Baden-WĂŒrttemberg, Deutschland

Strahlengift bei Ostereiersuche entdeckt? Befund steht aus

Veröffentlicht am: 06.04.2026 um 13:55 Uhr | dpa.de

Ein FlĂ€schchen mit der Aufschrift «Polonium 210» sorgt bei der Ostereiersuche fĂŒr einen Großeinsatz und beschĂ€ftigt nun mehrere Behörden. Was bisher dazu bekannt ist.

  • Der Fund eines FlĂ€schchens mit der Aufschrift «Polonium 210» in Vaihingen an der Enz hat einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei ausgelöst. - Bild: Karsten Schmalz/KS-Images.de/dpa
    Der Fund eines FlĂ€schchens mit der Aufschrift «Polonium 210» in Vaihingen an der Enz hat einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei ausgelöst. - Bild: Karsten Schmalz/KS-Images.de/dpa
  • Die Feuerwehr und die Polizei waren mit zahlreichen KrĂ€ften vor Ort - der Bereich um den Fundort wurde weitrĂ€umig abgesperrt.  - Bild: Karsten Schmalz/-/dpa
    Die Feuerwehr und die Polizei waren mit zahlreichen KrÀften vor Ort - der Bereich um den Fundort wurde weitrÀumig abgesperrt. - Bild: Karsten Schmalz/-/dpa
Der Fund eines FlĂ€schchens mit der Aufschrift «Polonium 210» in Vaihingen an der Enz hat einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei ausgelöst. - Bild: Karsten Schmalz/KS-Images.de/dpa Die Feuerwehr und die Polizei waren mit zahlreichen KrĂ€ften vor Ort - der Bereich um den Fundort wurde weitrĂ€umig abgesperrt.  - Bild: Karsten Schmalz/-/dpa

Bei der Ostereiersuche haben zwei MÀnner in Vaihingen an der Enz ein FlÀschchen mit der Aufschrift «Polonium 210» gefunden und damit die Behörden in Alarmstimmung versetzt. Sie entdeckten das kleine BehÀltnis in einem privaten Vorgarten der im Nordosten von Stuttgart gelegenen Stadt und alarmierten sofort Polizei und Feuerwehr.

ZunÀchst war unklar, ob es sich tatsÀchlich um das hochgefÀhrliche Strahlengift handelt. Das FlÀschchen soll erst am Dienstag vom Umweltministerium geöffnet und analysiert werden, wie die Stadt mitteilte. 

Messungen im Umfeld negativ ausgefallen

Polonium 210 ist ein potenziell tödliches Strahlengift. Die Feuerwehr schÀtzte nach eigenen Angaben das FlÀschchen als echt ein. «Das BehÀltnis passt zum Stoff», sagte Kreisbrandmeister Andy Dorroch. «Der Stoff ist auch nicht irgendwie handschriftlich draufgekritzelt, sondern der ist sauber offiziell beschriftet.» Zudem sei das FlÀschchen mit geschÀtzten 200 Gramm Gewicht relativ schwer - passend, da Polonium 210 ein vergleichsweise schwerer Stoff sei. «So dass wir schon davon ausgehen, dass es sich um den Stoff tatsÀchlich handelt», sagte Dorroch.

ZunÀchst seien allerdings alle Messungen im Umfeld des FlÀschchens negativ gewesen. Es sei keine RadioaktivitÀt gemessen worden. Die beiden MÀnner seien nach dem Fund unverletzt. 

Fund löste Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei aus

Sie hatten in dem Garten am Ortsrand Ostereier gesucht, als sie das weiße KunststoffflĂ€schchen mit rotem Deckel fanden. Nach dem Fund wĂ€hlten sie den Notruf. Weitere Angaben zu den MĂ€nnern machten die Behörden nicht. 

Beim anschließenden Großeinsatz waren nach Angaben der Feuerwehr 138 EinsatzkrĂ€fte mit 41 Fahrzeugen vor Ort – darunter ein Strahlenschutzzug, ein Gefahrgutzug sowie eine Fachberaterin fĂŒr Strahlenschutz, die beruflich im Kernkraftwerk tĂ€tig ist, wie der Kreisbrandmeister sagte. Auch ein Experte des Landeskriminalamtes (LKA) war im Einsatz.

Der Bereich um den Fundort wurde den Angaben zufolge abgesperrt. Anwohner mussten zeitweise ihre Wohnungen verlassen. Experten des Landesumweltministeriums brachten das FlÀschchen weg. Die Behörde habe entsprechende RÀumlichkeiten, um solch gefÀhrliche Stoffe zu lagern, sagte eine Sprecherin des LKA. Wo genau der Stoff gelagert wird, blieb unklar. Nach dem Abtransport wurde das Wohngebiet wieder freigegeben. 

Ermittlungen sollen nach Ostern beginnen

Wenn am Dienstag die Flasche geöffnet und analysiert wird, wollen sich auch die Behörden ĂŒber die weiteren Ermittlungen und ZustĂ€ndigkeiten austauschen. Sollte in dem FlĂ€schchen tatsĂ€chlich Polonium 210 nachgewiesen werden, werde der Stoff dekontaminiert und fachgerecht entsorgt. Es sei möglich, dass das Landeskriminalamt die Ermittlungen ĂŒbernehme, sagte die Sprecherin der Behörde. Bereits jetzt ermittelt die Polizei, wie das FlĂ€schchen in den Vorgarten gelangen konnte. 

BĂŒrgermeister: Gut, dass wir fĂŒr alles gerĂŒstet sind

FĂŒr die Anwohner habe zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden, berichtete die Stadt. OberbĂŒrgermeister Uwe Skrzypek-Muth betont, es sei wichtig, bei solchen Alarmen fĂŒr alles gerĂŒstet zu sein: «FĂŒr die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger ist es beruhigend zu wissen, dass im Fall der FĂ€lle verlĂ€ssliche AblĂ€ufe fĂŒr grĂ¶ĂŸtmögliche Sicherheit sorgen», sagte der Rathauschef der Deutschen Presse-Agentur. «NatĂŒrlich wĂŒrden wir aber sehr viel lieber mit den Sonnenseiten unseres schönen StĂ€dtchens in die Schlagzeilen kommen, als mit einem Ă€ußerst seltenen Strahlenschutzeinsatz, der sich hoffentlich als Fehlalarm herausstellen wird.»

Putin-Kritiker Litwinenko starb 2006 nach Polonium 210-Anschlag

Polonium ist ein chemisches Element mit hoher RadiotoxizitĂ€t und deshalb sehr gesundheitsschĂ€dlich. Laut Bundesamt fĂŒr Strahlenschutz (BfS) ist der Stoff vor allem dann gefĂ€hrlich, wenn er eingeatmet oder aufgrund offener Wunden ĂŒber die Haut aufgenommen wird. Der Putin-Kritiker und frĂŒhere Geheimdienstoffizier Alexander Litwinenko starb 2006 in London nach einem Anschlag mit Polonium 210.

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