Theaterpreis: Klaus Zehelein fĂŒr Lebenswerk geehrt
26.11.2023 - 10:27:03 | dpa.deOpernintendant Klaus Zehelein (83) ist beim Deutschen Theaterpreis «Der Faust 2023» fĂŒr sein Lebenswerk geehrt worden. «Sie haben sich unglaublich mutig fĂŒr ein grundlegend neues VerstĂ€ndnis von Musiktheater, ja fĂŒr seine Revolutionierung eingesetzt», sagte der russische Regisseur Kirill Serebrennikow in seiner Laudatio am Samstagabend im Hamburger Thalia Theater.
Der Deutsche Theaterpreis ehrt herausragende kĂŒnstlerische Leistungen, die die Vielfalt der Theaterlandschaft in Deutschland widerspiegeln.
Zehelein (83) war von 1991 bis 2006 Opernintendant an der Staatsoper Stuttgart. Danach leitete er als PrĂ€sident die Bayerische Theaterakademie August Everding im Prinzregententheater MĂŒnchen. Er war auch Dozent an der UniversitĂ€t Oldenburg und arbeitete neben anderen Stationen als Chefdramaturg und Operndirektor an der Oper seiner Geburtsstadt Frankfurt am Main. Von 2003 bis 2015 amtierte Zehelein als PrĂ€sident des Deutschen BĂŒhnenvereins.
Brosda: Eine andere Welt ist möglich
Dessen PrĂ€sident und Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) sagte anlĂ€sslich der Preisverleihung: «Es sind gerade die BĂŒhnen, die uns jeden Tag zeigen, dass eine andere Welt möglich ist. Wir brauchen dieses Spiel mit der Wirklichkeit, die Inspiration und manchmal auch Irritation - gerade jetzt, da die Welt auf verschiedene Art und Weise aus den Fugen zu geraten scheint.»
Der Theaterpreis wurde auch in zwölf weiteren Kategorien vergeben: Ligia Lewis erhielt die Auszeichnung in der Kategorie Darsteller:in Tanz fĂŒr «A Plot/A Scandal» (Ruhrtriennale), Fritzi Haberlandt in der Kategorie Darsteller:in Schauspiel in «Angabe der Person» (Deutsches Theater Berlin) und Vera-Lotte Boecker in der Kategorie Darsteller:in Musiktheater als Nadja in «Bluthaus» (Bayerische Staatsoper MĂŒnchen).
Wicki Bernhardt und Janna Pinsker wurden in der Kategorie Darsteller:in Theater fĂŒr junges Publikum in «Family Creatures» (Mousonturm Frankfurt) geehrt. Florentina Holzinger wurde in der Kategorie Inszenierung Tanz fĂŒr «Ophelia's Got Talent» (VolksbĂŒhne Berlin) ausgezeichnet, Stefan Bachmann in der Kategorie Inszenierung Schauspiel fĂŒr «Johann Holtrop - Abriss der Gesellschaft» (Schauspiel Köln/DĂŒsseldorfer Schauspielhaus).
Weitere PreistrÀger
David Hermann erhielt den Preis in der Kategorie Inszenierung Musiktheater fĂŒr «Dogville» (Aalto Musiktheater Essen), Alexander Riemenschneider in der Kategorie Inszenierung Theater fĂŒr junges Publikum fĂŒr «Das Kind trĂ€umt» (Junges Staatstheater Berlin). Den «Faust» in der Kategorie Raum gab es fĂŒr Manuel Braun, Jonas Dahl und Rainer Sellmaier fĂŒr «Arabella» (Deutsche Oper Berlin) und fĂŒr Michael v. zur MĂŒhlen in der Kategorie Ton und Medien fĂŒr «Opera - a future game» (Festival for Games).
Johanna Trudzinski wurde in der Kategorie KostĂŒm fĂŒr «Baroque» (Schauspielhaus Bochum) sowie Thomas Krupa und Tobias Bieseke in der Kategorie Genrespringer fĂŒr «Die Wand (360°)» (Schauspiel Essen) mit dem Preis bedacht. Das Fundus Theater in Hamburg wurde mit dem Perspektivpreis der LĂ€nder ausgezeichnet.
Der Deutsche Theaterpreis wird seit 2006 vom Deutschen BĂŒhnenverein und der Deutschen Akademie der Darstellenden KĂŒnste in Kooperation mit der Kulturstiftung der LĂ€nder vergeben. 40 KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler in zwölf Kategorien waren in diesem Jahr nominiert.
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