Angriff in Mexiko: TĂ€ter plante vermutlich nach US-Vorbild
21.04.2026 - 19:23:53 | dpa.deDer bewaffnete Angriff auf Touristen an den Pyramiden von Teotihuacan in Mexiko ist laut Ermittlern von einem EinzeltĂ€ter verĂŒbt worden, der mutmaĂlich nach dem Vorbild eines Massakers in den USA handelte. Bei der Tat in der bekannten Ruinenstadt nahe Mexiko-Stadt wurden eine Kanadierin getötet und 13 weitere Menschen verletzt. Die Tat geschah am 27. Jahrestag des Schulmassakers vom 20. April 1999 an der Columbine High School im US-Bundesstaat Colorado.Â
Am Tag nach der Gewalttat prĂ€sentierten Sicherheitsbehörden erste Erkenntnisse aus den Ermittlungen auf einer Pressekonferenz von PrĂ€sidentin Claudia Sheinbaum. Der TĂ€ter, ein 27 Jahre alter Mexikaner, habe in einem Rucksack Schriften und Bilder bei sich getragen, die vermutlich «mit einer Gewalttat vom April 1999 in den USA in Bezug stehen», wie der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates MĂ©xico, JosĂ© Luis Cervantes, sagte. Er erwĂ€hnte Columbine zwar nicht ausdrĂŒcklich, die Tat im Jahr 1999 soll jedoch laut Medienberichten das Vorbild gewesen sein. Damals wurden 13 Menschen getötet. Cervantes sprach von einem «psychopathischen Profil des TĂ€ters, das durch die Neigung gekennzeichnet ist, Ereignisse aus anderen LĂ€ndern nachzuahmen».Â
Generalstaatsanwalt: Angriff war nicht spontan
 «Diese Handlung war nicht spontan», sagte Cervantes. Mehrfach vor dem Vorfall habe der TĂ€ter die AusgrabungsstĂ€tte besucht. Er habe eine Waffe, ein Messer und eine TĂŒte mit 52 Patronen bei sich getragen.
Laut den offiziellen Angaben schoss der Angreifer von der Mondpyramide aus 14 Mal. Der erste Notruf sei am Montagmorgen um 11.20 Uhr (Ortszeit) eingegangen, sagte der örtliche Sicherheitschef CristĂłbal Castañeda. Zehn Minuten spĂ€ter sei die Nationalgarde in der Ruinenstadt angekommen. Die Beamten hĂ€tten den TĂ€ter durch SchĂŒsse am Bein verletzt. Daraufhin habe sich der Mann das Leben genommen.Â
Laut einer Mitteilung des Sicherheitskabinetts wurden Touristen aus Kolumbien, Kanada, Russland, Brasilien und den USA verletzt, sieben davon durch SchĂŒsse. Andere erlitten Verletzungen infolge von StĂŒrzen. Zu den Menschen mit Schussverletzungen zĂ€hlt - neben einem sechsjĂ€hrigen Kind aus Kolumbien - auch eine 13-jĂ€hrige Brasilianerin.
Mexiko gibt erneut Sicherheitsgarantien fĂŒr die WM ab
Am 11. Juni wird die von Mexiko, den USA und Kanada gemeinsam ausgetragene WM im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt eröffnet. «Die Sicherheit der Weltmeisterschaft ist gewĂ€hrleistet», sagte Sicherheitsminister Omar GarcĂa Harfuch. Bereits zuvor gab es Bedenken zur Sicherheitslage in Mexiko vor der WM. Ende Februar wurde der mĂ€chtige Drogenboss Nemesio Oseguera Cervantes bei einem MilitĂ€reinsatz getötet. Es folgten schwere GewaltausbrĂŒche seiner AnhĂ€nger. Mehr als 70 Menschen kamen ums Leben.Â
Das Land mit rund 130 Millionen Einwohnern ist zwar durch die Gewalt der Drogenkartelle geprĂ€gt, doch Touristen sind als zufĂ€llige Opfer ums Leben gekommen. Zuvor hatte es jedoch keinen Ă€hnlichen direkten Angriff auf Touristen wie den in Teotihuacan gegeben.Â
PrÀsidentin Sheinbaum: Es war ein beispielloser Vorfall
«So etwas haben wir in Mexiko noch nie erlebt. Es ist das erste Mal, dass so etwas passiert», sagte PrĂ€sidentin Sheinbaum. Nach dem Vorfall wurde die Ruinenstadt bis auf weiteres geschlossen.«An archĂ€ologischen StĂ€tten gibt es keine Metalldetektorschleusen», sagte Sheinbaum. Nun sollen die Sicherheitsprotokolle ĂŒberprĂŒft und verstĂ€rkt werden.Â
Teotihuacan ist nach ChichĂ©n ItzĂĄ auf der Halbinsel YucatĂĄn die meistbesuchte AusgrabungsstĂ€tte in Mexiko. Weil die Anlage nur rund 50 Kilometer von Mexiko-Stadt entfernt liegt, ist sie ein fast unverzichtbarer Tagesausflug fĂŒr Touristen, die die mexikanische Hauptstadt besuchen. JĂ€hrlich strömen rund 1,6 Millionen Menschen in die Ruinenstadt.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
