Unwetter: Hagelmassen in Bayern, Tornado-Verdacht in NRW
Veröffentlicht: 13.07.2024 um 15:17 Uhr, dpa.deĂberschwemmte StraĂen, ein Tornadoverdacht und ein winterlicher Anblick in Bayern: Heftige Unwetter sind ĂŒber Teile Deutschlands hinweggezogen. Im SĂŒden Bayerns etwa sorgten Gewitter mit Hagel und Starkregen am Freitagabend fĂŒr vollgelaufene Keller, ĂŒberflutete StraĂen und Verkehrsbehinderungen. In Schwaben waren StraĂen teilweise mit Hagelkörnern weiĂ bedeckt.Â
In Baden-WĂŒrttemberg rĂŒckten Feuerwehr und Polizei ebenfalls wegen ĂŒberfluteter StraĂen, UnfĂ€llen und BlitzeinschlĂ€gen aus. Nach Polizeiangaben wurden mehrere Menschen verletzt. In Ostelsheim im Kreis Calw etwa sei am Freitagnachmittag ein achtjĂ€hriger Junge von einem umstĂŒrzenden Baum getroffen worden. Wie schwer das Kind verletzt wurde, war zunĂ€chst unklar. In Emmendingen verursachte ein Blitzeinschlag am spĂ€ten Freitagabend einen Dachstuhlbrand in einem Mehrfamilienhaus. Die Polizei schĂ€tzte den Schaden auf etwa 500.000 Euro. Die neun Bewohner des Hauses blieben unverletzt.Â
Tornadoverdacht in NRW
Auch im nordrhein-westfĂ€lischen Telgte bei MĂŒnster zog ein Unwetter ĂŒber die Stadt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prĂŒft nun, ob es sich um einen Tornado gehandelt hat. Das teilte der DWD auf Nachfrage am Morgen mit. Das Unwetter hatte am Freitag in einem Gewerbegebiet starke SchĂ€den an GebĂ€uden angerichtet und groĂe Baucontainer mitgerissen.Â
Im Norden Deutschlands hatten vor allem EinsatzkrĂ€fte in Niedersachsen mit dem Unwetter zu kĂ€mpfen. Besonders im Landkreis Grafschaft Bentheim hatten sie viel zu tun. In Nordhorn seien die RettungskrĂ€fte bis spĂ€t in die Nacht zu mehr als 100 EinsĂ€tzen ausgerĂŒckt, teilte die Feuerwehr mit. In einer Klinik drang zwischenzeitlich so viel Wasser ein, dass die Notaufnahme kurzfristig schlieĂen musste.Â
UnzĂ€hlige Blitze in Ăsterreich
In Ăsterreich registrierte der Wetterdienst UBIMET am Freitag 190.000 Blitzentladungen - der höchste Wert in diesem Jahr. Im sĂŒdlichen KĂ€rnten rĂŒckten EinsatzkrĂ€fte in mehreren Seen aus, um Schwimmer, Standup-Paddler und Surfer zu retten, die aufgrund des starken Wellengangs nicht mehr ans Ufer gelangen konnten. Am Flughafen Wien wurden wegen der Wetterlage am Freitagabend etwa 40 FlĂŒge abgesagt.
In der neuen Woche könnte es wieder ungemĂŒtlich werden: Am Montag sorgt dann gleich ein neues Tiefdruckgebiet ĂŒber Frankreich fĂŒr zunehmende Schauer und Gewitter aus Westen und SĂŒdwesten. In der Nacht breiten sich diese ost- und nordostwĂ€rts aus.Â
