Schlamm begrĂ€bt Dorf in Darfur â Tausend Tote befĂŒrchtet
02.09.2025 - 13:02:30 | dpa.de
Nach einem Erdrutsch in der sudanesischen Region Darfur wird der Tod von rund eintausend Menschen befĂŒrchtet. Schlamm- und Geröllmassen begruben das Dorf Tarsin im Bundesstaat Zentral-Darfur im Westen des Landes unter sich. «Der durch heftige RegenfĂ€lle ausgelöste katastrophale Erdrutsch zerstörte das Dorf vollstĂ€ndig, löschte es von der ErdoberflĂ€che und fĂŒhrte zum Tod aller tausend Einwohner â mit Ausnahme eines einzigen Ăberlebenden», teilte der Vorsitzende der Rebellengruppe Sudan Liberation Movement/Army (SLM/A), Abdul Wahid Al-Nur, mit.
Die SLM/A hĂ€lt in dem BĂŒrgerkriegsland seit Jahren die Kontrolle um das abgelegene Gebiet um den UnglĂŒcksort im Marra-Gebirge und bildet dort auch die faktische zivile Verwaltung. Die Gruppe veröffentlichte Fotos, die Schlamm- und Geröllmassen in einer bewaldeten HĂŒgellandschaft zeigen sowie Menschen und verschlammte GegenstĂ€nde wie Decken.
Der Vertreter des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) im Sudan, Luca Renda, Ă€uĂerte sich zutiefst betrĂŒbt ĂŒber das UnglĂŒck. Lokalen Quellen zufolge könne die Opferzahl zwischen 300 und 1000 Menschen liegen, teilte Renda mit. UNDP und ihre humanitĂ€ren Partner seien dabei, HilfsmaĂnahmen fĂŒr die betroffene Bevölkerung zu mobilisieren.
Suche nach Ăberlebenden schwierig
Das UnglĂŒck, das sich bereits am Sonntag ereignete, wurde erst einen Tag spĂ€ter bekannt. Die Suche nach Ăberlebenden wird aktuell fortgesetzt. Sie schreite aber nur langsam voran und werde mit einfachsten Mitteln durchgefĂŒhrt, sagte ein Sprecher des Komitees fĂŒr Vertriebene und FlĂŒchtlinge in Darfur dem saudischen Sender Asharq. Anwohner benachbarter Dörfer hĂ€tten Rettungsteams gebildet.Â
Bis Dienstagnachmittag seien neun Leichen geborgen worden, sagte der Koordinator eines örtlichen Notfallrats dem Sender Asharq. Starke RegenfĂ€lle und schwierige StraĂenverhĂ€ltnisse behinderten die Ankunft von Freiwilligen und die Bergung der Leichen. Unter den Toten befĂ€nden sich auch mehr als 450 Vertriebene, die nach Ausbruch des Krieges 2023 nach Tarsin geflohen waren.
Al-Nur zufolge leben Tausende weitere Menschen in den umliegenden Dörfern nun in Angst vor weiteren Erdrutschen, sollten die schweren RegenfĂ€lle anhalten. Er forderte Hilfe von den Vereinten Nationen und Hilfsorganisationen sowie einen Evakuierungsplan und NotunterkĂŒnfte fĂŒr die gefĂ€hrdeten Menschen.
Appelle an die internationale Gemeinschaft
Der Gouverneur der Region Darfur, Minni Minnawi, schrieb auf X von «einer humanitĂ€ren Tragödie, die ĂŒber die Grenzen der Region hinausgeht, da wir durch eine verheerende Naturkatastrophe einen GroĂteil unserer Bevölkerung verloren haben». Auch er bat dringend um Hilfe von internationalen humanitĂ€ren Organisationen.
Im Sudan tobt seit 2023 ein schwerer BĂŒrgerkrieg zwischen der Armee und der paramilitĂ€rischen Rebellengruppe Rapid Support Forces, die mittlerweile einen groĂen Teil Darfurs unter ihrer Kontrolle hat. Daneben sind in der Region noch andere Rebellengruppen aktiv, darunter die SLM/A, die aus frĂŒheren Konflikten hervorgegangen war.
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