen und getreten worden - primĂ€r vom HauptverdĂ€chtigen. Der 30-JĂ€hrige hat dem Opfer laut Polizei dabei unter anderem gegen den Hinterkopf geschlagen und ins Gesicht getreten.Â
Der 57-JÀhrige blieb daraufhin regungslos liegen. Den Angaben zufolge lag er mindestens eine Viertelstunde neben dem Neptunbrunnen, mehrere Menschen liefen an ihm vorbei - und ein Mann klaute ihm gar noch das Handy. Der 57-JÀhrige starb spÀter im Krankenhaus.
Die Obduktion des Getöteten ergab, dass dieser mit Tritten unter anderem gegen den Kopf verletzt worden war - sie waren jedoch nicht die Todesursache. Der Mann habe einen Herzinfarkt gehabt, dadurch sei seine Zunge erschlafft und habe ihn möglicherweise erstickt, sagte der Leiter der MĂŒnchner Mordkommission, Stephan Beer. Deshalb werde jetzt wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt statt wegen eines Tötungsdelikts.Â
Die Staatsanwaltschaft geht nach eigenen Angaben ebenfalls nicht von einer vorsĂ€tzlichen Tötung aus. Es sei aber vorhersehbar gewesen, dass die Tritte gegen den Kopf zu tödlichen Verletzungen fĂŒhren könnten. Der 30-JĂ€hrige sollte dem Haftrichter vorgefĂŒhrt werden.
Schnelles Handeln möglich dank VideoĂŒberwachung
Laut Ermittler Beer war die VideoĂŒberwachung «der SchlĂŒssel zum Erfolg». Durch die Kamera am Justizpalast sei der Tathergang schnell nachvollziehbar gewesen und rasch ein Fahndungsbild erstellt worden. Aufgrund dessen habe sich ein Polizist gemeldet, der den TatverdĂ€chtigen kurz zuvor kontrollierte hatte - daher habe man die IdentitĂ€t des 30-JĂ€hrigen schnell feststellen können. Nach ihm wurde auch mit einer Ăffentlichkeitsfahndung intensiv gesucht. Er war in der Vergangenheit bereits sieben Mal polizeilich in Erscheinung getreten, vorwiegend wegen Körperverletzung.
Unmittelbar nach der Tat waren zwei andere MĂ€nner aus der Vierergruppe festgenommen worden. Einer der beiden sei nur als Zeuge befragt worden, teilte die Polizei mit. Der andere, der das Opfer ebenfalls getreten haben soll, sei wegen Körperverletzung angezeigt und wieder auf freien FuĂ gesetzt worden - er sei bereits 14 Mal polizeilich in Erscheinung getreten. Auch der dritte Mann sei inzwischen identifiziert worden und gelte als Zeuge.Â
Tatort gilt als KriminalitÀtsschwerpunkt
Alle vier MĂ€nner aus der Gruppe sind polnische StaatsbĂŒrger ohne festen Wohnsitz in Deutschland. Das 57-jĂ€hrige Opfer war deutscher StaatsbĂŒrger mit Wohnsitz in MĂŒnchen, auch er sei polizeilich bekannt gewesen.
Der Alte Botanische Garten gilt schon lange als KriminalitÀts-Hotspot in der bayerischen Landeshauptstadt. Eine eigene Task-Force der Stadt befasste sich mit der Sicherheit in dem Teil des Parks, der als Drogen-Umschlagplatz gilt.
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