SCHWABEN, Bayern

14-JÀhriger im AllgÀu getötet - VerdÀchtiger tot

05.05.2026 - 18:56:01 | dpa.de

Ein vermisster Jugendlicher, eine Leiche und PolizeischĂŒsse bei einer Fahndung - in Memmingen ĂŒberschlagen sich die Ereignisse. Jetzt werden weitere Erkenntnisse bekannt.

  • Die Leiche war in einem leerstehenden GebĂ€ude entdeckt worden.  - Foto: Stein/swd-medien/dpa
    Die Leiche war in einem leerstehenden GebÀude entdeckt worden. - Foto: Stein/swd-medien/dpa
  • Der VerdĂ€chtige wurde laut Polizei von mehreren Kugeln getroffen und starb spĂ€ter in einem Krankenhaus. - Foto: Stein/swd-medien/dpa
    Der VerdÀchtige wurde laut Polizei von mehreren Kugeln getroffen und starb spÀter in einem Krankenhaus. - Foto: Stein/swd-medien/dpa
Die Leiche war in einem leerstehenden GebÀude entdeckt worden.  - Foto: Stein/swd-medien/dpa Der VerdÀchtige wurde laut Polizei von mehreren Kugeln getroffen und starb spÀter in einem Krankenhaus. - Foto: Stein/swd-medien/dpa

Der in Memmingen im AllgĂ€u vermisste 14-JĂ€hrige ist mutmaßlich Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Nach dem Fund der Leiche des Jugendlichen sei der zunĂ€chst geflohene TatverdĂ€chtige nach PolizeischĂŒssen gestorben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung berichtet.

Die Obduktion der Leiche des Jugendlichen habe eine Gewalteinwirkung bestĂ€tigt, teilten die Ermittler mit. Zu den HintergrĂŒnden der mutmaßlichen Gewalttat machten Polizei und Staatsanwaltschaft unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen zunĂ€chst keine weiteren Angaben.

VerdÀchtiger aufgrund ungeklÀrter IdentitÀt geduldet 

Bei dem getöteten VerdÀchtigen handelt es sich um einen abgelehnten Asylbewerber, der aufgrund ungeklÀrter IdentitÀt geduldet war. Das teilte ein Sprecher der Regierung von Schwaben am Abend auf Anfrage mit. 

Der Mann wurde nach ersten Ermittlungen im von Israel besetzten Westjordanland geboren, seine NationalitĂ€t sei noch unklar, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Memmingen erlĂ€uterte. Der 37-JĂ€hrige war laut Staatsanwaltschaft in Deutschland zweimal rechtskrĂ€ftig zu Geldstrafen verurteilt worden – in diesem Jahr wegen unerlaubten Aufenthalts ohne Pass und im Jahr 2021 wegen SachbeschĂ€digung. 

VerdÀchtiger soll Polizisten mit Messer angegriffen haben

Die Polizei hatte den seit Samstagnacht vermissten 14-JÀhrigen tot in einem leerstehenden GebÀude in der NÀhe des Bahnhofs entdeckt. Der TatverdÀchtige ist den Angaben nach der 37-JÀhrige, der sich am Ort des Leichenfunds in einem Schrank versteckte.

Als die Beamten auf den Mann stießen, habe er sie mit einem Messer angegriffen und sei geflĂŒchtet, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Am Abend erhielt die Polizei einen Hinweis, dass sich der VerdĂ€chtige möglicherweise in der NĂ€he des Hallenbades aufhĂ€lt. Dort trafen zivil gekleidete Beamte den Mann auf der Treppe vor dem Bad sitzend an.

Der 37-JÀhrige versuchte demnach beim Anblick der Personen erneut zu fliehen. WÀhrend der Verfolgung hÀtten sich die Polizisten als solche zu erkennen gegeben, woraufhin der VerdÀchtige sich abrupt umgedreht habe und mit einem Messer auf die Beamten zugegangen sei. Die Polizisten hÀtten den Mann lautstark aufgerufen, das Messer wegzulegen, woraufhin dieser den Beamten aber weiter entgegengegangen sei.

37-JĂ€hriger von mehreren SchĂŒssen getroffen

Angesichts des kurzen Abstandes und der damit verbundenen Gefahr hÀtten die Polizisten auf den Mann geschossen. Er sei mehrfach getroffen worden. Trotzdem habe der VerdÀchtige das Messer nicht losgelassen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Erst ein Polizist mit Schutzschild habe den Mann entwaffnen können. Danach sei der 37-JÀhrige medizinisch behandelt worden und spÀter in einem Krankenhaus gestorben. Polizisten und Zeugen seien nicht verletzt worden.

Das bayerische Landeskriminalamt ermittelt nach eigenen Angaben mit der Staatsanwaltschaft, ob der Schusswaffeneinsatz rechtmĂ€ĂŸig war. Die Leiche des TatverdĂ€chtigen soll obduziert werden. 

Memmingens Rathauschef: «Es ist unfassbar»

Der OberbĂŒrgermeister der Stadt, Jan Rothenbacher, reagierte bestĂŒrzt auf die Ereignisse. «Es ist unfassbar, was in den vergangenen Tagen passiert ist», sagte der SPD-Politiker. «Meine Gedanken sind bei der Familie des Jugendlichen, und ich wĂŒnsche viel Kraft in dieser schweren Zeit. Wir sind mit der Familie in Kontakt.» 

Betroffenheit und Anteilnahme in Memmingen seien sehr groß. Eltern und Familien, die verunsichert sind, Fragen haben oder einen GesprĂ€chspartner brauchen, könnten sich an die Erziehungsberatungsstelle der Stadt wenden. Diese stehe «kurzfristig zur VerfĂŒgung».

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