Niedersachsen, ThĂŒringen

16-JĂ€hrige vor Zug gestoßen - TĂ€ter muss in Psychiatrie

29.04.2026 - 13:15:41 | dpa.de

Eine 16-JĂ€hrige wird in Niedersachsen von einem GĂŒterzug erfasst und stirbt. Ein Gericht hat jetzt entschieden, was mit dem Mann passiert, der das MĂ€dchen in den Tod gestoßen hat.

  • Im Sicherungsverfahren gegen einen 31-JĂ€hrigen wurde angeordnet, den Mann in einer Psychiatrie unterbringen. (Archivbild)  - Foto: Swen Pförtner/dpa
    Im Sicherungsverfahren gegen einen 31-JÀhrigen wurde angeordnet, den Mann in einer Psychiatrie unterbringen. (Archivbild) - Foto: Swen Pförtner/dpa
  • Im Sicherungsverfahren gegen einen 31-JĂ€hrigen wurde entscheiden, den Mann in einer Psychiatrie unterzubringen. (Archivbild)  - Foto: Swen Pförtner/dpa
    Im Sicherungsverfahren gegen einen 31-JÀhrigen wurde entscheiden, den Mann in einer Psychiatrie unterzubringen. (Archivbild) - Foto: Swen Pförtner/dpa
Im Sicherungsverfahren gegen einen 31-JÀhrigen wurde angeordnet, den Mann in einer Psychiatrie unterbringen. (Archivbild)  - Foto: Swen Pförtner/dpa Im Sicherungsverfahren gegen einen 31-JÀhrigen wurde entscheiden, den Mann in einer Psychiatrie unterzubringen. (Archivbild)  - Foto: Swen Pförtner/dpa

Nach dem Prozess um den tödlichen Stoß gegen die 16-jĂ€hrige Liana vor einen GĂŒterzug in Niedersachsen muss der Beschuldigte in die Psychiatrie. FĂŒr den 31-JĂ€hrigen werde die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet, sagte der Richter im Landgericht Göttingen. Ein Gutachter hatte bei dem Mann eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert. 

Nach Überzeugung des Schwurgerichts hat der Beschuldigte die Jugendliche im Sommer 2025 am Bahnhof von Friedland vor den durchfahrenden Zug gestoßen. Die 16-JĂ€hrige erlitt durch den Zusammenprall Verletzungen am Kopf, die sie nach Ermittlerangaben sofort töteten. Der Fall um das MĂ€dchen, das 2022 mit seiner Familie aus der Ukraine nach Deutschland geflĂŒchtet war, sorgte bundesweit fĂŒr Schlagzeilen. 

Angriff löste politische Debatten aus

Bis heute beschÀftigt der gewaltsame Tod auch die Politik, weil der ausreisepflichtige Iraker nach den europÀischen Asyl-Regeln eigentlich schon Monate vor der Tat von Deutschland nach Litauen hÀtte gebracht werden sollen. Die Landesaufnahmebehörde hatte daher einen Antrag auf Abschiebungshaft gestellt, den das Amtsgericht Hannover aber ablehnte. Am Mittwoch sollte sich der auch niedersÀchsische Landtag erneut mit möglichen Konsequenzen befassen. 

Strafverfolger sprechen von einem heimtĂŒckischen Mord 

Die Staatsanwaltschaft Göttingen ging wegen der paranoiden Schizophrenie davon aus, dass der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt nicht schuldfĂ€hig war. Daher wurde kein regulĂ€rer Strafprozess mit einer Anklage, sondern ein sogenanntes Sicherungsverfahren gefĂŒhrt. Dabei wird nicht nur geklĂ€rt, ob er Beschuldigte der TĂ€ter ist, sondern auch, ob er in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird.

Trotz der SchuldunfĂ€higkeit bezeichneten die Strafverfolger im PlĂ€doyer die Tat als heimtĂŒckischen Mord und erklĂ€rten, dass von dem Beschuldigten aus ihrer Sicht eine Gefahr fĂŒr die Allgemeinheit ausgehe. Die Verteidigung kam nach neun Verhandlungstagen auf ein anderes Ergebnis und plĂ€dierte auf Freispruch aus Mangel an Beweisen. Die Nebenklage, die die Mutter der Getöteten vertrat, forderte eine Verurteilung wegen Mordes und sprach sich fĂŒr einen Wechsel in ein regulĂ€res Strafverfahren aus. 

Trauerfeier in ThĂŒringen 

Im September 2025 war Liana unter großer Anteilnahme beigesetzt worden. Familie und Freunde nahmen in Heilbad Heiligenstadt im Nordwesten ThĂŒringens Abschied und erwiesen dem MĂ€dchen bei einer von einem ukrainisch-orthodoxen Geistlichen geleiteten Zeremonie die letzte Ehre.

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