Deutschland, Demokratische Republik Kongo

Warum ein Ebola-Patient in Berlin behandelt werden soll

20.05.2026 - 05:00:09 | dpa.de

Ein Ebola-Infizierter ist nach Berlin geflogen worden, um dort in strengster Isolation behandelt zu werden. Warum kommt der US-Amerikaner in die Charité? Und ist das gefährlich für die Bevölkerung?

  • Die Charité hat die größte Sonderisolierstation Deutschlands. (Symbolbild) - Foto: Soeren Stache/dpa
    Die Charité hat die größte Sonderisolierstation Deutschlands. (Symbolbild) - Foto: Soeren Stache/dpa
  • Ein US-amerikanischer Ebola-Patient wird an der Charité in Berlin behandelt. - Foto: Christophe Gateau/dpa
    Ein US-amerikanischer Ebola-Patient wird an der Charité in Berlin behandelt. - Foto: Christophe Gateau/dpa
  • Ein US-amerikanischer Ebola-Patient wird an der Berliner Charité behandelt. - Foto: Christophe Gateau/dpa
    Ein US-amerikanischer Ebola-Patient wird an der Berliner Charité behandelt. - Foto: Christophe Gateau/dpa
Die Charité hat die größte Sonderisolierstation Deutschlands. (Symbolbild) - Foto: Soeren Stache/dpa Ein US-amerikanischer Ebola-Patient wird an der Charité in Berlin behandelt. - Foto: Christophe Gateau/dpa Ein US-amerikanischer Ebola-Patient wird an der Berliner Charité behandelt. - Foto: Christophe Gateau/dpa

Ein mit dem Ebola-Virus infizierter US-Amerikaner wird in einer Spezialstation der Berliner Charité versorgt. Der Mann hatte sich bei einem Ausbruch des Ebola-Fiebers in der Demokratischen Republik Kongo angesteckt. Die US-Behörden baten die Bundesregierung wegen der kürzeren Flugzeit nach Deutschland um Hilfe.

Wie gefährlich ist es für die Bevölkerung, wenn ein Ebola-Infizierter nach Deutschland kommt?

Weder für die Bevölkerung noch für Patientinnen und Patienten der Charité, wo der Mann behandelt werden soll, besteht Gefahr, wie das Bundesgesundheitsministerium betont. Der Patient werde vollständig isoliert auf einer Sonderstation aufgenommen und behandelt. Diese sei komplett vom regulären Klinikbetrieb getrennt.

Auch im Umgang mit möglicherweise kontaminierten Materialien gelten demnach höchste Sicherheitsstandards. Das Abwasser werde in speziellen Tanks gesammelt, aufbereitet und neutralisiert. Die gebrauchten Schutzanzüge und anderer Müll werden demnach durch ein spezialisiertes Unternehmen entsorgt. Darüber hinaus werde die Abluft des Gebäudes durch zwei Filtersysteme gereinigt, bevor sie nach außen geleitet wird.

Warum kommt der Patient auf die Sonderisolierstation der Charité?

Die Sonderisolierstation der Charité ist laut Ministerium die größte Einrichtung dieser Art in Deutschland - und zudem die Einzige, die Infektiologie und Intensivmedizin miteinander verbindet. Das Personal trainiere zweimal im Monat Abläufe und Notfallszenarien. Die Station sei eine in sich geschlossene Einheit und ermögliche die Isolation von bis zu 20 Personen gleichzeitig, ohne die Abläufe des restlichen Krankenhauses zu beeinträchtigen.

Wie kann der Mann behandelt werden?

Welche Behandlung notwendig ist, hängt vom Gesundheitszustand des Patienten bei der Aufnahme ab. Deshalb beginnt laut Ministerium zunächst eine tiefgehende Untersuchung und Diagnostik: Die räumliche Nähe zum Robert Koch-Institut sei dabei ein großer Vorteil. In einem Speziallabor könnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem komplexe Blutuntersuchungen machen. 

Am wichtigsten sei die Möglichkeit, den Patienten trotz höchster Schutzstufe intensivmedizinisch behandeln zu können - das erhöhe die Überlebenschancen deutlich. Dank neuer Behandlungsmethoden und Medikamente ist die Sterblichkeit laut Bundesgesundheitsministerium von ursprünglich rund 60 Prozent auf heute etwa 20 bis 30 Prozent gesunken.

Wie verläuft die Krankheit?

Die Übertragung von Ebola-Viren von Mensch zu Mensch erfolgt in aller Regel durch direkten Kontakt mit bereits erkrankten Personen oder deren Körperflüssigkeiten. Die Krankheit beginne dann oft ähnlich wie eine Grippe oder auch eine Durchfallerkrankung, sagt Fabian Leendertz vom Helmholtz Institut. Dann werde der Verlauf allerdings schwerwiegender. Letztlich sei die Todesursache in den meisten Fällen Multiorganversagen.

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